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Nachricht vom 10.03.2026    

Brand- und Katastrophenschutz im Kreis Altenkirchen: Es gibt viel zu tun

Über viele Jahre hinweg haben Zivil- sowie Brand- und Katastrophenschutz eher ein Schattendasein gefristet. Kaum auf der Agenda verantwortlicher Stellen, dümpelten sie vor sich hin. Erst die massive Flut im Ahrtal (Juli 2021) und der Krieg in der Ukraine (seit Februar 2022) mach(t)en deutlich: Auf beide Bereiche muss ein viel größeres Augenmerk gelegt werden.

Die Flut im Ahrtal sorgte dafür, dass der Katastrophenschutz auch im AK-Land wieder mehr in den Blickpunkt rückte. (Foto: Archiv AK-Kurier)

Altenkirchen. „Es gibt viel zu tun, wir haben es angepackt“: Das sagt sich Björn Jestrimsky, der erste hauptamtliche Brand- und Katastrophenschutzinspekteur (BKI) des Kreises Altenkirchen, der diese Funktion seit 1. Juni des vergangenen Jahres inne hat. Und dass es in seinem Aufgabengebiet an vielen Ecken und Enden noch mangelt, erfuhren die Mitglieder des Kreisausschusses des Altenkirchener Kreistages in der Zusammenkunft am frühen Montagnachmittag (9. März). Der wenig erfreuliche Ist-Zustand ist indes nicht ein Alleinstellungsmerkmal im AK-Land. Quer durch die Republik wurden wahrscheinlich in den zurückliegenden Jahrzehnten Zivil- sowie Brand- und Katastrophenschutz auf kleiner Flamme gekocht. Kriegerische Auseinandersetzungen auf europäischem Boden und ein Entgleiten der Natur aus den angestammten Bahnen infolge von ungeheuren Wettereignissen auch als Folge des Klimawandels schienen nur schlechte Träume zu sein. Die Flutwelle im Ahrtal (Juli 2021) und der Krieg vor der deutschen Haustür in der Ukraine (seit Februar 2022) gaben den Mahnenden recht. Beide Ereignisse sorgten dafür, dass der Schutz der Bevölkerung verstärkt diskutiert wurde, Überlegungen starteten, wie er verbessert werden könnte. Eine der ersten Maßnahmen zwischen Willroth und Niederschelderhütte war die Erneuerung und Ergänzung des Sirenenwarnsystems, dessen alarmierende Bedeutung über viele Jahre hinweg immer mehr abgenommen hatte und dessen Einheiten teilweise sogar schon zurückgebaut worden waren. Darüber hinaus greifen in vielen Verbandsgemeinden bereits speziell auf deren Regionen zugeschnittene Hochwasser- und Sturzflutenvorsorgekonzepte, mit denen analysiert wurde, wie an neuralgischen Stellen - teils mit sogar nur wenig Aufwand - verhindert werden kann, dass sich Wassermassen stauen und Wohngebäude infolge ausufernden Regens in kurzer Zeit und schnellem Abfluss überfluten. Die Zahl der Schutzräume für die Bevölkerung bewegt sich darüber hinaus auf erschütternd niedrigem Niveau ...

„Kontinuierlicher Prozess“
Grundsätzlich ist es Sache des Kreises, sich des Katastrophenschutzes anzunehmen, wie Jestrimsky erläuterte. „Wir haben viele Aufgaben vor der Brust“, sagte er, nachdem er Teilergebnisse der Bestandsaufnahme dem Gremium dargestellt hatte. Unter anderem hatte er angeführt, dass eine Risikoanalyse und Schutzzieldefinition nicht vorhanden seien, eine fehlende oder unzureichende Alarm- und Einsatzplanung bemängelt oder eine nicht vorhandene Stabsorganisation kritisiert. Zudem rügte er, dass keine Übungen durchgeführt würden, dass auch die Versorgungsplanung der Bevölkerung im Argen liege und dass die Personalstruktur unzureichend sei. Ein erster und wichtiger Schritt aber sei inzwischen vollzogen. „Der Auftrag für die Bedarfs- und Entwicklungsplanung ist vergeben“, fügte er an, „wenn wir die Risiken kennen, können wir die ersten Maßnahmen einleiten.“ Einen Zeitraum für die Realisierung des gesamten Pakets nannte Jestrimsky nicht, denn „es handelt sich um einen kontinuierlichen Prozess“. Auch in puncto Finanzierung machte er keine konkreten Angaben. So könnten die Ausgaben für die Lagerung benötigter Ausrüstungsgegenstände extrem unterschiedlich ausfallen, wenn ein neues Gebäude errichtet werden müsste oder auf eine Bestandsimmobilie zurückgegriffen werden könnte.




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„Sehr, sehr gute Wehrleitungen“
Unterhalb der Kreisebene spielen auch die Kommunen eine Rolle im Katastrophenschutz. „Die Verbandsgemeinden sind ein Teil davon“, erläuterte Jestrimsky und spielte in erster Linie auf die Feuerwehren an. Sie seien alle in einem guten Zustand und verfügten über „sehr, sehr gute Wehrleitungen“. Zu den „verlässlichen Partnern“ zählte er aber unter anderem auch die Mannschaften des DRK sowie des Technischen Hilfswerks (THW) und lobte das bestens gelebte Ehrenamt „hier auf dem Land. Das ist was wert“. Für Jestrimsky kommen diese Szenarien infrage, die den Katastrophenschutz auf den Plan rufen würden: großflächiger und anhaltender Stromausfall, Vegetationsbrand, Starkregenereignis mit Sturm und Hochwasser (in erster Linie an der Sieg), Massenanfall von Verletzten, der Schutz vor chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Gefahren (gemeint sind vorrangig Risiken, die von Gefahrgutunfällen ausgehen sowie von Massenvernichtungswaffen). Bei „kleineren“ Stromausfällen werden bisweilen schon örtliche Feuerwehren tätig. Sie beziehen mit ihren Fahrzeugen festgelegte Anlaufstellen in ihren Ausrückebereichen, um vor allem die Kommunikation in Notfällen zu gewährleisten. (vh)


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