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Nachricht vom 17.04.2026    

Kraftstoffpreise belasten Rheinland-Pfalz: Branchen schlagen Alarm

Die steigenden Kraftstoffpreise setzen zahlreiche Branchen in Rheinland-Pfalz unter erheblichen Druck. Während einige von der Situation profitieren, warnen andere vor existenziellen Herausforderungen.

Sprit (Foto: Sebastian Kahnert/dpa)

Rheinland-Pfalz. Steigende Spritpreise belasten die Verkehrs- und Dienstleistungsbranchen in Rheinland-Pfalz erheblich. Der Fahrlehrerverband Rheinland berichtet von Fahrschulen, die an ihrer Belastungsgrenze operieren. "Kraftstoff ist ein zentraler Kostenfaktor im Ausbildungsbetrieb", erklärte der Vorsitzende Joachim Einig. Aufgrund langfristig kalkulierter Ausbildungspreise können die gestiegenen Betriebskosten nur begrenzt weitergegeben werden. "Das führt dazu, dass die wirtschaftliche Belastung zunächst bei den Betrieben und Fahrlehrern selbst ankommt", sagte Einig. Sollte sich die Preissituation nicht bald entspannen, sei es kaum vermeidbar, dass sich dies auch in den Preisen für Fahrstunden widerspiegeln werde.

Zugleich sorgt die Ankündigung eines möglicherweise günstigeren Führerscheins für Verunsicherung, was Fahrschüler dazu veranlasst, ihre Ausbildung zu verschieben oder weniger Fahrstunden zu nehmen. Dies führe zu Kosten- und Nachfragerisiken, die viele Betriebe an ihre "Belastungsgrenze" bringen, so Einig.

Volle Busse und Bahnen
Im Gegensatz dazu erlebt der Verkehrsverbund Rhein-Mosel (VRM) einen deutlichen Nachfrageanstieg im öffentlichen Nahverkehr, wie Geschäftsführer Stephan Pauly berichtet. Besonders im Schienenpersonennahverkehr seien Züge auch zu Randzeiten "proppenvoll". Auch im Busverkehr steige die Nachfrage spürbar. Der öffentliche Personennahverkehr bleibt preislich stabil und wird aus Fahrgastsicht als "Krisengewinner" wahrgenommen. Dennoch sei mittelfristig eine stärkere Berücksichtigung gestiegener Energiepreise bei der Preissetzung des Deutschland-Tickets zu erwarten.



Bauern gegen Dieselsteuer
Aus der Landwirtschaft kommen ebenfalls Sorgen bezüglich der gestiegenen Kraftstoffpreise. Andreas Köhr vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd betonte: "Gerade in der Landwirtschaft wird viel Diesel gebraucht - da steigen im gleichen Zug die Kosten." Herbert Netter vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau stimmt zu und verweist auf die steigenden Düngerpreise, die letztlich auch die Lebensmittelpreise erhöhen könnten. Beide Verbände fordern, die CO₂-Besteuerung beim Diesel abzusenken oder auszusetzen.

Forderung nach angepassten Taxitarifen
Taxi- und Mietwagenbetriebe in Rheinland-Pfalz stehen laut Verband Mobilität und Logistik ebenfalls unter Druck. Die wirtschaftliche Lage verschärft sich durch steigende Treibstoffpreise, was besonders systemrelevante Angebote wie Kranken- und Schülerfahrten betrifft. Der Verband fordert daher eine schnelle Anpassung der Taxitarife sowie temporäre Zuschläge zur Abfederung der Mehrkosten.

Offener Brief an Merz
Ein offener Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz hebt die überregionale Dimension der Krise hervor. "Die Lage ist ernst", heißt es darin. Zahlreiche Betriebe sehen sich gezwungen, aufzugeben oder Insolvenz anzumelden. Unterzeichnet wurde der Brief von mehreren Bundesverbänden, die niedrigere Energie- und Stromsteuern sowie zeitlich befristete Preisdeckel oder direkte Entlastungszahlungen fordern. (dpa/bearbeitet durch Red)


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