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Pressemitteilung vom 02.03.2026    

Weltfrauentag 2026: Alarmierende Zunahme von Hilfesuchenden bei SOLWODI

Am Weltfrauentag richtet SOLWODI den Blick auf Frauen, die unter Gewalt und Diskriminierung leiden. Die Zahlen des Jahres 2025 zeigen einen deutlichen Anstieg der Hilfesuchenden.

Foto: SOLWODI Deutschland

Koblenz. Am 8. März wird weltweit der Weltfrauentag begangen, ein Tag, der für die Rechte und Selbstbestimmung von Frauen steht. Für SOLWODI ist dieser Tag Anlass, auf die erschreckende Realität vieler Frauen hinzuweisen, die unter Gewalt, Ausbeutung und Diskriminierung leiden. Im Jahr 2025 wandten sich insgesamt 2.969 Frauen aus 116 Ländern erstmals an die Organisation, was einem Anstieg von rund 14,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Joanna Ostrowicki von SOLWODI erklärt: "Viele unserer Klientinnen haben nur einen einzigen 'Fehler' - sie sind als Frauen geboren. In vielen Ländern reicht das, um Gewalt, Beschneidung, Zwangsverheiratung oder Ausbeutung zu erfahren." Besonders alarmierend ist die Zahl der Fälle, in denen Frauen im Kontext von Menschenhandel beraten wurden oder ein solcher Verdacht bestand - insgesamt 331 im Jahr 2025. Zudem waren 84 Frauen und Mädchen von Morddrohungen im Namen der sogenannten "Ehre" betroffen, und in 218 Fällen wurde eine Zwangsverheiratung angedroht oder bereits vollzogen.

Die Herausforderungen, mit denen diese Frauen konfrontiert sind, werden durch unsichere Aufenthaltsstatus, fehlende soziale Netzwerke und sprachliche Barrieren zusätzlich verschärft. Täter nutzen gezielt die Abhängigkeiten und wirtschaftlichen Notlagen ihrer Opfer aus. Besonders komplex gestaltet sich die Situation bei Ehrgewalt und Zwangsverheiratung, da die betroffenen Frauen häufig gegen ihr engstes soziales Umfeld vorgehen müssen.



Joanna Ostrowicki betont: "Oft sehen wir nur die Oberfläche: eine junge Frau, eine Migrantin, die 'nicht integriert wirkt'. Wir sehen nicht, welchen Weg sie hinter sich hat. Unsere Arbeit beginnt damit, ihre Geschichte ernst zu nehmen." Viele der Frauen leiden infolge der Gewalterfahrungen unter schweren psychischen Belastungen bis hin zu Traumafolgestörungen. Die Bereitstellung von ausreichend Schutzplätzen bleibt eine große Herausforderung.

Der Weltfrauentag erinnert daran, dass Gleichberechtigung mehr bedeutet als symbolische Gesten. Sie erfordert konsequenten Schutz vor Gewalt und verlässliche Unterstützungsstrukturen. SOLWODI wird sich auch weiterhin mit Nachdruck für Frauen mit Migrations- und Fluchtkontext einsetzen und ihnen auf dem Weg in ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben zur Seite stehen. PM/Red


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