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Pressemitteilung vom 24.04.2026    

Natur-Exkursion unter dem Thema "Beobachtungen an den Waldrändern des Birkenbachtals" beim Kloster Hassel

Den Auftakt einer ganzen Reihe von fachkundlichen Naturexkursionen in diesem Jahr bildete die Exkursion von Herrn Maximilian Mohr, Revierleiter im Privatwaldbetreuungsrevier des Forstamtes Altenkirchen.

Die Teilnehmer der Exkursion erfuhren sehr viel Wissenswertes. (Foto: Veranstalter)

Pracht. Herr Mohr führte uns zu den Waldrändern der großen Wiese oberhalb des Klosters Hassel. Das Areal zeichnet sich aus durch einen ungedüngten, extensiv genutzten Krautsaum (mit einer Vielzahl von Gräsern und Wiesenblumen), einen durch Jungbäume und Sträucher gekennzeichneten Strauchgürtel und einen fließenden Übergang zum Waldmantel, unmittelbar vor dem eigentlichen Wald. Mit Hilfe dieser Einteilung in Krautsaum, Strauchgürtel und Waldmantel gelang es ihm, dass die Teilnehmer überhaupt diese Strukturen, die mannigfaltig ineinander übergehen, erkennen konnten und die unterschiedlichen Bäume und Sträucher besser einordnen konnten.

So enthält der Krautsaum Kleinstrukturen wie Ginster und Brombeerhecken, der Strauchgürtel Jungbäume und Sträucher, wie hier beispielsweise junge Wildbirnen, Vogelkirschen, Schwarz- und Weißdorn, Wildäpfel und Faulbaum. Hinzu kommt wertvolles Totholz, wichtig für zu Beispiel viele Kleinstlebewesen. Der Waldmantel hat eine ähnliche Vegetation, die Bäume sind älter und größer. Besonders eindrucksvoll ist diese Pflanzenwelt auf dem südexponierten Hang, der am meisten von der Sonne beschienen wird.

Waldränder sind sehr unterschiedlich: Herr Mohr führte uns dann ins Birkenbachtal, hier ist es insbesondere in der Nähe der alten Brücke viel schattiger und kälter, was sofort zu einer völlig anderen Vegetation führt. Dort in der Nähe waren einige Reisighaufen errichtet, die er lobend erwähnte, als Refugium für allerlei Tiere, wie Reptilien, Vögel, Insekten. Just in diesem Moment flog ein Zaunkönig hinein.

Am Rande des Birkenbachtals entdeckte er eine kleinstflächige, nicht bewachsene Böschung, die uns ohne seinen fachkundigen Blick wohl überhaupt nicht aufgefallen wäre. Sie ist idealer Brutplatz für Wildbienen, die ganz in der Nähe ihre Futterpflanzen finden.
Interessanterweise liegt das Areal, auf dem der Schwarzstorch immer wieder gesehen wird, ganz nahe. Er benötigt den Wechsel zwischen Wald, in dem er nistet, und Wiese, auf der er Futter findet. Die Feuchtwiese des Birkenbachtals wurde durch unermüdlichen Einsatz von Forstwirt und Landschaftspfleger Roland Steinwarz und seine vielen ehrenamtlich Helfenden grundlegend revitalisiert. Es ist schön zu sehen, dass hiervon auch der seltene Schwarzstorch profitiert.



Die Exkursion ging dann weiter zum großen Holzplatz. Hier wird der Waldrand unter anderem gesäumt durch Salweiden, die für rund 500 Tierarten als Futterstätte und Herberge dienen, wie die Teilnehmer erfuhren. Herr Mohr zeigte den Teilnehmern eine Baumscheibe einer Salweide mit einem großen schachtartigen Gang im Inneren. Die Überraschung war groß: Er berichtete, dies sei der Gang einer Weidenbohrerlarve, die bis zu 10 Zentimeter lang wird und drei bis fünf Jahre in Weichholzbäumen lebt.

Auf dem Rückweg zum Kloster Hassel säumten zahlreiche Sukzessionsflächen unterschiedlicher Zusammensetzung den Weg, worunter auch die charakteristische Eberesche, Felsenbirne und Birke zu finden sind. Alle Teilnehmer hatten das Gefühl, wieder mal viel dazu gelernt zu haben, zumal es Herrn Mohr gelang, durch Fragen und kleine Raterunden alle immer wieder in den Exkursionsverlauf einzubeziehen. Nun wissen die Teilnehmer, wie verschieden und wertvoll Waldränder als artenreicher Lebensraum sein können. So wissen alle jetzt auch wie man alleine anhand des Holzes roten Holunder von schwarzen Holunder unterscheiden kann.

Oben am Freisitz des Klosters angekommen, stellten die Teilnehmer mit viel Freude und Neugierde weitere Fragen, die den spannenden Austausch mit Herrn Mohr fortsetzten. Alle hatten sich nun den vom Förderkreis des Klosters hergestellten Apfelsaft von den klostereigenen Streuobstwiesen verdient. Zahlreiche Teilnehmer äußerten den Wunsch, noch mehr über das Natur-Kleinod Birkenbachtal und Hasselwald erfahren zu wollen.

So findet am 27. Mai 2026 (Mittwoch nach Pfingsten ab 13.30 Uhr) eine Exkursion mit Linda Bödger, der Biotop-Managerin und Vertragsnaturschutzbeauftragten des Landkreises Altenkirchen, zu Flora und Fauna des Birkenbachtals statt und am 13. Juni 2026 (Samstag, 13:00 Uhr) eine vegetationskundliche Exkursion mit Roland Steinwarz. Mai und Juni sind hierfür hervorragende Zeiten.

Im zweiten Halbjahr folgen dann wie jedes Jahr die bekannten Naturtage (30. September bis 4. Oktober 2026). In diesem Rahmen erwarten alle Interessierten wiederum mehrere Exkursionen wie die von Monika Kunkel, Försterin des Jahres 2025, sowie Förster Siegfried Rohs, zu den Zukunftsperspektiven der Wälder. (PM/Red)


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