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Nachricht vom 29.03.2026    

Altenkirchener Kultursalon: A. S. Fanning und Band mit teils schwerer „Kost“

Mit dem Namen A. S. Fanning können wohl nicht so viele Musikliebhaber etwas anfangen. Sein Gastspiel im Altenkirchener Kultursalon öffnet die Tür in durchaus interessante und kaum alltägliche Klangwelten, die sich nicht so leicht in bestimmte Stilrichtungen pressen lassen. Die Stimme des Iren erinnert dabei auch bei den Stücken, die eher sachte daherkommen, an den unvergessenen Leonard Cohen.

Auf A.S. Fanning und seine Band wollten sich nur rund 60 Zuhörer im Altenkirchener Kultursalon einlassen. (Foto: vh)

Altenkirchen. Wer ist A. S. Fanning? Die Suche im weltweiten Netz gestaltet sich nicht so einfach als wenn beispielsweise The Beatles oder The Rolling Stones als Begriff in die Maske eingegeben wird. Die Fundstellen sind eher rar gesät, erlauben jedoch eine erste Annäherung an die Musik des A. S. Fanning. Da kommt schwere Kost auf einen zu, lautet eine schnelle, nicht tiefer gehende Einschätzung, nichts, was sich in irgendeine bestimmte Ecke stellen lässt, nichts, was von irgendeiner bestimmten Stange kommt. Immerhin wollen rund 60 Interessierte A. S. Fanning und seine vierköpfige Band an diesem Samstagabend (28. März) im Altenkirchener Kultursalon (Ausrichter Kultur-/Jugendkulturbüro Haus Felsenkeller) hören, seine Texte verstehen und vielleicht sogar dunkle Aussagen teilen. A. S. (Das A steht für Aaron, das S für Stephen) Fanning sieht in vielen seiner Songs die Welt am Abgrund, die Menschheit vom Aussterben bedroht. „Niemand wird kommen, um uns zu retten“ (Nobody is coming to save us), postuliert er beispielsweise in „Save us“ (Rette uns), „die Zukunft ist gestrichen, die Zukunft ist verloren“ (The future is canceled, the future is lost) blickt er in „Haunted“ (Verfolgt) düster voraus und unterstreicht: keine Hoffnung für die Menschheit (No hope for human race). Für seine eigene Person gilt „I feel bad“ (ich fühle mich schlecht), was er beinahe in jeder seiner Lebenslagen empfindet. Selbst die vor wenigen Jahren den Globus umspannende Finanzkrise als Folge des Zusammenbruchs der US-amerikanischen Großbank Lehmann Brothers passt mit „Abandoned“ (Verlassen) ins Bild des wohl nur musikalisch ausgerichteten „Schwarzsehers“, denn zwischen den Stücken und im Nachgang beim Verkauf von Merchandising strahlt der in Berlin lebende Ire eine durchaus angenehme Attitüde aus. Zurück zu „Abandoned“: Dass zum Schluss wie immer der Sieger alles mitnimmt, ist auch A.S. Fanning nicht unbekannt. Die Anleihe bei ABBAs „The winner takes it all, the looser standing small“ spiegelt nur das wahre Leben wieder, ist die allgemein gültige Formel. Wie stark seine Stimme ist und wie sehr sie an den unvergessenen Singer-Song-Writer Leonard Cohen erinnert, wird bei einem irischen Traditional überaus deutlich. „The whale song“, den A. S. Fanning auf Geheiß seiner Bandmitglieder solo mit Gitarre spielen „muss“, während sich das Quartett eine kleine Pause gönnt, demonstriert die stimmliche Nähe. Mit geschlossenen Augen wäre A. S. Fanning in diesen Minuten glatt für den Kanadier durchgegangen.

Gute Kritiken
Hin und wieder kommen die Stücke in klassischem harten Rock mit Anleihen aus der psychedelischen Sparte daher, dann steht eher der melodische Aspekt wie in „Haunted“ im Vordergrund, wobei sich David Adams (Keys), Joao Lucas (Bass), Bernardo Sousa (Gitarre) und Schlagzeuger Fred Sunesen dann auf sanftere Töne „zurückziehen“, die härteren Passagen außen vor lassen. Inzwischen hat A. S. Fanning bereits vier im Studio aufgenommene CDs (natürlich auch LPs und Downloads) veröffentlicht, die teils gute Kritiken erhielten. So schreibt zum Beispiel „Musikreviews.de“ über „Take me back to nowhere“ (Titel der aktuellen Tour): „Mit seinem Album ,Mushroom Cloud’ stieß der irische Wahlberliner A.S. Fanning in ganz neue Bereiche nihilistischer Denkansätze vor und schrieb eine Art poetischen Soundtrack zum kommenden Untergang, den er in seinen poetischen Song-Dystopien auf anschauliche und erstaunlich ironisch/amüsante Weise ausformulierte. Dabei muss man wissen, dass Fanning gar kein destruktiver Mensch ist. Er macht sich vielmehr einen Spaß daraus, mit seinen Songs auf die offensichtliche Schräglage unserer Welt – sowohl in politischer wie auch sozialer und persönlicher Hinsicht – aufmerksam zu machen; wobei die persönlichen Aspekte der Auslöser für seine leicht zynische Weltsicht sorgen. … Der Tenor seines nun vorliegenden, vierten Studioalbums ,Take Me Back To Nowhere’ ist etwas anders gewichtet. Nicht, dass es hier gleich um lebensbejahend fröhliche Songs ginge, aber im Vergleich zu ‚Mushroom Cloud‘ ist das neue Werk ein eher bodenständiger Reality-Check geworden, über den A.S. Fanning mit einer gehörigen Portion Stoizismus verschiedene Aspekte thematisiert; teils mit einer fast schon tröstlichen Note.“




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„Diese Stimme – zum Niederknien“
Die „Rockpalast“-Seite des WDR beschreibt die Musik von A.S. Fanning und seiner Band zum Auftritt beim „Crossroads“-Festival im März 2024: „Die Musik ist groß, düster, gewaltig, pessimistisch und trotzdem catchy und hat die apokalyptische Qualitäten von Nick Cave oder The National. Fanning hat ein auffälliges Talent für leicht morbide Sounds und Songs, welche gleichzeitig nüchtern und schwelgerisch geraten. Melancholie ist ein viel zu schwaches Wort. Verzweiflung trifft es auch nicht. A.S. Fanning ist eher ein nüchterner Chronist einer untergehenden Welt. Er vertont existentielle Ängste und Grenzerfahrungen, singt über die schulterzuckende Erkenntnis, dass die Hoffnung auf das Gute ständig am Leben zerschellt, kleidet wortgewaltige Texte in lakonischen Vortrag, erhebende Gitarrenkaskaden werden geschmackvoll mit tremolierendem Rhodes-Piano, flächiger Orgel oder zurückhaltender Slide akzentuiert. Und diese Stimme – zum Niederknien. Das klingt manches Mal cineastisch, aber all das ist nicht lediglich inszenierte Atmosphäre – nein, das ist Ausdruck von wahrhaftiger Tiefe.“ (vh)


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