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Nachricht vom 22.02.2026    

Altenkirchener Frauen-Tennisturnier: Noma Noha Akugue holt überraschend Titel

Der Geschichte des Altenkirchener Frauen-Tennisturniers ist ein weiteres Kapitel hinzugefügt worden: Bei der 13. Auflage triumphierte ein wenig überraschend die Hamburgerin Noma Noha Akugue, die im Finale die leicht angeschlagene Julia Avdeeva vor ausverkauftem Haus in zwei Sätzen mit 6:2, 6:1 bezwang.

Razvan Mihai überreichte Noma Noha Akugue den Siegerpokal. (Foto: vh)

Altenkirchen. Mal etwas Neues im Burg-Wächter-Matchpoint auf der Altenkirchener Glockenspitze: Nicht die leicht favorisierte Julia Avdeeva (Russland) gewann das Endspiel des W-75-Tennisturniers „Rewe Petz Ladies Open“, sondern Noma Noha Akugue (Hamburg), die im Finale nach 64 Minuten vor vollbesetzter Tribüne mit 6:2, 6:1 über die Titelverteidigerin die Oberhand behielt und deren Siegesserie nach 14 Erfolgen hintereinander beendete. Die 22-Jährige durfte sich nach der mit 60.000 US-Dollar dotierten Konkurrenz über ein Preisgeld in Höhe von 9142 US-Dollar und über 75 Weltranglistenpunkte freuen. Ihre Widersacherin, die 23 Jahre alte und 1,85 Meter große Modellathletin, die seit fünf Jahren in Deutschland und mittlerweile in Frankfurt (Main) lebt, hatte mit Problemen im rechten Arm zu kämpfen, die in der Mitte des zweiten Satzes eine medizinische Auszeit bedingten, so dass Physiotherapeutin Sabine Stede sich des Sachverhalts annahm, offenbar jedoch Avdeeva nicht von den Schmerzen inklusive der Einschränkungen befreien konnte. Immer wieder schüttelte die Gewinnerin der Jahre 2024 und 2025 den Arm aus und bewegte die Finger der rechten Hand extrem während den Pausen des Seitenwechsels. Der finanzielle Zuwachs für Avdeeva betrug 4886 US-Dollar, für die Weltrangliste kamen 49 Zähler hinzu. Hatte sie sich bis zum Finale auf ihr bärenstarkes Service mit bis dahin 42 Assen in vier Matches verlassen können, kam am frühen Sonntagnachmittag (22. Februar) lediglich noch eins hinzu. Mit dem Status, die Zweitbeste im Westerwald gewesen zu sein, ergänzte Avdeeva ihren doch guten Start ins Jahr 2026. Sie hatte vor den „Open“ in der Kreisstadt, die von der Sport- und Tennisschule Lob (Wissen) veranstaltet wurden, bereits das W-75er im französischen Andrézieux-Bouthéon mit dem 6:3, 7:5 über die Ukrainerin Veronika Podrez für sich entschieden und Ende Januar das W-75-Endspiel in Leszno (Polen) erreicht, in dem Avdeeva gegen die Slowakin Mia Pohankova mit 3:6, 2:6 den Kürzeren gezogen hatte. Noha Akugue schaffte es somit als dritte Deutsche, sich nach Carina Witthöft (2015) und Eva Lys (2020) in die Gewinnerliste einzutragen. Zuvor hatte sie Turniere in Kairo (W 15/2022), in Pferov (Tschechien/W 75/2024) und Oldenzaal (Niederlande/W 50/2025) gewonnen.

Mental gut eingestellt
„Ich hatte mich mental sehr gut auf das Endspiel eingestellt, ich wollte es heute genießen und Spaß haben“, berichtete Noha Akugue nach der Siegerehrung, „und habe versucht, mein bestes Tennis zu spielen. Julia ist eine sehr gute Spielerin, vor der alle wegen ihres guten Aufschlags Angst haben, Ich wünsche ihr gute Besserung.“ Es sei „mega schön hier in Altenkirchen, das ist ein mega schönes Turnier“, richtete sie ein dickes Lob an Turnierdirektor Razvan Mihai und sein Team. Sie nehme viel Positives mit und versuche nun weiter viele Punkte mit Blickrichtung French Open in Paris zu sammeln. Torben Beltz, seit gut einem Jahr Chef-Bundestrainer der Frauen im Deutschen Tennis Bund (DTB) und nunmehr in Personalunion auch Teamkapitän der Billie-Jean-King-Cup-Mannschaft (Nationalteam) sowie Betreuer von Noha Akugue, hatte für das Match keine besondere Taktik ausgegeben. „Wir hatten ein bisschen am Aufschlag verändert, mehr nicht“, berichtete er und musste feststellen, dass Noha Akugues Service die Gegnerin doch teils in arge Bedrängnis brachte, was sich auch in fünf Assen manifestierte. Nicht zum Thema machen wollte Avdeeva ihre Blessur. „Ich möchte nicht darüber sprechen, nicht über schlechte Dinge sprechen“, erklärte sie und bezeichnete die Turnierwoche als „gut. Ich bin froh, dass ich im Finale war. Ich fühle mich hier wie zuhause“. Deswegen behalte sie das Publikum auch immer im Herzen. Mihai seinerseits war glücklich über den Verlauf des Turniers. Es habe keine Kritik gegeben, eine Spielerin habe sogar gefragt, „ob nicht zwei Turniere in einem Jahr in Altenkirchen organisiert werden können. Vier Awards, die unser Turnier in 13 Jahren erhalten hat, sind kein Zufall“. Umgehend fügte er an, dass der Vertrag mit dem Titelsponsor verlängert worden sei. Die Geldgeber seien die Garanten des Erfolges, acht von ihnen schon von Anbeginn an dabei. „Macht weiter, es lohnt sich“, rief Mihai den Förderern zu. Seinen Angaben zufolge hätten insgesamt rund 1500 Zuschauer die teils hochklassigen Begegnungen gesehen. Von offizieller Seite gab es nix zu bemängeln. „Alles top“, fasste Oberschiedsrichter Dr. Nico Naewe (Köln) zusammen, der bereits zum dritten Mal nach 2023 und 2025 als „Supervisor“ fungierte.



