Kandidat für die Landtagswahl 2026: Philip Schimkat (SPD)
Am Sonntag, 22. März, stehen die rheinland-pfälzischen Landtagswahlen 2026 an. Doch wer sind die Direktkandidierenden, denen wir unsere Stimme geben sollen, was sind ihre Vorstellungen und Ziele für unsere Region? Die Kuriere haben nachgefragt und allen die gleichen Fragen geschickt. Hier die Antworten von Philip Schimkat (SPD)
Wahlkreis Altenkirchen. Unverfälscht und echt sollen die Antworten der Kandidierenden zur Landtagswahl sein. Deshalb sind alle Antworten original zitiert, ohne Bewertung, ohne Kommentar, ohne Kürzung oder Anmerkung. Die Aussagen der Politiker spiegeln nicht die Meinung der Kuriere wider, sondern ausschließlich die des Kandidierenden. Hier sind die Antworten von Philip Schimkat (SPD).
Wofür haben Sie sich bisher politisch engagiert – und wieso?
Seit 2019 bin ich Mitglied im Ortsgemeinderat in Hamm und seit der letzten Kommunalwahl auch im Verbandsgemeinderat aktiv. Mein Antrieb war und ist es, ganz konkret etwas für die Menschen vor Ort zu erreichen. Politik bedeutet für mich nicht abstrakte Debatten, sondern spürbare Verbesserungen im Alltag. Beispiele dafür sind die Schaffung eines neuen Spielplatzes oder die Maßnahmen zur Ortskernsanierung in Hamm. Solche Projekte zeigen, wie kommunalpolitisches Engagement die Lebensqualität direkt erhöhen kann. Genau diesen praxisnahen Ansatz möchte ich künftig auch auf Landesebene als Abgeordneter einbringen und mich dort ebenso für konkrete, bürgernahe Lösungen einsetzen.
Was muss sich in Rheinland-Pfalz dringend verändern?
In Rheinland-Pfalz läuft bereits sehr vieles gut. Gleichzeitig bedeutet Politik immer auch, den Wandel aktiv zu gestalten und auf neue Herausforderungen zu reagieren. Stillstand ist keine Option - es geht darum, Bewährtes weiterzuentwickeln und dort nachzusteuern, wo Veränderungen notwendig sind.
Deshalb haben wir als SPD Rheinland-Pfalz ein umfassendes Regierungsprogramm in breiter Mitgliederbeteiligung auf den Weg gebracht. Mit vielen konkreten, auch kleinen Bausteinen wollen wir das Leben der Menschen im Land Schritt für Schritt weiter spürbar verbessern - pragmatisch, nah an den Bürgerinnen und Bürgern und mit einem klaren Blick für das, was unseren Alltag tatsächlich erleichtert.
Was sollte sich ändern, damit die Gesundheitsversorgung im Wahlkreis stabil und zuverlässig bleibt?
Die Einschnitte und insbesondere die Schließung des Krankenhauses in Altenkirchen haben viele Bürgerinnen und Bürger zurecht verunsichert. Diese Sorgen nehme ich sehr ernst, und ich stehe weiterhin klar zum Gesundheitsstandort Altenkirchen.
Ich möchte mich dafür einsetzen, dass dort eine sogenannte Regio-Klinik entsteht. Ziel ist ein verlässlicher Anlaufpunkt im Notfall und gleichzeitig eine bessere Verzahnung von ambulanter, stationärer und pflegerischer Versorgung.
Zugleich müssen wir die Kinder- und Jugendpsychiatrie vor Ort stabilisieren, das Angebot Gemeindeschwester plus gerade für hochbetagte Menschen ausweiten und offen für neue Möglichkeiten wie Telemedizin sein, die besonders im ländlichen Raum Wege verkürzen und Versorgung sichern kann.
Wenn wir diese Bausteine zusammenführen, können wir auch künftig eine gute und verlässliche Gesundheitsversorgung in der Region gewährleisten.
Was sind aus Ihrer Sicht die dringendsten Infrastrukturprobleme in Ihrem Wahlkreis (Straßen, Brücken, ÖPNV, digitale Netze) – und welche drei Projekte würden Sie in der nächsten Legislaturperiode priorisieren?
