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Pressemitteilung vom 05.04.2026    

Apothekensterben in Rheinland-Pfalz: Zahl der Standorte sinkt drastisch

Die Apothekenlandschaft in Rheinland-Pfalz verändert sich rasant. Immer mehr Apotheken schließen, was für viele Bürger längere Wege und weniger Beratung bedeutet. Doch was steckt hinter diesem Trend?

Apotheken-Logo. (Foto: Uli Deck/dpa)

Rheinland-Pfalz. In Rheinland-Pfalz nimmt die Anzahl der Apotheken ab. Dem Statistischen Landesamt zufolge gab es im Jahr 2024 rund 850 Apotheken, darunter 26 Krankenhausapotheken. Das entspricht einem Rückgang von 30 Standorten oder 3,4 Prozent innerhalb eines Jahres. Im Vergleich zu 2014 ist laut Statistik mehr als jede fünfte Apotheke verschwunden – ein Minus von 22 Prozent.

Der Vorsitzende des Apothekerverbands Rheinland-Pfalz, Jan-Niklas Francke, äußerte sich besorgt über die Entwicklung: "Die Zahl der Apothekenschließungen in Rheinland-Pfalz ist weiterhin kritisch." Eine Ursache sei die fehlende Anpassung der Honorare. Seit der Einführung des festen Packungshonorars vor 22 Jahren gab es nur eine Erhöhung: "2013 stieg die Vergütung einmalig um lediglich 3,1 Prozent", so Francke. "Das darf so nicht weitergehen. Apotheken sind darauf angewiesen, dass der Staat ihr Honorar regelmäßig anpasst."

Apothekennotdienst wird mit 550 Euro vergütet
Martin Schneider vom Landesverband der Ersatzkassen (VDEK) in Rheinland-Pfalz wies darauf hin, dass es seit 2013 zusätzliche Vergütungen gibt. "Jeder Nacht- und Notdienst wird derzeit mit rund 550 Euro pro Vollnotdienst vergütet", erklärte Schneider. Rezepturen werden seit 2017 mit je 8,35 Euro zusätzlich entlohnt. Auch Botendienste werden seit 2020 vergütet, und seit 2023 gibt es Zuschläge für ausgetauschte Arzneimittel bei Lieferengpässen. "Auch pharmazeutische Dienstleistungen sowie das Impfen in Apotheken haben zu einer Steigerung der Apothekenerlöse geführt", fügte Schneider hinzu.

Gestiegene Kosten verursachen Druck auf Apotheken. Francke erläuterte, dass viele Apotheken wirtschaftlich unter Druck geraten, weil Personal-, Energie- und Mietkosten gestiegen seien. Dies führe zur Schließung von Apotheken.

Dieser Negativtrend zeigt sich auch in anderen Bundesländern, wobei Rheinland-Pfalz über dem Durchschnitt liegt, so Peter Schreiber, Geschäftsführer des Verbands. "In Rheinland-Pfalz kommt hinzu, dass ein größerer Konkurrenzdruck mit der pharmazeutischen Industrie um pharmazeutisches Fachpersonal besteht." Eine gute Strukturpolitik müsse neben der pharmazeutischen Industrie auch kleine und mittelständische Strukturen fördern, sagte Schreiber.




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Gesundheitsminister sieht den Bund in der Verantwortung
Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) betonte, dass die Landesregierung die Entwicklung ernst nehme. "Die flächendeckende und wohnortnahe Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit Arzneimitteln hat für uns einen hohen Stellenwert." Die Rahmenbedingungen für die Apothekenvergütung würden jedoch auf Bundesebene festgelegt. "Das Land Rheinland-Pfalz setzt sich daher gegenüber dem Bund dafür ein, dass die wirtschaftlichen Grundlagen für den Betrieb von Apotheken nachhaltig gesichert werden", sagte Hoch. Die Arzneimittelversorgung in Rheinland-Pfalz sei gewährleistet.

Eine Apotheke versorgte rechnerisch im Jahr 2024 durchschnittlich rund 4.900 Bürger, während dieser Wert vor zehn Jahren bei 3.700 lag, so das Landesamt. "Mit jeder geschlossenen Apotheke wird der Weg für die Menschen länger und die Versorgung mit Arzneimitteln schwieriger", sagte Verbandssprecherin und Apothekerin Petra Engel-Djabarian. "Mit dem Wegfall von Apotheken fehlen niedrigschwellig erreichbare, kompetente Ansprechpartner für gesundheitliche Probleme vor Ort."

Rückgang in allen Regionen
Der Rückgang zieht sich durch alle Regionen, wie die Statistik zeigt. In kreisfreien Städten fiel das Minus mit 25 Prozent seit 2014 etwas stärker aus als in den Landkreisen mit minus 21 Prozent. Besonders drastisch ist die Entwicklung in Pirmasens: Dort hat sich die Zahl der Apotheken binnen zehn Jahren nahezu halbiert (minus 47 Prozent). Auch im Rhein-Lahn-Kreis ging mehr als ein Drittel der Apotheken verloren. Kaum Veränderungen gab es dagegen im Kreis Bad Dürkheim. (dpa/bearbeitet durch Red)


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