Atmosphäre motivierend und spannend
„So ein Turnier Anfang des Jahres im Herzen Europas mitten in Deutschland zu haben, ist fantastisch“, merkte Andrew Moss, Leiter Strategie und Entwicklung der World Tour des Tennis-Weltverbandes ITF an. Sein Kollege, George Donnelly, der bei der ITF die Geschäfte der Welttour verantwortet, unterstrich: „Das Turnier W 75 Altenkirchen wurde in das Turnieranerkennungsprogramm aufgenommen und als eine unsere führenden Veranstaltungen in bezug auf die Turnierstandards anerkannt.“ Für den Präsidenten des DTB, Dietloff von Arnim, sind die „Rewe Petz Ladies Open ein absolutes Highlight im Turnierkalender und in der Region sowie eines der größten ITF-Damenturniere in Deutschland“. Als Präsident des Tennis-Verbandes Rheinland-Pfalz betonte Ulrich Klaus: „Die Rewe Petz Ladies Open sind für uns ein Aushängeschild. Sie bestechen durch die familiäre und wirklich wohlige Turnieratmosphäre, aber auch gleichzeitig durch dieses herausragende Niveau.“ Beltz begrüßte die „super Möglichkeit für unsere Nachwuchsspielerinnen, direkt vor Ort auf einem so hoch dotierten ITF-Turnier auf Weltranglistenpunkte zu gehen und hier Erfahrungen zu sammeln. Die Atmosphäre ist immer motivierend und spannend“.

Sportliches Aushängeschild
Auch die lokale Politik ist Feuer und Flamme für das Event. „Die Rewe Petz Ladies Open sind das sportliche Aushängeschild für Altenkirchen. Während des Turniers präsentieren wir uns als sportliche und dynamische Stadt, deren Sportpark auf der Glockenspitze inklusive des neuen Hallenbades mit Sport- und Bewegungsbad einzigartig ist“, meinte Stadtbürgermeister Ralf Lindenpütz. Und Fred Jüngerich, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld, stellte fest: „Die Ladies Open sind ein Magnet für Besucher aus der ganzen Region und werden kein zweites Mal in der Nähe geboten.“ Der Landrat des Kreises Altenkirchen, Dr. Peter Enders, hob hervor: „Wir tun gut daran, als Region unsere Stärken zu zeigen. Große Sportevents müssen nicht zwangsläufig in den Metropolen zuhause sein, sondern der ländliche Raum kann auch hier punkten.“

Einseitiges Doppel-Finale
Die in der Doppel-Setzliste ganz oben Geführten waren auch auf dem Court die Nummer eins. Justina Mikulskyte (Litauen) und Martyna Kubka (Polen) entschieden das Endspiel gegen das deutsche Duo Nastasja Schunk und Tessa Brockmann mit 6:1, 6:2 für sich. „Wir wollten das Spiel natürlich knapper gestalten, sind aber trotzdem mit unserer Leistung zufrieden“, sagte Brockmann bei der Siegerehrung. Zum ersten Mal bildeten sie und die gebürtige Mainzerin Schunk bei einem Turnier ein Team. „Es hat Spaß gemacht“, resümierte Brockmann. Schunk ist in Altenkirchen im Gegensatz zu Brockmann ein bekanntes Gesicht. Seit dem Jahr 2020 ist die ehemalige Wimbledon-Finalistin der Juniorinnen-Konkurrenz immer dabei auf der Glockenspitze. „Altenkirchen hat in jedem Jahr einen festen Platz im Kalender“, verdeutlichte die 22-Jährige, dass sie sich beim Turnier im Westerwald pudelwohl fühlt. Im insgesamt einseitigen Endspiel machte die litauisch/polnische Kombination – auch sie war erstmals als Doppel Seite an Seite unterwegs – die meisten der Schlüsselpunkte. Vielleicht fehlte es der jungen deutschen Paarung in den wichtigen Momenten auch noch etwas an der Erfahrung. Zwei Breaks von Mikulskyte und Kubka führten im ersten Durchgang zum deutlichen 6:1. Im zweiten Satz hatten die von Beltz betreuten DTB-Talente ihre Chancen, nutzten sie aber nicht – so beim Breakball zum möglichen 2:0 und beim Spielverlust zum 2:4-Rückstand nach 40:0-Führung. (vh)


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