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Nachricht vom 04.03.2026    

Noch Heimat oder schon Heimat? Diese Frage stellt die Schriftstellervereinigung PEN

Von Klaus Köhnen

In einer Reihe von Veranstaltungen, die in Ludwigshafen begann, sucht "PEN" Antworten auf die Fragen nach Heimat, Gefühlen und anderem. Die 19 Veranstaltungen sind laut Veranstalter hochkarätig besetzt. So waren in Wissen Yannic Han Biao Federer, Prof. Dr. Andreas Rödder und als Moderatorin Sabrina Hoffmann präsent.

Die Diskutanten (v. li.)Prof. Dr. Andreas Rödder, Moderatorin Sabrina Hoffmann und Yannic Han Biao Federer (Bild: kkö)

Wissen. Am Dienstag (3. März) war die Veranstaltungsreihe zu Gast im Wissener Kulturwerk. Mit "Ist das noch oder schon mein Land?" tourt die Schriftstellervereinigung PEN Berlin durch Rheinland-Pfalz. Wechselnde Gäste diskutieren miteinander und mit dem Publikum den Begriff der Heimat. Unter dem Begriff Heimat, den es nur in der deutschen Sprache gibt, können sich viele Menschen immer noch - oder wieder? - etwas vorstellen. Was aber ist Heimat?

Prof. Dr. Andreas Rödder, der in Wissen geboren wurde, beschrieb seine Sicht auf den Begriff "Heimat" mit dem Hinweis darauf, dass es diesen nur im Deutschen gebe und er sich kaum übersetzen ließe. Manchmal wünsche er "anderen" Ländern, sie hätten einen ähnlichen Begriff. Er gehe mit diesem Begriff eher unaufgeregt und offen um. Leider, so Rödder weiter, sei dieses Wort oder eher das Gefühl politisch sehr aufgeladen und werde oft "missbraucht".

Yannic Han Biao Federer, ein Schriftsteller mit chinesisch-indonesisch-deutschen Wurzeln, beschrieb den Begriff zunächst als Haus, dass er auch als "Heim" bezeichnete. Für ihn, der in der Jugend oft mit der Frage "Woher bist du?" konfrontiert wurde, ist der Umgang mit dem Wort "Heimat" etwas komplexer. Er sehe seine Heimat im Südbadischen, wo er zwischen den Dörfern gependelt sei, um Freunde zu besuchen.



Publikum brachte sich ein
Durch die Diskussionsbeiträge aus dem Publikum, rund 50 Besucher waren erschienen, wurde die Diskussion dann, wie die Diskutanten und die Moderatorin feststellten, wieder in die politische "Schiene" verschoben. Rödder plädierte für die politische Auseinandersetzung aller Parteien ohne eine sogenannte Brandmauer. Man solle eher, so führte er aus, von "roten Linien" sprechen. Es sei müßig, über Bereiche zu diskutieren, die bereits aufgrund des Verfassungsrechtes unstreitig sein müssten, so Rödder. Beispielhaft nannte er hier die Staatsbürgerschaft, die sich nicht in "Klassen" einteilen lasse.

Die Beiträge aus dem Publikum zeigten auf, dass es viele "Baustellen" und zahlreiche Interpretationen für den Begriff "Heimat" geben kann. Wichtig aber, so die Diskutanten auf der Bühne, sei es, dass sich jeder auch mit der Sichtweise des anderen auseinandersetzen müsse. Die "Heimat" bedeutet für jeden und jede etwas anderes. Dies zu akzeptieren sei die Voraussetzung, um friedlich miteinander zu diskutieren, so die Teilnehmer auf der Bühne.


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