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Pressemitteilung vom 08.04.2026    

Prozessauftakt in Köln: Vier Männer wegen Schockanrufen angeklagt

Nach einer Serie von Schockanrufen, bei denen ältere Menschen um rund eine halbe Million Euro betrogen wurden, stehen vier junge Männer vor dem Kölner Landgericht. Zwei der Angeklagten haben bereits Geständnisse angekündigt.

Symbolbild

Köln. Derzeit müssen sich vier Männer im Alter von 22 bis 27 Jahren wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs in 16 Fällen verantworten. Beim Prozessauftakt gaben die 23 und 26 Jahre alten Angeklagten über ihre Anwälte an, umfassende Geständnisse ablegen zu wollen. Die anderen beiden Angeklagten planen zunächst zu schweigen.

Den Männern wird vorgeworfen, die Beute nach sogenannten Schockanrufen abgeholt zu haben. In einem Fall soll es sogar zu einem Raub gekommen sein, als einem Opfer die Beute aus der Hand gerissen wurde. Die Taten sollen zwischen September 2024 und April 2025 in mehreren Orten im Bundesgebiet stattgefunden haben.

Organisierte Abläufe
Der Staatsanwaltschaft zufolge waren die 22- und 27-jährigen Angeklagten als Abholer tätig, während die 23 und 26 Jahre alten Männer eine höhere Position innerhalb der Bande einnahmen. Ihre Aufgaben umfassten die Koordination mit den sogenannten "Keilern", die Überwachung der Abholer sowie deren Transport zu den Tatorten. Zudem sollen sie gefälschte Polizeiausweise bereitgestellt haben. Die Täter stammen aus dem Umfeld einer Großfamilie. Der Begriff "Clankriminalität" wurde in diesem Zusammenhang nicht genannt, da vor allem Migrantenorganisationen diesen als rassistisch oder zumindest als stigmatisierend einstufen.



Menschliche Gefühle ausgenutzt
Fakt ist: Die Hintermänner gaben sich bei den Anrufen fälschlicherweise als Polizeibeamte, Staatsanwälte oder Richter aus. Sie überzeugten die Opfer, dass ein naher Angehöriger in einen tödlichen Unfall verwickelt sei und nur durch Zahlung einer hohen Kaution eine Haft vermieden werden könne. Ein besonders drastischer Fall betraf einen 90-Jährigen aus Lohmar, dessen Tochter angeblich einen tödlichen Unfall verursacht habe. Um den Druck zu erhöhen, imitierte eine Frauenstimme die Tochter des Opfers und flehte um Hilfe. Der Mann übergab schließlich Gold im Wert von rund 50.000 Euro.

Ob ein Teil der Beute sichergestellt werden konnte, wurde nicht mitgeteilt. Der Prozess ist auf insgesamt 18 Verhandlungstage angesetzt und soll bis Ende Juni abgeschlossen werden. (dpa/bearbeitet durch Red)


Mehr dazu:   Blaulicht   Gerichtsartikel  
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