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Nachricht vom 19.03.2026    

IHK Koblenz sagt der Bürokratie den Kampf an

Von Niklas Hövelmann

Im Rahmen ihrer neuen Kampagne „Bürokratie bremst“ hielt die IHK Koblenz Anfang der Woche im Wissener Mode.Werk. Hierbei zeigte sich wieder deutlich, wie absurde Überregulierung und Bestimmungen – nicht nur – den Einzelhändlern zu schaffen machen.

(alle Fotos: Samuel Schneider)

Wissen. Das Mode.Werk hat sich in den vergangenen knapp 15 Jahren als gemütliches, eigentümliches Bekleidungsgeschäft in Wissen etabliert. Vor kurzem erfolgte der Umzug in die belebtere Rathausstraße – und der lief alles andere als problemlos. Die Gründe dafür sind bei weitem nicht zuletzt in behördlichen Vorschriften und Vorgaben zu suchen. So musste beispielsweise extra eine neue Kasse mit Schnittstelle zum Finanzamt angeschafft werden. Kostenpunkt: 3500 Euro. Auch die Frage, wo denn überhaupt Werbung angebracht werden dürfe, beschäftigte die Ämter und auch Inhaberin Iris Bähner lange Zeit. Neben diesen großen Ärgernissen gibt es natürlich viele kleine Steinchen, die die Bürokratie Selbstständigen wie Bähner in den Weg wirft – von Formularen über Umsatzsteuervoranmeldungen bis hin zu Arbeitsbestimmungen und kleinlichen Vorschriften. Bähner resümiert sichtlich verärgert: „Es ist unglaublich, wie viele Kosten das künstlich frisst. Es frisst tausende Euro. Da denkst du dir: ‚Was stimmt mit den Menschen nicht?‘“ Probleme wie diese sind mittlerweile Alltag in der BRD und ein allgemeines Ärgernis, wenn man den Daten der Industrie- und Handelskammer folgt. Diese kommen nämlich wieder und wieder zu dem Ergebnis, dass bürokratische Hürden die größte Herausforderung für die heimischen Unternehmer sind.

Ein neues Projekt will den Wahlkampf aufmischen
Um hierauf aufmerksam zu machen, hat die IHK Koblenz ein neues Projekt mit dem Titel „Bürokratie bremsen“ gestartet, mit dem sie auch im Hinblick auf die kommende Landtagswahl explizit „das Thema an die Wahlurne bringen“ will. In der Praxis soll der Frust aller, die unter der Bürokratie leiden, in eine große Bewegung kanalisiert werden, um so Sichtbarkeit zu erreichen. Mit dem Maskottchen „Bürokratie-Monster“, das man sich als Aufkleber an die Scheibe tackern kann, kann so Präsenz und Verbundenheit demonstriert werden. Über den Onlinemelder können Beispiele für absurde bürokratische Maßnahmen an die IHK gemeldet werden. Nachdem diese ausgewertet wurden, wird Geschäftsführer Arne Rössel diese in der Hoffnung auf Besserung an den neuen Ministerpräsidenten herantragen.



Versprechungen und der mühsame Weg zum Ziel
Am Dienstagmittag hielt die IHK Koblenz mit ihrer Kampagne in Wissen, im Mode.Werk. Gemeinsam mit unter anderem Bürgermeister Bernd Neuhoff und dem Landtagskandidaten und Vorsitzenden des Aktionsbündnisses „Treffpunkt Wissen“, Thomas Kölschbach (FDP), präsentierten die Vertreter der IHK ihr Projekt öffentlich. Neben vielen Beispielen für überbordende Bürokratie und im Grunde relativ guten Lösungsansätzen war die Evaluation der bisherigen Bemühungen doch eher ernüchternd: Zwar werden Anlaufstellen und Onlinemelder rege genutzt, konkrete Zugeständnisse aus der Politik gab es aber im Wesentlichen keine. Einzig die Möglichkeit, einen verkaufsoffenen Sonntag im Dezember abhalten zu können, wurde dem Gesetzgeber abgerungen. Dabei redet dieser sich seit jeher mit der Behauptung heraus, er habe bereits diverse Anstrengungen getroffen, Prozesse zu vereinfachen und die Bürokratie zurückzufahren – im Mode.Werk war man sich aber einig, dass dieser vermeintliche Fakt bislang in niemandes Lebensrealität Einzug gefunden hat.


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