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Nachricht vom 24.04.2026    

Pagnia-Insolvenz: Möbelhaus Hoffmann in Altenkirchen zeigt sich betroffen

Wie sehen es die verbliebenen Möbelhäuser, nachdem die Firma Pagnia in Betzdorf und dazugehörig auch Pack-zu in Altenkirchen, also im näheren Umfeld, Insolvenz angemeldet haben? Wir sprachen stellvertretend mit dem Möbelhaus Hoffmann in Altenkirchen.

Antje Hoffmann-Schulz und ihr Ehemann Roland sind das Herzstück des Hauses Möbel Hoffmann. (Foto: Werner Klak)

Altenkirchen. Wie sieht das Möbelhaus Hoffmann die Situation, nach der Insolvenz von Pagnia? Wir sprachen mit der Geschäftsleitung des Traditionshauses Möbelhaus Hoffmann und hörten dabei interessante Aspekte.

Die Branche habe allgemein zu knabbern, erklärte Ulf Hausmann, Geschäftsführer der küchen-hoffmann GmbH. Er teilt sich die Verantwortung zur Hälfte mit Ralf Eitelberg. Am Wochenende feierten sie 10-jähriges Bestehen. Zurzeit sind sieben Mitarbeiter in dem Unternehmen beschäftigt. Vor der Pandemie waren es elf.

"Haben Sie große Lagerbestände?", war unsere Frage. Das sei nicht der Fall, so der engagierte Unternehmer, nur ein paar Geräte. Aber grundsätzlich werde alles auf Kundenauftrag angefertigt. "Wir müssen nicht die Billigsten sein", fügte er hinzu. Man nehme damit in Kauf, auch mal einen Auftrag zu verlieren. Wenn ein Kunde mit dem Foto eines Möbelstücks komme, das ihm gut gefalle, könne die Firma es nachbauen, wollten wir wissen. "Natürlich", kam hier die spontane Antwort.

Finanzen solide verwalten
Vielleicht spiele auch die familiäre Situation eine Rolle, dass man die Kosten niedrig halten könne und bescheiden lebe, meinte ein Beobachter, der die Gepflogenheiten des Hauses kenne. "Vom Geld ausgeben, wird man nicht reich", sagt ein altes Sprichwort, zitierte der Beobachter weiter.

Grundsätzlich wird das Unternehmen sowohl auf der Seite Küchen als auch auf der Seite Möbel, die mit vier Mitarbeitern agiert, sehr solide geführt, was die Finanzen und Buchhaltung betrifft. Zudem geht man mit den Kunden behutsam um, berücksichtigt deren finanzielle Situation und hilft, wo es nötig und möglich ist. Wenn es mal ein Problem gebe, sei man umgehend zur Stelle und müsse nicht irgendwo in der Warteschleife hängen, drückt sich Hausmann salopp aus. Er ist ein Mann der Tat, der vom Fach kommt und manches auch mit etwas Abstand sieht.

Gründung in Almersbach
Gunda Hoffmann erinnert sich an die Gründung des Unternehmens, als sei es gestern gewesen. Am 1. Juli 1964 habe ihr Schwiegervater, Wilhelm Hoffmann, den sie liebevoll Opa nennt, in Brauns Wirtschaft in Almersbach angefangen. Mit 60 Jahren habe er mutig ein Grundstück auf dem jetzigen Standort erworben und in vier Jahren eine insgesamt 180 Quadratmeter große Halle gebaut, sodass im Oktober 1968 Einzug gefeiert werden konnte.



Leider musste sich die Familie von dem Visionär schon in seinem 66. Lebensjahr von ihm verabschieden. Er war lange Jahre beim Finanzamt tätig und zuvor im Möbelvertrieb. Dass er mit 60 Jahren eine solche Herausforderung gemeistert habe, bezeichnete Gunda Hoffmann als sehr mutig. Sie arbeitete als gebürtige Oberwesterwälderin immer gerne für das Unternehmen, fing im Büro und in der Buchhaltung an und war später auch im Verkauf.

Betroffenheit über Insolvenz
In wenigen Wochen besteht das Unternehmen seit 62 Jahren. Antje Hoffmann-Schulz und ihr Ehemann Roland sind das Herzstück des Hauses Möbel Hoffmann. Sie äußerten sich betroffen über die kürzlich angemeldete Insolvenz des Unternehmens und hoffen, dass sich bald ein Investor aus der Branche finde.

90 Arbeitsplätze seien bei Pagnia betroffen, zeigte sich Antje traurig. Grundsätzlich sieht sie Firmen ihrer Branche als Kollegen, nicht als Konkurrenz. Man habe die gleiche Schule besucht, fügte sie hinzu. Sie hoffe, dass ein Firmenprimus der Branche den Aufkauf tätige, damit es für die Beschäftigten weitergehen könne.

Staatliche Auflagen werden immer schlimmer
Allgemein, so führt Ehemann Roland aus, gehe es der Möbelbranche nicht gut. Grund hierfür sei ein verändertes Konsumverhalten. Geld werde eher für Freizeitaktivitäten oder Reisen ausgegeben. Hinzu komme, dass die behördlichen Abgaben steigend seien und es dem Mittelstand generell schwer gemacht werde, sei es durch Abgaben oder
Bürokratie. Antje abschließend: "Ich schlafe besonders gut, wenn ich jemandem
etwas Gutes verkauft habe". (Werner Klak)


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