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Nachricht vom 16.03.2026    

Bevölkerungsschutz wird auch im AK-Land neu "gedacht": Konzepte sind vorbereitet

Von Klaus Köhnen

Björn Jestrimsky, Brand- und Katastrophenschutzinspekteur (BKI) des Landkreises, stand zu einem Gespräch über den Bevölkerungsschutz zur Verfügung. Wie viele seiner Kollegen sieht auch Jestrimsky Handlungsbedarf. Diese Aufgabe, so der BKI, sei aber nur in enger Kooperation mit den Verbandsgemeinden und den Organisationen zu bewältigen.

BKI Björn Jestrimsky stand zu einem Gespräch bereit (Bild:kkö)

Altenkirchen/Kreis. Nicht nur in Rheinland-Pfalz werden die Einsatzkräfte für den Katastrophenschutz von den unterschiedlichen Organisationen (ASB, DRK unter anderem), dem Technischen Hilfswerk und den zumeist Freiwilligen Feuerwehren gestellt. Das Land hat ebenso wie die Landkreise keine eigenen "Einsatzstrukturen", so Jestrimsky. Der Kreis als sogenannte untere Katastrophenschutzbehörde führt die Aufsicht über die, den Einsatzorganisationen, zur Verfügung gestellten Fahrzeuge und Geräte. Im Besonderen gilt dies für den kreisweit organisierten Gefahrstoffzug.

Jestrimsky führt weiter aus, dass das Ahrtal ein Wendepunkt im Bereich des Katastrophenschutzes nicht nur in Rheinland-Pfalz, gewesen sei. Die bis zu diesem Ereignis vorhandenen Strukturen, die auch für den sogenannten Zivilschutz vorgehalten worden waren, waren bundesweit zurückgefahren worden. Der Zivilschutz ist per Gesetz beim Bund angesiedelt und bezeichnet den Schutz der Bevölkerung vor Gefahren bei bewaffneten Auseinandersetzungen (Verteidigungsfall). Der Katastrophenschutz ist Sache der Bundesländer, die hierfür eigene Gesetze erlassen haben. Unabhängig vom Grund einer Gefahr, kommen im Bevölkerungsschutz die gleichen Einsatzkräfte zum Einsatz.

Katastrophenschutz geht nicht mehr im Ehrenamt
Der Bereich des Katastrophenschutzes ist aus der Sicht von Björn Jestrimsky auf Kreisebene nicht mehr im Ehrenamt leistbar. Seit rund neun Monaten ist er nun der erste hauptamtliche Brand- und Katastrophenschutzinspekteur des Landkreises Altenkirchen. Der Veränderung vom Ehren- zum Hauptamt gingen viele Diskussionen voraus. Dies hat sich dann aber mit den Ereignissen 2021 (Ahr) und den sich global entwickelnden Konflikten geändert. Auch die Einstellung zum Katastrophenschutz, der auf allen politischen Ebenen zeitweise ein "Dornröschendasein" führte, wurde eine andere. Jestrimsky betont besonders die Unterstützung der politischen Gremien hier, aber im Besonderen den Rückhalt durch Landrat Dr. Peter Enders, die den notwendigen Veränderungen offen gegenüberstehen.




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Welche Veränderungen sind erforderlich?
Die "Baustellen" liegen in verschiedenen Bereichen, so der BKI. "Es müssen zunächst die Ergebnisse der beauftragten Bedarfs- und Entwicklungsplanung abgewartet werden. Nur wenn die Risiken und die notwendigen Veränderungen bekannt sind, kann zielgerichtet gehandelt werden" so Jestrimsky. Im Bereich des Personals sind bereits Stellen ausgeschrieben. Konzepte zur Einbindung von sogenannten "Spontanhelfenden" sind ebenfalls Teil der erforderlichen Maßnahmen. "Es wird an der Alarm- und Einsatzplanung gearbeitet und eine Analyse ermittelt die tatsächlichen Zahlen der Einsatzkräfte. Durch die Eigenbetroffenheit, aber auch durch die mögliche aktive Mitgliedschaft in verschiedenen Einheiten ergeben sich neue Blickwinkel." Ein weiterer Bereich sei die Frage nach der Lagerung von Material. Dies sei derzeit oft bei den Freiwilligen Feuerwehren oder dem DRK untergebracht. Der Platz bei den Feuerwehren und Organisationen sei aber nicht unendlich vorhanden, da auch das für das "Tagesgeschäft" vorzuhaltende Material untergebracht werden müsse. Daraus folgt die Frage nach anderen Möglichkeiten. Andere Landkreise sind hier bereits ein Stück weiter und haben Immobilien hierfür. "Unabhängig von den notwendigen Maßnahmen und Konzepten ist der Katastrophenschutz im Landkreis auf hohem Niveau einsatzfähig", so Jestrimsky.

Selbstschutz - eigene Resilienz
Aus Sicht des BKI kann die Information und die Ausbildung im Bereich Selbstschutz, hier ist die Hilfe im eigenen Bereich und in der Nachbarschaft gemeint, nicht früh genug beginnen. "Diese Frage ist auch auf den zuständigen Ebenen Thema. Was fehlt, sind derzeit, wie an anderen Stellen auch, die Strukturen."

Die "Ausbildung im Selbstschutz" sei über die Jahrzehnte immer weiter vernachlässigt worden und fördere eine "Vollkaskomentalität" in Teilen der Bevölkerung, die von den zuständigen Kräften nicht geleistet werden kann und auch nicht soll. "Der Selbstschutz bedarf auch einer Analyse der eigenen Situation", so Jestrimsky zum Abschluss. (kkö)


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