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Nachricht vom 23.04.2026    

Maschinenbau Böhmer setzt historische Grubenlok für Besucherbergwerk Bindweide instand

Von Samuel Schneider

Bei der Maschinenbau Böhmer GmbH in Steinebach/Sieg ist am Donnerstag eine historische Grubenlok feierlich präsentiert worden. Das 72 Jahre alte Fahrzeug soll nun nach umfassender Instandsetzung in das Besucherbergwerk Grube Bindweide zurückkehren.

Fotos: Samuel Schneider

Steinebach/Sieg. Es ist ein Stück lebendige Bergbaugeschichte, das am Donnerstag, den 23. April, bei der Maschinenbau Böhmer GmbH feierlich seiner Bestimmung übergeben wurde. Eine rund vier Tonnen schwere Grubenlokomotive des Herstellers Bartz, Baujahr 1954, wurde nach gründlicher Instandsetzung offiziell eingeweiht. Künftig soll sie wieder im Besucherbergwerk Grube Bindweide zum Einsatz kommen.

Anwesend bei der Einweihung waren unter anderem der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Betzdorf-Gebhardshain, Joachim Brenner, Unternehmensgründer und Geschäftsführer Christoph Böhmer, Geschäftsführer Stefan Böhmer sowie Jörg Braach, Projektleiter bei Böhmer und zugleich ehrenamtlich für die Grube Bindweide engagiert.

Die Lok wurde von Grund auf überholt. Das Fahrzeug sei vollständig zerlegt, gereinigt und nach der Instandsetzung komplett neu aufgebaut worden, hieß es seitens des Unternehmens. Bremsen, Filzdichtungen, Sandkästen und zahlreiche weitere Bauteile wurden erneuert. Da entsprechende Ersatzteile am Markt nicht mehr erhältlich waren, fertigte Maschinenbau Böhmer diese selbst. Lediglich die robuste Originalelektrik blieb erhalten und wurde zum Abschluss wieder angeschlossen. Abschließend erhielt die Lok einen neuen Anstrich und passierte die vorgeschriebene TÜV-Abnahme.

Besonders bemerkenswert: Die Arbeiten wurden überwiegend von den Auszubildenden Maximilian Buchen (1. Lehrjahr) und Miguel Knappe (3. Lehrjahr) durchgeführt. Zwischen Ende Oktober 2025 und März 2026 investierten sie neben Berufsschule und Lehrgängen rund 80 Arbeitsstunden in das Projekt. „Für uns ist es wichtig, jungen Menschen nicht nur moderne Technik, sondern auch die Wurzeln des regionalen Maschinen- und Bergbaus zu vermitteln“, betonte Geschäftsführer Stefan Böhmer.



Das Besucherbergwerk Grube Bindweide verfügt insgesamt über fünf Grubenloks – drei von Siemens und zwei von Bartz. Im täglichen Untertagebetrieb werden allerdings stets nur zwei Fahrzeuge eingesetzt. Aktuell übernehmen diese Aufgabe zwei Siemens-Loks. Mit der restaurierten Bartz-Lok steht nun wieder eine weitere betriebsfähige Maschine zur Verfügung.

Joachim Brenner ordnete das Projekt in den historischen Kontext ein. Der Bergbau habe über Generationen hinweg – neben der Landwirtschaft – zahlreiche Arbeitsplätze in der Region gesichert. Nach der Stilllegung wurde die Grube Bindweide 1986 als Besucherbergwerk wiedereröffnet. Die damals aus ganz Deutschland zusammengetragenen Maschinen befanden sich vielfach in schlechtem Zustand und mussten aufwendig aufgearbeitet werden.

Im Jahr 2026 blickt das Besucherbergwerk Grube Bindweide auf 40 Jahre seit seiner Wiedereröffnung zurück. Der offizielle Jubiläumstag ist für den 14. Juni terminiert. Zudem feiert die Bindweider Bergkapelle ihr 150-jähriges Bestehen, dessen Höhepunkt ein großes Festwochenende vom 14. bis 17. August in Malberg bildet.

Die Grube befindet sich im Besitz der Barbara Rohstoffbetriebe GmbH und wurde seinerzeit von der damaligen Verbandsgemeinde Gebhardshain und der Ortsgemeinde Steinebach angemietet. Mit Projekten wie der Lok­instandsetzung bleibt die Bergbautradition der Region auch künftig auf Schienen.


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