Buntes Treiben auf der Katzwinkeler Prunksitzung
Von Niklas Hövelmann
Am Samstagabend (14. Februar 2026) lud die KG Katzwinkel zur traditionellen Prunk-Sitzung in die lokale Glück-Auf-Halle. Gut fünf Stunden Programm wussten das bunt kostümierte Feier-Volk bei Bier und Bratwurst ordentlich zu begeistern.
Katzwinkel. Minion, Walter, Uncle Sam, Frosch, Cowboy, Indianer: Apache – die Kreativität der Katzwinkeler Karnevalisten kannte am Samstagabend keine Grenzen. Bei der traditionellen Prunk-Sitzung der Karnevalsgesellschaft Katzwinkel präsentierte sich das dörfliche Party-Volk wieder in seinen besten Gewändern. Nicht nur literweise Hachenburger, auch ein einzigartig ausgewogenes Bühnenprogramm wussten die Stimmung dauerhaft weit oben zu halten.
Fast pünktlich um 19.11 Uhr eröffnete der Einmarsch der "Kumpels" aus Katzwinkel die Sitzung offiziell. Die Musiker waren wie so oft zur Untermalung des zeremoniellen Beginns vorgesehen. Zuvor war die Menge schon durch ein bisschen Live-Musik angeheizt worden. Es folgte die offizielle Begrüßung der Gäste, der Karnevalisten – wie es sich gehört, natürlich mit einem dreifachen "Glück auf".
Auch die erfolgreiche Kindersitzung vom Vortag wurde nochmal lobend erwähnt. Bis zum letzten Platz ausverkauft, konnten die Jüngsten hier ihrem jecken Hobby frönen und sich für künftige Aufgaben bei den Großen beweisen. Der Karneval in Katzwinkel scheint auf jeden Fall Zukunft zu haben.
Empfang der Kinderprinzessin und des Dreigestirns
Auf der Bühne ging es weiter mit dem Empfang der Kinderprinzessin Matilda Knott. Zu Ehren ihrer neuen Majestät führten die Kinder der Little Stars des TuS Katzwinkel eine kleine Tanzchoreografie auf. Unter den Augen ihrer Trainerinnen Janine und Anne Würden, Marie Schönbom und Mareike Wäschenbach bereiteten die kleinen Sterne der neuen Prinzessin einen gebührenden Einstand.
Nach den Kids war es Zeit für den Empfang des diesjährigen Dreigestirns, der traditionellen Karnevalsmajestäten. Wolfgang Müller übernahm die Rolle des Bauern, Thomas Rosenbauer gab den Prinzen und zur doch sehr bärtigen Jungfrau Andrea wurde Andreas Helsper gekürt. Nach ein bisschen Klamauk und dem gemeinsamen Singen des Katzwinkeler Karnevals-Lieds, endete der zeremonielle Part des Abends und die Schau-Truppen übernahmen.
Puderperücken und Woke-Kultur
Zunächst präsentierte die Funkengarde Erkelenz eine Symbiose aus klassischem Gardetanz und spektakulärer Einlage. In traditionellen Uniformen und Puderperücken wirbelten die Herren des zweitältesten Karnevalskorps des Rheinlands ihre ebenfalls klassisch gekleideten und wie Sabrina Carpenter frisierten Tanzpartnerinnen akrobatisch durch die Lüfte.
Hiernach wurde es zunächst etwas ruhiger: Nach der sehr gelungenen Karikatur der Woke-Kultur durch den Kita-Sketch, in dem Szenen aus einer Kindergarten-Eltern-Chatgruppe aufgeführt wurden, folgte die Verleihung des RZ-Ordens 2026. Diesen erhielt Katja für ihr Engagement im Jugendkarneval.
Stummer Döner und regionale Mundart
Zwei weitere Comedy-Segmente folgten. Den Auftakt gab der "Döner vs. Gyros"-Sketch. In diesem konkurrierten zwei Imbissbuden um passierende potenzielle Kunden. Besonders daran war der mehr oder weniger nonverbale Charakter des Sketches, wobei kein Wort gesprochen wurde, sondern die musikalische Untermalung der Szenerien durch die Refrains bekannter Songs die Pointen darstellte.
Das Duo ‚Der Een on der Anne‘ war hingegen typischer Karnevalshumor: schnell, eher flach, in ulkigen Kostümen und in regionaler Mundart gehalten. Mit ihrer interaktiven Art, wussten die beiden das Westerwälder Publikum durchaus zu begeistern.
Hohes Tempo und laute Zugabe-Rufe
Harter Cut: Ab etwa 21.15 Uhr durften die "Dancingstars" vom TuS Katzwinkel ihr Können beweisen, ehe "Hännes" die Menge weiter anheizte. Die kölsche Band startete gleich mit viel Power und hielt das Tempo konstant hoch. Besonders die "Karnevalsmaus" hatte es den Gästen angetan – "Hännes" musste sie gleich zweimal spielen.
Das Tempo blieb hoch, als die "Cowboys vom Dorf" übernahmen. Dabei handelte es sich allerdings mehr um Cowgirls, die mit flotten Tänzen die lautesten "Zugabe"-Rufe des Abends ernteten. Leider hatten sie nur die aufgeführten drei Tänze einstudiert, weshalb sie ihr Set einfach noch einmal aufführten – sehr zur Freude der Katzwinkeler.
Den Cowgirls folgte der skurrilste Auftritt des Abends: die Heddemer twiXX. Hier lohnt sich definitiv die YouTube-Suche, denn ihre Kunstform ist nur sehr schwer in Worte zu fassen. Es hat etwas mit an die Knie geklebten Schuhen, schnellen Kostümwechseln, Coversongs und gewissermaßen menschlichem Kasperletheater zu tun.
Grandioses Finale
Das Finale bildeten nach einer weiteren Tanzchoreografie, dieses Mal durch Gelb-Rot Koblenz, und einem "Hobby-Horsing" der Freiwilligen Feuerwehr die "Ratsherren Unkel". Dabei handelt es sich um eine Bläserboygroup, die wie städtische Aristokratie aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert gekleidet ist. Gemeinsam mit vielen Künstlern des Abends schlossen sie den programmatischen Teil der Sitzung bei einem gemeinsamen Lied, ehe DJ Ralle zur After-Show-Party rief. (NH)
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