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Nachricht vom 10.04.2026    

Gefahr im Wald: Was Spaziergänger in Rheinland-Pfalz beachten sollten

Der Besuch im Wald erfreut sich in Rheinland-Pfalz großer Beliebtheit, doch die Natur birgt auch Gefahren. Förster Martin Janner gibt Ratschläge, wie man sich vor umstürzenden Bäumen schützen kann.

Baum umgestürzt - Tote bei Flensburg. Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Oberwallmenach. An Ostern ereignete sich ein tragischer Unfall in einem Waldstück bei Flensburg, bei dem drei Menschen durch einen umstürzenden Baum ums Leben kamen. Dieses Ereignis sorgt auch in Rheinland-Pfalz für Besorgnis, da umgestürzte Bäume in den Wäldern keine Seltenheit sind. Wie können Spaziergänger und Wanderer sich schützen? Martin Janner, Gemeindewaldförster in Oberwallmenach im Rhein-Lahn-Kreis und Buchautor, rät: "Ich kann nur raten, auf den Wind zu achten. Bei stärkerem Wind empfehle ich, aus den Wäldern draußen zu bleiben. Und zwar nicht erst bei Orkanstärke, sondern ruhig schon ein bisschen vorher."

Vor allem in laubholzgeprägten Wäldern besteht Gefahr durch Totholz in den Baumkronen. Bei Wind können Äste abbrechen oder ganze Bäume umfallen. Forstleute bemühen sich, besonders an stark frequentierten Orten wie Waldparkplätzen und Trimm-dich-Pfaden, Totholz zu entfernen. Doch flächendeckend ist dies nicht möglich. Wanderer sollten daher den Blick nach oben richten, um trockene Kronen zu vermeiden. Nicht immer sind diese jedoch sichtbar, warnt Janner. Bei Eichen und Buchen etwa hängen tote Äste oft über grünem Laub.

Eine besondere Gefahr stellt die Esche dar, die aufgrund eines eingeschleppten Pilzes, des "Falschen Weißen Stängelbecherchens", in Deutschland absterben könnte. "Letzten Endes steht er dann wie ein Bleistift im Boden und kann sehr leicht umfallen," erklärt Janner. Dieses Phänomen betrifft inzwischen auch Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.



Die Trockenheit der letzten Jahre hat den Wäldern stark zugesetzt. "Dadurch sind die Bäume logischerweise krankheitsanfälliger und durchaus mal in der Situation, dass sie alleine aufgrund der Trockenheit absterben." Der jüngste Waldschadensbericht prognostiziert, dass mehr als 80 Prozent der Bäume in Rheinland-Pfalz geschädigt sind - verursacht durch Klimawandel, Trockenheit, Luftschadstoffe und Schädlinge. Mit 43 Prozent Waldanteil ist Rheinland-Pfalz das waldreichste Bundesland.

Im Frühling zieht es wieder viele Menschen in den Wald, darunter Wanderer, Spaziergänger und Radfahrer. Janner beobachtet, dass aufgrund hoher Spritpreise mehr Menschen als sonst die Natur aufsuchen. "Wenn man sich als Familie überlegt, einen Ausflug zu machen und an der Tankstelle steht, entscheidet man sich aus Kostengründen eher für den Wald." Diese Entwicklung erinnert ihn an die Corona-Pandemie, als ebenfalls mehr Menschen in den Wald gingen. "Es ist jetzt so eine Art Corona-Effekt. Besser gesagt: der Hormus-Effekt," sagt Janner mit Blick auf die aktuell geschlossene Straße von Hormus. (dpa/bearbeitet durch Red)


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