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Pressemitteilung vom 08.04.2026    

Bipolare Störung im Fokus: Experten erläutern Symptome und Therapien

Das Siegener Forum Gesundheit widmete sich aktuell einem komplexen Krankheitsbild, das viele Menschen betrifft. Experten informierten in der Cafeteria des Diakonie Klinikums ausführlich über die Symptomatik sowie moderne Behandlungswege und zeigten konkrete Unterstützungsmöglichkeiten für das soziale Umfeld auf.

Dr. Tünde-Biborka Jenne (rechts) und Fachkoordinatorin Tina Rückers referierten beim Siegener Forum Gesundheit, initiiert von der Selbsthilfekontaktstelle der Diakonie in Südwestfalen. (Fotoquelle: Blazenka Sokolova/Diakonie in Südwestfalen gGmbH)

Siegen. Die Bipolare Störung stand beim Siegener Forum Gesundheit im Fokus der Aufmerksamkeit. In der Cafeteria des Diakonie Klinikums Jung-Stilling informierten Dr. Tünde-Biborka Jenne, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, sowie Tina Rückes, Fachpflegekraft und Fachkoordinatorin, über das Krankheitsbild. Beide Referentinnen sind in der Abteilung des Zentrums für seelische Gesundheit des Klinikums Siegen tätig.

Bis zu drei Prozent der deutschen Bevölkerung sind von dieser chronisch-psychischen Erkrankung betroffen. Kennzeichnend für den Verlauf sind extreme Wechsel der Stimmungslage. Diese schwanken zwischen manischen Episoden, die durch Euphorie und gesteigerte Aktivität geprägt sind, und depressiven Phasen mit Antriebslosigkeit und tiefer Traurigkeit. Die Ursachen liegen in einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Neben einer genetischen Veranlagung spielen neurobiologische Prozesse sowie belastende Lebensereignisse eine entscheidende Rolle bei der Entstehung der Krankheit.

Vielfältige Wege der Behandlung
Ein wesentlicher Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf den modernen Behandlungsmöglichkeiten. Die Experten stellten dar, dass eine individuell abgestimmte Kombination verschiedener Maßnahmen für den Erfolg entscheidend ist. Neben der medikamentösen Therapie, bei der häufig Stimmungsstabilisatoren zum Einsatz kommen, gibt es zahlreiche nichtmedikamentöse Ansätze. Vorgestellt wurden unter anderem die Psychotherapie, die Elektrokonvulsionstherapie sowie die Psychoedukation. Letztere zielt darauf ab, Patienten und Angehörigen ein tiefes Verständnis für die Erkrankung zu vermitteln und unterstützende Strukturen im Alltag zu etablieren.




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Die Fachkräfte betonten zudem die Bedeutung einer leitliniengerechten Versorgung, wie sie im Zentrum für seelische Gesundheit des Klinikums Siegen praktiziert wird. Seit der Zertifizierung vor eineinhalb Jahren wurden die Therapieansätze gezielt in die Praxis integriert. Das Angebot umfasst individuell erstellte Behandlungspläne, spezielle Psychoedukationsgruppen und Angehörigenvisiten auf der Station.

Netzwerke und Unterstützung für Angehörige
Im Rahmen des Forums wurden auch die bundesweiten Angebote der Deutschen Gesellschaft für bipolare Störungen aufgezeigt. Diese engagiert sich für Aufklärung, Beratung und die Vernetzung zwischen Betroffenen, Fachpersonal und Angehörigen. In Siegen wird dieser vernetzte Ansatz durch eine eigene Bipolarambulanz ergänzt, in der nach Terminvereinbarung Beratungsgespräche stattfinden.

Ein aktueller Fokus liegt zudem auf der gezielten Unterstützung der Familien. In diesem Jahr rückt die Begleitung von Bezugspersonen verstärkt in den Mittelpunkt der Versorgung. Geplant ist unter anderem die Unterstützung bei der Gründung einer neuen Selbsthilfegruppe, die sich speziell an Familienmitglieder und nahestehende Personen von Betroffenen richtet. Auch der bereits erfolgte Aufbau einer allgemeinen Selbsthilfegruppe wurde durch das Klinikum aktiv gefördert, um den Austausch untereinander langfristig zu sichern. (PM/bearbeitet durch Red)


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