Der Landkreis Altenkirchen verfügt über ein sehr dichtes Straßenverkehrsnetz, das für Pendlerinnen und Pendler ebenso wie für unsere Unternehmen von großer Bedeutung ist. Infrastruktur ist bei uns immer auch ein Standortfaktor für Arbeitsplätze und wirtschaftliche Entwicklung. Aus meiner Sicht gibt es drei klare Prioritäten für die nächste Legislaturperiode:
Erstens: Dort, wo es sinnvoll und möglich ist, unterstütze ich die Ausweitung der Straßen auf 3 Spuren, wie beispielsweise bei der B8. Eine leistungsfähige Straßenanbindung sorgt für mehr Sicherheit, bessere Verkehrsflüsse und stärkt gleichzeitig unsere heimische Wirtschaft.
Zweitens: Wir müssen den öffentlichen Personennahverkehr deutlich stärken. Dazu gehört für mich auch eine Reform der Tarifstruktur. Das bisherige Wabensystem ist für viele Menschen kompliziert und wenig attraktiv. Gleichzeitig müssen wir die Busunternehmen als Partner ernst nehmen und verlässlich unterstützen, damit Angebot und Qualität erhalten und ausgebaut werden können.
Drittens: Die digitale Infrastruktur bleibt eine zentrale Aufgabe. Mobilfunk- und Netzabdeckung sind in Teilen der Region noch immer unzureichend. Ich setze mich dafür ein, gemeinsam mit allen Verantwortlichen vor Ort einen strukturierten Austausch zu organisieren, um Ausbauhemmnisse zu beseitigen und endlich flächendeckend stabile Verbindungen zu erreichen.
Wo sehen Sie die Grenzen der Koexistenz von Wolf und Weidetierhaltung, und unter welchen Bedingungen befürworten Sie die Entnahme einzelner Tiere? Wie sollte das Spannungsfeld zwischen Naturschutz, Tierwohl, Wolfsvorkommen und der Sicherung der Weidetierhaltung in Rheinland-Pfalz künftig politisch ausbalanciert werden?
Naturschutz, der Erhalt biologischer Vielfalt und der Schutz unserer Weidetiere und landwirtschaftlichen Betriebe sind unverzichtbar. Der Umgang mit dem Wolf muss realistisch, praxisnah und verantwortungsvoll sein. Dazu gehören auch der Einsatz von Schutzhunden und effektiven Zäunen. Den betroffenen Betrieben müssen hierfür Beratung und Unterstützung zur Verfügung stehen. Wenn die ergriffenen Schutzmaßnahmen für die Weidetiere nicht ausreichen, muss die Entnahme von Wölfen rechtssicher, zügig und praxisnah möglich sein. Das geschaffene Jagdgesetz ist hier eine gute Grundlage.
Welche drei wirtschaftspolitischen Schwerpunkte wollen Sie in Rheinland-Pfalz setzen, um Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen, insbesondere im industriellen Mittelstand und bei Start-ups?
In Rheinland-Pfalz geht es jetzt darum, die richtigen Rahmenbedingungen zu setzen, damit bestehende Arbeitsplätze gesichert und neue geschaffen werden - gerade im industriellen Mittelstand und bei jungen Unternehmen. Für mich stehen dabei drei wirtschaftspolitische Schwerpunkte im Mittelpunkt:
Erstens: Bürokratieabbau. Viele Betriebe erleben Planungs- und Genehmigungsverfahren als zu komplex und zu langwierig. Hier müssen wir Prozesse vereinfachen, digitalisieren und beschleunigen, damit Unternehmen sich auf Innovation und Wertschöpfung konzentrieren können statt auf Verwaltung.
Zweitens: Die Ausweitung von Turboflächen. Schnell verfügbare, gut erschlossene Gewerbe- und Industrieflächen sind ein starkes Signal an Investoren und helfen auch unserer Region ganz konkret. Wer investieren will, braucht Planungssicherheit und Tempo bei der Umsetzung.
Drittens: Verlässliche Rahmenbedingungen für Ansiedlungen, Start-ups und Zukunftsindustrien. Dass sich Unternehmen wie Eli Lilly für Rheinland-Pfalz entscheiden, zeigt, dass eine wirtschaftsfreundliche Politik mit klaren Ansprechpartnern und engem Austausch wirkt. Genau diesen Ansatz müssen wir weiterführen, damit sich neue Unternehmen ansiedeln, Netzwerke entstehen und hochwertige Arbeitsplätze geschaffen werden.
