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Pressemitteilung vom 21.04.2026    

Weltweit erste Studie zu neuen Operationsinstrumenten aus Siegen veröffentlicht

Die Chirurgische Klinik des St. Marien-Krankenhauses in Siegen hat mit einer Studie zur minimalinvasiven Chirurgie internationale Beachtung gefunden. Die Ergebnisse der Untersuchung könnten die Zukunft von Operationstechniken maßgeblich beeinflussen.

Dr. Ibrahim Darwich (Fotos: Thomas Klur)

Siegen. Die Fachzeitschrift "Surgical Endoscopy" veröffentlichte eine weltweit erste Studie, die eine neue Generation beweglicher Operationsinstrumente im Vergleich zu herkömmlichen Instrumenten der minimalinvasiven Chirurgie untersucht. Diese sogenannten artikulierenden Instrumente (ArtiSential®) bieten den Vorteil, sich ähnlich wie ein menschliches Handgelenk bewegen zu lassen, was Operateuren mehr Beweglichkeit und Präzision ermöglicht - besonders bei Eingriffen in engen anatomischen Bereichen wie im Becken während Mastdarmoperationen.

An der Studie nahmen 78 Patienten teil, die sich einer minimalinvasiven Operation am linken Dickdarm oder Mastdarm unterzogen. Nach umfassender Aufklärung und Einwilligung wurden sie zufällig zwei Gruppen zugeteilt: Eine Gruppe wurde mit herkömmlichen Instrumenten operiert, während in der anderen die neuen beweglichen Instrumente zum Einsatz kamen. Randomisierte Studien gelten als Goldstandard der klinischen Forschung, da sie besonders belastbare Ergebnisse liefern.

Neue Technologie punktet bei komplizierten Operationen
Die Studienergebnisse zeigten keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich der Operationsdauer, Komplikationen oder der Dauer des Krankenhausaufenthalts zwischen den beiden Methoden. Beide erwiesen sich als vergleichbar sicher und effektiv. Bei anspruchsvollen Mastdarmoperationen zeigte sich jedoch ein Vorteil der neuen Technologie: In der Gruppe mit herkömmlichen Instrumenten musste häufiger auf offene Operationen oder abwinkelbare Instrumente umgestellt werden, während dies bei den artikulierenden Instrumenten nicht erforderlich war.



Dr. Ibrahim Darwich, Erstautor der Veröffentlichung und Leitender Oberarzt der Chirurgischen Klinik, erklärt: "Die Studie zeigt, dass diese Instrumente vor allem bei technisch schwierigen Eingriffen eine echte Unterstützung sein können. Unser Ziel ist es, minimalinvasive Operationen möglichst oft erfolgreich durchführen zu können, weil sie für die Patienten in der Regel schonender sind." Die Klinik gehört zu den frühen Anwendern dieser Technologie in Europa.

Erfolg mehrerer Akteure
Prof. Dr. Frank Willeke, Chefarzt und Medizinischer Direktor, betont die Bedeutung der Teamarbeit: "Solche Studien entstehen nicht allein im Operationssaal, sondern durch die enge Zusammenarbeit eines engagierten Teams aus Chirurgen, Wissenschaftlern und Partnern in der Forschung. Dass wir als Klinik aus Siegen eine weltweit erste randomisierte Studie zu dieser Technologie vorlegen können, ist ein schönes Ergebnis dieser gemeinsamen Arbeit. Und an dieser Stelle ein großer Dank an unsere Patienten, die zum Wohle des Erkenntnisgewinnes an dieser Studie teilgenommen haben." (PM/Red)


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