Pressemitteilung vom 11.03.2026 
Meteoritenfunde in Koblenz: Ein Sammler auf der Jagd nach dem All
Stephan Decker, ein leidenschaftlicher Meteoriten-Sammler aus Rheinland-Pfalz, erlebte kürzlich einen aufregenden Moment, als ein Meteorit in das Dach eines Hauses in Koblenz einschlug. Diese außergewöhnliche Begegnung mit einem Himmelskörper weckte erneut seine Begeisterung für die faszinierenden Gesteine aus dem All.
Koblenz/Oberwesel. Stephan Decker hat schon als Kind Steine gesammelt. Heute widmet er sich jedoch einer besonderen Art von Steinen - Meteoriten. In seinem Museum im rheinland-pfälzischen Oberwesel präsentiert er eine beeindruckende Sammlung dieser außerirdischen Objekte. "Man sagt ja immer, Männer seien Jäger und Sammler - da ist wohl etwas im Blut geblieben", erklärt er umgeben von seinen Exponaten.
Vor kurzem sorgte ein Meteoriteneinschlag in Koblenz für Aufsehen. Der Himmelskörper durchschlug das Dach eines Wohnhauses und hinterließ ein fußballgroßes Loch, wie das Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz berichtete. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Ob Decker diesen Meteoriten in Zukunft ausstellen kann, bleibt abzuwarten.
Auf der Jagd nach einem Stück Weltraum
In der Sammlerszene sind Meteoriten besonders dann begehrt, wenn sie spektakulär eingeschlagen sind, zum Beispiel in ein Gebäude. Das Ereignis in Koblenz führte zu regem Austausch unter Sammlern, auch in sozialen Medien wie Facebook. Thierry Monter aus Thionville war einer der ersten vor Ort. Auch Decker machte sich schnell auf den Weg und konnte die zersplitterten Himmelskörper begutachten. Insgesamt wurden elf Fragmente mit Gewichten von 6 bis 161 Gramm entdeckt, wobei der größte Stein die Größe eines Tennisballs hatte.
Decker beschreibt das Fragment, das er sah, als "schwarzglasig, glänzend" und ergänzt: "Frischer geht es kaum." Die Schmelzkruste entsteht durch die Reibungshitze beim Eintritt in die Erdatmosphäre. Möglicherweise handelt es sich um einen Diogenit, einen Steinmeteoriten vom Asteroiden Vesta, was jedoch erst wissenschaftlich bestätigt werden muss.
Eine Sommernacht, die alles änderte
Deckers Leidenschaft für Meteoriten begann im August 1998 während des jährlichen Perseidenstroms. "Wir saßen auf der Terrasse, tranken Wein und zählten 70 Sternschnuppen", erinnert er sich. Diese Erfahrung weckte den Wunsch, selbst einen Meteoriten zu besitzen. Er begann zu sammeln, tauschte und verkaufte Objekte, bis er schließlich sein eigenes Museum eröffnete. Seit 2011 zeigt er dort eine wachsende Kollektion - von winzigen silberglänzenden Steinen bis hin zu großen kohlschwarzen Brocken.
Spuren aus der Vergangenheit
Meteoriten stammen meist aus dem Asteroidengürtel und sind Überbleibsel der Entstehung unseres Sonnensystems. "In ihnen stecken Spuren aus der Vergangenheit", so Decker. Ihre chemische Analyse kann wertvolle Informationen über ihre Herkunft liefern. Detlef Koschny von der Technischen Universität München teilt diese Faszination: "Wenn ich einen Meteorit in der Hand habe, dann habe ich ein Stück der Geschichte der Entstehung des Sonnensystems in der Hand - das ist total cool."
Wer einen Meteoriten findet, sollte ihn nicht mit bloßen Händen anfassen. "Am besten legt man ihn in Aluminiumfolie und anschließend in eine Tüte", rät Decker. So bleiben die Steine frei von äußeren Einflüssen. In Rheinland-Pfalz gehört ein Meteorit grundsätzlich dem Finder oder Grundstückseigentümer. Seltene Exemplare können mehrere Tausend Euro pro Gramm wert sein. (dpa/bearbeitet durch Red)
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