Was ist Ihr Konzept, damit der Strukturwandel (Klimaschutz, Digitalisierung, Fachkräftemangel) nicht zulasten der ländlichen Räume geht?
Wir müssen den ländlichen Raum mit wichtigen Investitionen zukunftsfähig gestalten. Die Investitionsoffensive des Landes Rheinland-Pfalz, bestehend aus den Mitteln des Sondervermögens des Bundes und weiteren Landesmitteln, bietet dafür eine historische Chance. Der Löwenanteil des Geldes fließt direkt in die Kommunen, die diese Mittel bedarfsgerecht in Bildung, Infrastruktur und Maßnahmen gegen den Klimawandel investieren können. Zusätzlich gilt es, den Bürokratieabbau in den Kommunen weiter voranzutreiben. Auch hier hat das Land mit einer Experimentierklausel den Kommunen wichtigen Handlungsspielraum gegeben, um Verfahren zu beschleunigen und Maßnahmen zu verschlanken. Zudem setzt sich die SPD Rheinland-Pfalz mit weiteren Programmen, wie dem Dorfkneipenprogramm, dafür ein, das gesellschaftliche und soziale Leben auf dem Land zu stärken. Das Dorfkneipenprogramm soll zum Beispiel unsere Begegnungsorte, wie Dorftreffs oder Vereinsheime, durch finanzielle Zuschüsse erhalten. Begegnung ist wichtig für das Zusammenleben in unseren Dörfern, aber auch für unsere Demokratie.
Wie wollen Sie die Bildungspolitik in Rheinland-Pfalz in den kommenden fünf Jahren gestalten – insbesondere mit Blick auf Unterrichtsqualität, Lehrkräftegewinnung, Inklusion, Digitalisierung der Schulen und Entlastung von Schülern und Lehrkräften?
Unsere Bildungsfamilie muss fit für die Zukunft gestaltet werden, gleichzeitig setzt sich die SPD Rheinland-Pfalz für mehr Bildungsgerechtigkeit im Land ein. Letzteres schaffen wir durch Maßnahmen wie die Einführung kostenfreier Schulbücher für alle. So werden Familien über die Schullaufbahn ihrer Kinder um rund 2.500 Euro entlastet. Das kommt direkt bei den Familien an.
Für die Weiterentwicklung des Bildungsangebotes braucht es finanzielle ebenso wie personelle Entlastungen. Wir müssen investieren in eine moderne, zeitgemäße Ausstattung unserer Schulen und Lehrerinnen und Lehrern mehr Zeit fürs Lehren einräumen. Das schaffen wir, indem wir Bürokratie abbauen und die Digitalisierung an Schulen vorantreiben. Mit der Förderung von Teams, die aus Schulsozialarbeit, Schulpsychologie und Förderkräften zusammengesetzt sind, unterstützen wir Schulen mit besonderen Herausforderungen.
Um das Bildungsangebot zu vervielfältigen, die Unterrichtsqualität zu sichern und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu stärken, werden wir das Angebot an Ganztagsschulen ab dem Grundschulniveau weiter ausbauen. Dafür braucht es auch mehr Fachkräfte. In Rheinland-Pfalz begegnen wir dem Fachkräftemangel bereits gut. Jährlich werden hier mehr als 1.000 neue Lehrkräfte eingestellt. Trotzdem gilt es, den Lehrerberuf wieder attraktiver zu gestalten. Ausbildungskapazitäten müssen ausgebaut, der Wechsel zwischen Schulformen erleichtert werden. Zudem setzt sich die SPD Rheinland-Pfalz dafür ein, die Besoldung von Grundschullehrerinnen und -lehrern auf A13 zu erhöhen - denn der Lehrerberuf ist gleichwertig, egal an welcher Schulform ein Lehrer tätig ist.
