Mit Schulpatenschaft gegen Fachkräftemangel
Von Mariam Nasiripour
Mit einer Unterschrift haben die Ernst-Barlach-Realschule plus in Höhr-Grenzhausen und das Unternehmen Georg & Schneider GmbH & Co. KG in Boden ihre Zusammenarbeit besiegelt.
Höhr-Grenzhausen. „Jetzt gibt es kein Zurück mehr“, scherzte Richard Hover, IHK-Regionalgeschäftsführer, nach der Unterzeichnung der Schulpatenschaft zwischen der Bildungsstätte und dem Unternehmen. Die Schulpatenschaft soll die Berufsorientierung für die Schülerinnen und Schüler griffiger machen.
Die Schulpatenschaftsinitiative der IHK Koblenz habe vor rund 15 Jahren im Kreis Altenkirchen begonnen. Mittlerweile gebe es 100 Patenschaften zwischen Betrieben, Unternehmen und Schulen. Darunter auch einige, die weniger erfolgreich verlaufen würden, so Hover. Aber die meisten Patenschaften seien sehr erfolgreich. In Bezug auf das Unternehmen Georg & Schneider sagte Hover, dass Keramik und Ton einen besonderen Platz in seinem Herzen einnehmen.
Der kaufmännische Leiter von Georg & Schneider, Thiemo Runge, erklärte, dass die Firma die Schulpatenschaft aktiv mitgestalten möchte und großes Interesse an deren Erfolg habe. Im Rahmen der Schulpatenschaft möchte das Unternehmen Betriebsbesichtigungen anbieten und den Unterricht in den Fächern Erdkunde, Physik, Chemie sowie Kunst aktiv mitgestalten. Es gebe sogar eine Mitarbeiterin, die töpfern könne. Hinzu kämen Bewerbertraining, ein Tag der Berufe und Praktika. Diese Ankündigung begeisterte den IHK-Regionalgeschäftsführer. „Was ich anfassen kann, verstehe ich auch“, erläuterte er die Lernkompetenz der Schülerinnen und Schüler. Das Angebot des Unternehmens sei praxisbezogen und motiviere die jungen Menschen. Weiter führte er aus, dass ein Praktikum auch dazu diene, auszuloten, wo die Stärken und die Schwächen seien. So lernen die jungen Menschen, was sie mögen und was sie nicht mögen. „Diese Botschaft müssen wir stärker rüberbringen“, bekräftigte Hover.
Es gebe 500 Berufsbilder und das erschwere die Suche nach dem passenden Beruf, obwohl der Jugend digitale Werkzeuge für die Suche nach der passenden Ausbildung oder dem passenden Beruf zur Verfügung stünden. Da sei ein Blick in einen Betrieb oder in ein Unternehmen sehr viel hilfreicher. Andreas Burg, Konrektor der Ernst-Barlach-Realschule plus, berichtete von den Schwierigkeiten der Lehrkräfte, die Schülerinnen und Schüler zum Lernen zu motivieren. Das würde anders aussehen, wenn sie ein Ziel vor Augen hätten. Hier würde die Schule auch unterstützend mitwirken.
Der erste Kontakt zwischen Schule und Unternehmen sei auf der Ausbildungsmesse der Bildungsstätte zustande gekommen, erklärte Runge. Aber das Unternehmen spreche auch aktiv Schulen an und arbeite auch schon mit einigen Schulen zusammen, fügte er hinzu. Die Schulpatenschaft mit der Bildungsstätte aus Höhr-Grenzhausen sei bisher die einzige bindende Patenschaft des Unternehmens. Ihre Azubis habe die Firma bislang auf Ausbildungsmessen und verschiedenen Stellenportalen gesucht. Doch Betriebsbesichtigungen und Praktika seien bei der Suche nach Fachkräften immer noch effektiver. Hier ergänzte Konrektor Burg, dass der persönliche Bezug zum Betrieb oder Unternehmen besonders wichtig sei. Man habe dann ein Gesicht, das man dem Betrieb zuordnen könne.
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