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Pressemitteilung vom 04.04.2026    

Lesung macht Versäumnisse sichtbar: Geschlechtergerechte Medizin darf kein Randthema bleiben

Auf Einladung des grünen Ortsverbandes stellte die Medizinjournalistin und Autorin Miriam Funk erstmals ihr neuestes Buch "Frauenkörper ticken anders" öffentlich vor.

Miriam Funk stellte ihr neues Buch vor. (Foto: Veranstalter)

Altenkirchen. Bei Häppchen und Getränken stellte sich im Cafe Inklusiv schnell eine lockere und offene Atmosphäre ein und schnell wurde deutlich: Das Thema brennt unter den Nägeln, geschlechtergerechte Medizin ist längst überfällig – und politisches Handeln dringend notwendig.

Die vorgestellten Buchinhalte zeigten eindrücklich, dass medizinische Forschung, Diagnostik und Therapie vielfach noch immer am männlichen Körper ausgerichtet sind. Die Folgen sind gravierend: Fehldiagnosen, unzureichende Behandlung und strukturelle Benachteiligung von Frauen im Gesundheitssystem.

Dass sich an jeder vorgestellten Passage ein mit persönlichen Beispielen und ehrlichen Fragen gespickter Austausch entwickelte macht zusätzlich klar, dass es sich hierbei nicht um Einzelfälle, sondern um ein systemisches Problem handelt. "Die meisten Frauen finden sich im Buch wieder, obwohl vielen die Ungleich- oder sogar Fehlbehandlungen vorher gar nicht bewusst sind. Wir wachsen in dem Glauben auf, Ärzte wüssten genau, was sie tun. Klarzumachen, dass oft nicht die Empfindung und die Körperwahrnehmung der Frauen falsch sind, sondern Besonderheiten von Frauenkörpern einfach nicht berücksichtigt werden, ist ein wichtiger Schritt hin zu Veränderungen", erklärt Miriam Funk.



Und so beschränkt sich das Buch nicht auf das schlichte Anprangern der Zustände. Über eine Fülle von Fallbeispielen nimmt es den Leser das Gefühl alleine zu sein. Es bietet Ratschläge für den persönlichen Umgang mit Mediziner und verdeutlicht, dass eine geschlechtergerechte Medizin nicht nur für Frauen, sondern für alle Menschen ein Gewinn ist.

Die Teilnehmenden jedenfalls waren sich einig. Es braucht dringend mehr Aufmerksamkeit, gezielte Forschung sowie verbindliche politische Maßnahmen, um geschlechterspezifische Unterschiede konsequent in der Medizin zu berücksichtigen.

Judith Gondorf, Sprecherin des grünen Ortsverbandes zeigte sich zufrieden mit der Veranstaltung: "Wir haben heute deutlich gesehen, dass das Thema bewegt. Der Druck auf Politik und Gesundheitswesen wächst und muss weiterwachsen. Geschlechtergerechte Medizin darf kein Nischenthema bleiben, sondern muss als zentraler Bestandteil einer gerechten Gesundheitsversorgung verstanden und umgesetzt werden."

Wer die Lesung im Cafe Inklusiv verpasst hat, hat am 28. Mai 2026 in Meys Fabrik in Hennef erneut die Möglichkeit teilzunehmen. (PM/Red)


Mehr dazu:   Veranstaltungsrückblicke  
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