Deshalb sind Sie in die Partei eingetreten, für die Sie als Kandidat antreten:
Ich bin in die SPD eingetreten, weil sie für soziale Gerechtigkeit und echte Chancengleichheit steht. In Rheinland-Pfalz zeigt sich das ganz konkret: keine Studien- und KiTa-Gebühren, weil Bildung nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen darf. Gleichzeitig setzt sich die SPD seit jeher für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, sichere Arbeitsplätze und faire Bedingungen ein - Themen, die mir auch persönlich wichtig sind. Diese Politik nah an den Menschen und mit konkreten Verbesserungen im Alltag hat mich überzeugt, mich zu engagieren.
Worüber können Sie lachen?
Ich bin ein sehr humorvoller Mensch. Daher ist meine Devise immer: Lache und die Welt lacht mit dir!
Was löst bei Ihnen Frust aus oder macht Sie sogar wütend?
Wenn Menschen ungerecht behandelt werden.
Welche Schlagzeile würden Sie gerne mal lesen?
Es gibt keinen Krieg mehr auf der Welt
Was betrachten Sie als Ihre größte Fehleinschätzung bezogen auf Ihre eigene politische Arbeit und/oder Partei?
Eine der größten Fehleinschätzungen war immer die Annahme, dass gute politische Entscheidungen sich von selbst erklären und automatisch auf Akzeptanz stoßen. Auch wir in der SPD mussten lernen, dass es nicht reicht, sachlich richtige Lösungen zu erarbeiten - man muss sie noch besser erklären, früher einbinden und transparenter machen, warum Entscheidungen getroffen werden.
Gerade bei Veränderungen oder Reformen hätten wir an der einen oder anderen Stelle stärker den Dialog suchen und Sorgen früher aufnehmen müssen. Daraus ziehe ich die Lehre, politische Prozesse noch verständlicher zu machen und Bürgerinnen und Bürger konsequenter zu beteiligen. Gute Politik entsteht nicht nur durch richtige Inhalte, sondern auch durch Vertrauen und nachvollziehbare Kommunikation.
Deshalb sollten die Wähler mir ihre Stimme geben:
Ich habe mein ganzes Leben im Landkreis Altenkirchen gelebt. Ich komme von hier, ich bin hier verwurzelt und ich möchte unsere Heimat bestmöglich in Mainz vertreten. Ich komme nicht aus der politischen Theorie, sondern direkt aus der Berufswelt. Als Gebietsvertriebsleiter stehe ich mit beiden Beinen fest im Leben und weiß, welche Herausforderungen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie unsere Unternehmen im Alltag haben. Genau diese Perspektive möchte ich in den Landtag einbringen.
Ich bin kein Fall von "Kreißsaal, Hörsaal, Plenarsaal", sondern jemand mit Lebenserfahrung, Praxisnähe und einem klaren Blick für das, was die Menschen in unserer Region wirklich bewegt.
________________________
Kurzer Steckbrief
Wohnort: Hamm (Sieg)
Geburtsdatum: 20. Dezember 1998
Familienstand: ledig
Beruflicher Lebenslauf/Ausbildung: Industrielaufmann; seit 4,5 Jahren arbeite ich als Gebietsvertriebsleiter bei ALHO
Politischer Werdegang: seit 2014 in der SPD; seit 2019 im Ortsgemeinderat; seit 2024 im Verbandsgemeinderat; seit 2026 im SPD-Landesvorstand; derzeit: stellvertretender SPD-Kreisvorsitzender, zuvor Geschäftsführer des SPD-Kreisverband sowie Pressesprecher und Mitgliederbeauftragter; 2016 bis 2023: Juso-Kreisvorsitzender
Gesellschaftliches Engagement und Vereinsaktivitäten:
Hobbys:
Drei Lieblingsorte im Wahlkreis: Raiffeisenmuseum in Hamm Hängebrücke Helmeroth Raiffeisenturm auf dem Beulskopf in Heupelzen
Vorbilder: Malu Dreyer
Kontaktdaten zur Veröffentlichung: Facebook: Philip Schimkat; Instagram: Philip.Schimkat.SPD; LinkedIn: Philip Schimkat; E-Mail: teamschimkat@spd-ak.de
Eine kurze Übersicht aller Direktkandidierenden für den Kreis Altenkirchen finden Sie hier. (Red)
Mehr dazu:
Landtagswahl 2026
Politik & Wahlen
SPD
Feedback: Hinweise an die Redaktion






