Mammelzer Weiher, Kitas oder Hochwasserschutz: VG-Ausschuss stößt Projekte an
Planer und Baufirmen vor allem im Westerwald wird’s freuen: Die Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld geht in die Vollen, was neue Projekte angeht, die in den kommenden Monaten (und Jahren) umgesetzt werden sollen. Der Umwelt- und Bauausschuss des VG-Rates stellte mit durch die Bank einstimmigen Voten erste Weichen für die Realisierungen.
Altenkirchen. Umfangreich war sie allemal, die Tagesordnung, die der Umwelt- und Bauausschuss (UBA) des Verbandsgemeinderates Altenkirchen-Flammersfeld in seiner jüngsten Zusammenkunft am Dienstagabend (3. März) erledigte. Die Beschlüsse erfolgten einstimmig, mit denen zahlreiche Projekte angestoßen wurden. Eine Übersicht über den Vergabe-Marathon:
Pestalozzi-Grundschule Altenkirchen
Die Sporthalle muss dringend saniert werden. Eingeweiht im Jahr 1964, nagt der Zahn der Zeit an allen Ecken und Kanten. Die sanitären Einrichtungen sind defekt, die Trinkwasserhygiene ist nicht mehr gewährleistet, die Heizung marode. Elektrik und Lüftung entsprechen nicht mehr den heutigen Vorschriften. In den Umkleidekabinen fehlt jeweils ein WC. Eine behindertengerechte Toilette ist erst gar nicht an Ort und Stelle. Kaputte Prallschutzwände müssen ausgetauscht sowie an den Längswänden neu installiert werden. Die Hallendecke weist erhebliche Mängel auf (das Dach wurde bereits vor wenigen Jahren mit neuer Isolierung saniert). Um eine neue Heizung wird sich, vorbehaltlich abgeschlossener Prüfung, zu einem Angebotspreis in Höhe von 32.579 Euro die Firma Heizung & Baddesign Demmerling GmbH (Birken-Honigsessen) kümmern. Sie ist ebenfalls auserkoren, sich den Sanitärarbeiten anzunehmen, die mit 86.271 Euro (vorbehaltlich abgeschlossener Prüfung) zu Buche schlagen. Der Auftrag für die Trockenbauarbeiten ging für 26.597 Euro an die Firma AAS Rafuna Bau GmbH (Frechen), deren Angebotspreis ebenfalls noch gecheckt werden muss. Die Abbrucharbeiten im Innenbereich vor dem Umbau hatte sich für 59.106 Euro die Firma A+B GmbH (Bergisch Gladbach) gesichert.
Kindertagesstätte „Traumland“ Altenkirchen-Honneroth
Die geplante energetische Sanierung der Kindertagesstätte „Traumland“ wird aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)“ bis zu einem Betrag in Höhe von 1.241.415 Euro gefördert. Der Architektenvertrag für die Objektplanung wird mit dem Architektenbüro Heiko Schmidt Architekten (Altenkirchen) geschlossen. Die Grundleistungen umfassen die Planungen der Leistungsphasen 1 bis 9 der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI). Die Kostenschätzung für die Grundleistungen wurde mit 129.706 Euro brutto inklusive Nebenkosten angegeben. Der Ingenieurvertrag für die Planung der technischen Ausrüstung „Heizung und Lüftung“ wird mit Alhäuser + König Ingenieurbüro GmbH (Hachenburg) besiegelt. Die Kostenschätzung weist einen Betrag in Höhe von 77.511 Euro inklusive Nebenkosten auf.
Regenrückhaltebecken Altenkirchen
Bei ausufernden Regenfällen sind Altenkirchen und Nachbar-Ortsgemeinden sehr stark hochwassergefährdet. Verursacher sind in erster Linie der Quengelbach und der Driescheider Bach, die im Bereich der „Unterstadt“ von Altenkirchen nahe der Bebauung verlaufen und bei Überschwemmungen erhebliche Schäden verursachen können. Vor diesem Hintergrund hat das Ingenieurbüro Heinemann (Altenkirchen), basierend auf einer bereits vor einigen Jahren erstellten Planung, eine überarbeitete Konzeption für Hochwasserrückhaltebecken (HWRB) im Einzugsgebiet der Wied und des Quengelbachs erstellt. Als Ergebnis wurden elf potenzielle Standorte für HWRB ermittelt. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, drei bestehende zu vergrößern. Eines ist das Driescheider Becken, bei dem es machbar ist, das Stauvolumen von derzeit 120.000 auf 360.000 Kubikmeter zu erweitern. Vor Aufnahme der eigentlichen Planung zur Vergrößerung wurde eine Machbarkeitsprüfung vergeben, um die sich inklusive einer Vorbemessung das Ingenieurbüro Heinemann GmbH (Altenkirchen) für 23.216 Euro kümmert. Zudem soll das HWRB im Weyerdamm im Bereich des Quengelbachs ein größeres Retentionsvolumen (4160 auf 13.720 Kubikmeter) erhalten. Dies soll durch den Austausch und die Erhöhung der eingebauten Stahlträger erfolgen. Gleichzeitig sollen auch die Anhebung des vorhandenen Dammes und die Modellierung eines Notüberlaufs umgesetzt werden. Das Ingenieurbüro Heinemann wurde mit der Planung beauftragt. Die Maßnahme wird vom Land Rheinland-Pfalz mit bis zu 60 Prozent gefördert. Der Auftrag für die Erd- und Oberflächenarbeiten wurde zu einem Angebotspreis in Höhe von 137.750 Euro an die Firma Jungbluth & Feick Tiefbau GmbH (Großmaischeid) vergeben. Darüber hinaus kann das Fassungsvermögen des Leuzbacher Beckens von 12.000 auf 18.000 Kubikmeter ausgeweitet werden. Den Ingenieurleistungen nimmt sich wiederum das Ingenieurbüro Heinemann für 19.946 Euro an.
