Senioren-Sprinter Friedhelm Adorf: EM-Gold nach Disqualifikation des Siegers
Als Zweiter ins Ziel gekommen und dennoch Gold gewonnen: Friedhelm Adorf, Top-Seniorensprinter aus Heupelzen, hatte sich bereits über EM-Silber im 400-Meter-Lauf der Klasse M 80 gefreut, ehe er bei der Siegerehrung überraschenderweise doch auf die oberste Stufe des Podestes steigen durfte.
Torun/Heupelzen. Die Nachwirkungen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel spürend und die im Kopf für Zweifel an der Leistungsfähigkeit sorgen, schlägt sich Senioren-Leichtathlet Friedhelm Adorf (Heupelzen) bei den europäischen Hallen-Titelkämpfen der Altersklasse-Athleten im polnischen Torun hervorragend. Zur Halbzeit des Großevents freut sich der Sprinter der Klasse M 80 über eine Gold- und eine Silbermedaille. Eigentlich hatte er über 400 Meter in 79,74 Sekunden Rang zwei hinter dem Iren John Mac Dermott (73,48) erreicht, wurde dann jedoch zur großen Überraschung bei der Siegerehrung als Gewinner ausgerufen. Mac Dermott war im Nachhinein disqualifiziert worden, weil er zu früh auf die Innenbahn eingebogen war, so dass Adorf seine 27. Goldene bei kontinentalen Wettkämpfen und die erfolgreiche Titelverteidigung bejubeln durfte. Auf Position zwei landete Hugh McSweeney (Irland/80,07), Dritter wurde der Brite Albert Eland (84,35). Kein „Nachspiel“ in Kampfrichterkreisen hatte das Finale über 60 Meter, das Adorf, der für die LG Rhein-Wied/ASG Altenkirchen an den Start geht, als Zweiter in 9,63 Sekunden beendete. Lediglich einen Hauch schneller war Allan Long (Großbritannien/9,50), während der 82-jährige Westerwälder minimal vor Victor Novell (Großbritannien/9,67) lag. In den nächsten Tagen wird Adorf noch über 200 Meter sowie in deutschen Staffeln versuchen, seine Medaillenausbeute weiter zu steigern.
Ein schöner Tag
„Das war wieder ein schöner Tag für mich“, ließ Adorf den Montag (30. März) mit der Vizeeuropameisterschaft Revue passieren. Er sei eigentlich guter Dinge, trotzdem laboriere er immer noch an seiner Verletzung, die er bei den ersten Schritten nach dem 60-Meter-Start immer noch gespürt habe. „Allem Anschein nach hat sich dann im weiteren Verlauf genügend Adrenalin im Körper ausgebreitet, so dass ich noch Gas geben und mich auf den zweiten Rang schieben konnte“, ergänzte Adorf, „es war aber schon richtiger Kampf.“ Regelmäßige Besuche beim Masseur gehören derzeit zum Tagesablauf, „aber mein Kopf will offenbar noch nicht so richtig Gas geben wegen den Schmerzen bei den ersten Schritten“. Er wolle diese nicht so lang machen, aber dann fehle doch etwas, „und die anderen sind eben weg. Trotzdem bin ich rundum zufrieden, bekomme von allen auch gesagt, dass ich mir über 200 Meter am Anfang etwas mehr Zeit nehmen kann“. Aber bei Ausscheidungsrennen sei das immer so eine Sache. (vh)
Lokales: Altenkirchen & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion




























