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Nachricht vom 07.04.2026    

Osterjubel in Blech XXV mit "emBRASSment" begeisterte in der Abteikirche im Kloster Marienstatt

Von Wolfgang Rabsch

In der Abteikirche des Klosters Marienstatt fand am Montag (6. April 2026) ein Konzert statt, das nicht nur Liebhaber kirchlicher Musik begeisterte. Das Leipziger Bläserquintett "emBRASSment" den Zuhörern ein abwechslungsreiches Erlebnis.

Quintett "emBRASSment" (Fotos: Wolfgang Rabsch)

Abtei Marienstatt. Man kommt nicht umhin vor Frater Gregor OCist erneut den Hut zu ziehen: Auch wenn er es wegen seiner Bescheidenheit nicht hören will. Es ist erstaunlich, dass es ihm immer wieder gelingt, hochkarätige Musiker für Konzerte in der Abteikirche des Klosters Marienstatt zu gewinnen. Der Erklärung dafür ist relativ schnell gefunden, da der Gottesmann bei seinen Bemühungen auf die Unterstützung seines "Chefs" zählen kann. Der "Marienstatter Musikkreis" der Abtei ist Träger der Abteikonzerte, künstlerischer Leiter ist Frater Gregor Brandt OCist.

Frater Gregor konnte bei seiner üblichen Begrüßung erfreut in die prallgefüllte Abteikirche schauen, als er die Musiker des Konzerts kurz vorstellte: Das Bläserquintett "emBRASSment" aus Leipzig, das die Ehre hatte, mit diesem Konzert ein Jubiläum zu begehen, denn der Musikkreis feiert den 25. Osterjubel in Blech. Frater Gregor erinnerte daran, dass "emBRASSment" bereits 2012 ein Konzert in Marienstatt gegeben hatte.

Kurze Vorstellung des Bläserquintetts und der Solisten
Treffender als mit der eigenen Beschreibung kann man es nicht ausdrücken: "Als sich im Jahr 2000 fünf ambitionierte Leipziger Musikstudenten zu einem noch namenlosen Blechbläserquintett zusammenschlossen, ahnte wohl niemand von ihnen, dass dieses Ensemble mit heute rund 50 Konzerten pro Jahr einmal einen wesentlichen Teil ihres Berufslebens ausmachen sollte! Ursprünglich waren es die Freude am interaktiven kammermusikalischen Musizieren, die Selbstbestimmtheit (Unabhängigkeit) in Programmwahl und Interpretation sowie auch die solistische Herausforderung jedes Einzelnen, die den Musikern eine erfrischende Abwechslung zum Orchesterspiel bot."

Die Solisten von "emBRASSment": Christian Scholz, Trompete; Nick Pscheidt, Trompete; Luis Oliveira, Horn; Lars Proxa, Posaune; Nikolai Kähler, Tuba und Moderation; und Tobias Reichert, Orgel.

Programm
Anton Bruckner (1824 bis 1896) "Ecce sacerdos magnus"; Nikolai Rimski-Korsakow (1844 bis 1908) "Scheherazade" 2. Satz; Richard Wagner (1813 bis 1883) "Lied an den Abendstern aus: Tannhäuser"; Österliche Impression an der Orgel: Tobias Reichert improvisierte über das österliche Thema: "victimae paschali laudes"; Gustav Holst (1874 bis 1934) "Mars", "Jupiter", "Saturn" und "Uranus" aus: "The Planets"; Sigfrid Karg-Elert (1877 bis 1933) "Nun danket alle Gott"; Richard Strauss (1864 bis 1949) Der Abend; Als Zugabe J. S. Bach (1685 bis 1750) "Nun danket alle Gott" aus: Kantate "Gott der Herr ist Sonn und Schild"

Märchen aus "1001 Nacht"?
Für den Liebhaber kirchlicher Musik ein Programm, das allerhöchsten Ansprüchen genügt. Sehr erfrischend und unterhaltsam wirkte die Moderation von Nikolai Kähler, der zudem seine Tuba beanspruchte. Zum ersten Stück von Anton Bruckner berichtete der Moderator,
dass dieses Stück auch bei der Inthronisation von Prinz Charles gespielt wurde. Interessant ist auch die märchenhafte Schilderung zum Stück von Nikolai Rimski-Korsakow "Scheherazade": König Schahriyar ist so schockiert von der Untreue seiner Frau, dass er sie töten lässt und seinem Wesir die Anweisung gibt, ihm fortan jede Nacht eine neue Jungfrau zuzuführen, die jeweils am nächsten Morgen ebenfalls getötet werden soll.



Nach einiger Zeit will Scheherazade, die Tochter des Wesirs, die Frau des Königs werden, um das Morden zu beenden. Sie beginnt, ihm Geschichten zu erzählen; am Ende der Nacht ist sie an einer so spannenden Stelle angelangt, dass der König unbedingt die Fortsetzung hören will und die Hinrichtung aufschiebt. In der folgenden Nacht erzählt Scheherazade die Geschichte weiter, unterbricht am Morgen wieder an einer spannenden Stelle. Nach 1001 Nacht glaubt der König an die Treue seiner Frau und tötet sie nicht.

Das Stück "Jupiter" von Gustav Holst würde laut Kähler, vom Quintett mit "tirilierender Beschwingtheit" gespielt, hingegen "Mars" düster, dramatisch und "schön gruselig".

Zufriedene Besucher, ein glückliches Quintett
"emBRASSment" präsentierte sich in der Abteikirche als ein homogen funktionierendes Quintett, das sich mit authentisch vorgetragenen Stücken, die trotzdem virtuos und präzise umgesetzt wurden, von seiner besten Seite zeigte. Ein Auftritt ohne Fehl und Tadel, überzeugend interpretiert, mit ansteckender Spielfreude, der sich niemand entziehen konnte. In vielen anderen musikalischen Formationen gibt es häufig Solokünstler, die der Star der jeweiligen Einheit sind. Im Fall des Quintetts aus Leipzig ist der Star das Quintett selbst. Ein liebevoller Umgang mit ihren Instrumenten und das gleichberechtigte Bespielen dieser, erzeugte ein intensives Klangvolumen, das bis in den letzten Winkel der Abteikirche drang, zudem noch unterstützt durch die hervorragende Akustik in der Abteikirche. Letztendlich bleibt dem aufmerksamen Beobachter des Konzerts nur zu erwähnen, dass langanhaltender, wohlverdienter Beifall das zufrieden strahlende Quintett für ein beeindruckendes Konzert reichlich belohnte.

Nächstes Konzert in der Abteikirche
Sonntag, 26. April 2026, 15:15 Uhr bis 16:30 Uhr
Konzert mit Panflöte und Harfe
Panflöte musiziert mit Harfe
Hannah Schlubeck (Bellersen), Panflöte Johanna Ebert (Velbert), Harfe


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