Kindertagesstätte „Kunterbunt“ Flammersfeld
Die geplante energetische Sanierung wird aus Mitteln des „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)“ bis zu einem Betrag in Höhe von 1.400.118 Euro gefördert. Der Architektenvertrag für die Objektplanung wird mit der Bietergemeinschaft MPLUS ARCHITEKTEN Zimmermann.Mogul koc GbR und Raumgebung Architektur Christian Pelz (beide Koblenz) geschlossen. Die Grundleistungen umfassen die Planungen der Leistungsphasen 1 bis 9 der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI). Die Kostenschätzung für die Grundleistungen beläuft sich auf 147.199 Euro inklusive Nebenkosten. Darüber hinaus wird der Ingenieurvertrag für die Planung der technischen Ausrüstung „Heizung und Sanitär“ mit dem Ingenieurbüro BECKER Ingenieure (Windeck) besiegelt. Die Grundleistungen inklusive Nebenkosten summieren sich auf 88.440 Euro.
Gewässerquerungen Ölsen
Unter dem Dach des Förderprogramms „Aktion BlauPlus“ sollen im Niederirser Bach (Gewässer Dritter Ordnung) zwei Durchlässe zurückgebaut werden, um die Durchgängigkeit des Bächleins zu verbessern. Der erste vor der Mündung soll entfernt, im Anschluss der Gewässerquerschnitt aufgeweitet werden. Für die Überfahrbarkeit soll eine Plattenbrücke eingesetzt werden. Der zweite Durchlass soll ebenfalls entfallen, eine sohlgleiche Furt an dessen Stelle treten. Dabei müssen das Gelände und der Weg angeglichen werden. Die Maßnahmen werden mit bis zu 90 Prozent aus Mainz gefördert. Vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität wurde eine Förderung nach Anfrage in Aussicht gestellt. Ein Antrag für einen Bewilligungsbescheid liegt in der Landeshauptstadt vor. Die Planung erstellte das Ingenieurbüro igeo GmbH (Flammersfeld). Der Auftrag für die Landschafts- und Gewässerbauarbeiten wurde, vorbehaltlich der Bewilligung durch den Fördermittelgeber und der abgeschlossenen Prüfung, zu einem Angebotspreis in Höhe von 40.692 Euro der Firma Börgerding Landschaftsbau GmbH (Altenkirchen) erteilt.
Nutzung Weiher Mammelzen
Per Beschluss legte der Rat der Ortsgemeinde Mammelzen fest, den kleinen See in seiner bisherigen Form aufzugeben, die zukünftige Nutzung des Geländes neu zu überdenken, den Sörther Bach zu renaturieren und das Areal der Verbandsgemeinde für die Hochwasser- und Starkregenvorsorge zur Verfügung zu stellen. Vor diesem Hintergrund beschloss der UBA: „Die Verbandsgemeinde bekundet grundsätzlich ihr Interesse an der Nutzung der Grundstücksflächen des ehemaligen Mammelzer Weihers der Ortsgemeinde Mammelzen im Sinne der Hochwasser- und Starkregenvorsorge. Die Verwaltung wird beauftragt, für einen Kauf des Weihergeländes mit der Ortsgemeinde Mammelzen Verhandlungen zu führen. Mit der Planung wurde das Ingenieurbüro igeo GmbH (Flammersfeld) zu einem Gesamthonorar in Höhe von 54.428 Euro betraut.
Kindertagesstätte Krunkel-Epgert
Der Auftrag für die Lieferung und Einbau einer neuen Küche wurde der Firma ALGO (Bad Honnef) zu einem Gesamtpreis in Höhe von 70.924 Euro erteilt. (vh)
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