Besonderer Abend in Wissen: Kirche wurde nach der Sanierung "neu eingesegnet"
Von Klaus Köhnen
Lange vor Beginn der ersten Messe nach dem Brand vom 10. Februar 2023, strömten die Menschen am Donnerstag (19. März) zum Kirchplatz. Es war deutlich zu spüren, wie wichtig dieser Tag war - nicht nur für die Wissener Bürgerinnen und Bürger. Viele Besucherinnen und Besucher verbinden Erinnerungen mit dem Gotteshaus.
Wissen. Zu einem feierlichen Gottesdienst hatten die Verantwortlichen um Pfarrer Martin Kürten für Donnerstag (19. März) eingeladen. Dieser Gottesdienst soll, so Kürten im Vorfeld, in erster Linie ein Dank an alle sein, die sich als Feuerwehrleute im Einsatz und als Handwerker bei der Sanierung engagierten. Die Spannung, welche bei vielen vorhanden war, konnte man fast mit Händen greifen. "Ein historischer Tag für die Stadt Wissen. Nach dem zweiten Brand der Geschichte strahlt der Mittelpunkt wieder", so Bürgermeister Berno Neuhoff. Dieses Gefühl trifft sicher auf viele Besucherinnen und Besucher zu, die diesem Tag "entgegengefiebert" haben.
Großer Andrang zur Messe
Die Kirche füllte sich schnell mit rund 400 Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern, darunter eine große Abordnung der Freiwilligen Feuerwehr der Verbandsgemeinde Wissen mit dem Wehrleiter Stefan Deipenbrock. Den Einzug der Geistlichkeit gestalteten die Schützenbruderschaften aus dem Stadtteil Schönstein und der Ortsgemeinde Birken-Honigsessen sowie der Schützenverein Wissen, die Karnevalsgesellschaft und die Kolpingfamilie jeweils mit ihren Fahnen. Alle Anwesenden konnten merken, dass die Neueinsegnung des Gotteshauses bei Pfarrer Kürten wie eine Befreiung wirkte. Die lange Zeit des Wartens (und oft auch des Bangens) war vorbei. Die feierliche Messe wurde durch einen Projekt-Chor, geleitet von Andreas Auel sowie Musikern und Musikerinnen der Bergkapelle "Vereinigung" Birken-Honigsessen musikalisch begleitet. Im Rahmen der Ökumene war der evangelische Pastor Tesch ebenfalls erschienen und gestaltete den Gottesdienst mit.
Tag für die Messe mit Bedacht gewählt
Kürten ging in seiner Predigt darauf ein, dass dieser Tag (19. März) für die Kirche kein "Werktag" sei. Vielmehr sei es ein Hochfest zu Ehren des Hl. Josef, der als Schutzpatron des Handwerks und der Kirche verehrt wird. "Damit", so Kürten weiter, "drücken wir unseren Dank an die vielen Handwerkerinnen und Handwerker aus, ohne die eine solche Mammutaufgabe nicht lösbar wäre. Wie der Hl. Josef über den es in den Schriften nur wenig zu lesen gibt, handelten die Handwerker hier mehr im "Hintergrund" damit wir alle den Vordergrund wieder sehen können."
Über Josef, den Zimmermann und Nährvater Jesu, wissen wir wenig. Das Neue Testament erwähnt seinen Namen 15 Mal - nur in den Kindheitserzählungen der Evangelisten Matthäus und Lukas tritt er aktiv in Erscheinung. Dabei ist kein einziges Wort aus seinem Mund überliefert. Nach dem 12. Lebensjahr Jesu verliert sich seine Spur. Josef erhält von den Evangelisten eine Nebenrolle zugewiesen; er steht ganz im Schatten Jesu und seiner Mutter Maria. Auf Weihnachtsdarstellungen ist er im buchstäblichen Sinn eine Randfigur. Entsprechend spät setzt seine Verehrung ein, ein eigenes liturgisches Fest bekommt er erst im Mittelalter.
Nicht weniger wichtig sind die, die mit ihrer Hände Arbeit und oft viel vergossenem Schweiß für uns im kleinen Dinge wieder richten oder, wie hier in der Kirche geschehen, im größeren Rahmen. Der Dank gilt allen, die, angefangen bei den Einsatzmaßnahmen, bis zum jetzigen Zeitpunkt viel geleistet haben. Die größte Freude gibt es den Verantwortlichen, dass Ostern und die erste hl. Kommunion wieder in der Kirche gefeiert werden können. Die große Orgel wird dann im Oktober wieder erklingen. Auch hierzu laufen, "hinter den Kulissen" die Vorbereitungen. Der Termin soll das Erntedankfest (4. Oktober) sein. Im Anschluss an die Messe gab es auf dem Kirchplatz noch einen Imbiss und die Gelegenheit zum Gedankenaustausch.
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