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Nachricht vom 26.04.2026    

Seit 50 Jahren im Dienst: Kreisfeuerwehrverband Altenkirchen feiert Jubiläum

Von Samuel Schneider

Mit stehenden Ovationen, stillen Momenten und klaren Botschaften zur Zukunft feierte der Kreisfeuerwehrverband Altenkirchen sein 50-jähriges Bestehen. Ein Abend, der eindrucksvoll zeigte, wie viel Herz, Opferbereitschaft und Verantwortung im Ehrenamt stecken.

50-jähriges Jubiläum Kreisfeuerwehrverband Altenkirchen (Fotos: SaSc)

Daaden. Am Freitag (24. April 2026) wurde das Bürgerhaus Daaden zum Schauplatz eines besonderen Jubiläums: Ein halbes Jahrhundert gelebtes Ehrenamt, Zusammenhalt und Einsatzbereitschaft - der Kreisfeuerwehrverband Altenkirchen feierte sein 50-jähriges Bestehen.

Durch den Abend führten der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Altenkirchen, Volker Hain, sowie sein Stellvertreter Achim Schlosser, die die Gäste durch das abwechslungsreiche Programm begleiteten.

Schon zu Beginn wurde deutlich, dass dieser Abend mehr sein sollte als ein bloßer Rückblick. Nach der offiziellen Begrüßung erhoben sich die Anwesenden zum stillen Gedenken an verstorbene Kameraden - ein Moment, der die emotionale Tiefe dieses Jubiläums spürbar machte.

Würdigung des Einsatzes
Mit aktuell 41 Feuerwehreinheiten im Landkreis steht der Verband für eine beeindruckende Struktur - getragen von Menschen, die Verantwortung nicht scheuen. Landrat Dr. Peter Enders fand dafür klare Worte: Feuerwehr sei "kein Hobby, sondern eine Berufung". Er würdigte den unermüdlichen Einsatz der ehrenamtlichen Kräfte, machte aber auch deutlich, dass das System an Grenzen stoße. Mehr hauptamtliches Personal und Investitionen in Technik und Digitalisierung seien notwendig, um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden. Sein Appell: Ohne die Unterstützung der Arbeitgeber, die Einsatzkräfte freistellen, wäre dieses Engagement nicht möglich.

Musikalisch begleitet wurde der Abend von der Stadt- und Feuerwehrkapelle Wissen, die weit mehr ist als ein Orchester. Wie der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf, Helmut Stühn, betonte, verkörpert sie Identität, Gemeinschaft und Tradition - und ist damit ein klingendes Symbol dessen, was Feuerwehr in der Region bedeutet.

Werte der Feuerwehr
Auch Wehrleiter Matthias Theis richtete den Blick nach vorn. Mit einem Zitat des US-Politikers Adlai Ewing Stevenson erinnerte er daran, dass es nicht auf die Jahre im Leben, sondern auf das Leben in den Jahren ankomme. Die Feuerwehr habe sich stets im Spannungsfeld gesellschaftlicher und politischer Veränderungen behauptet - und müsse dies auch künftig tun. Besonders hob er die Bedeutung von Aus- und Fortbildung hervor, die im Feuerwehrverband Rheinland-Pfalz eine zentrale Rolle spiele.

Björn Jestrimsky, Brand- und Katastrophenschutzinspekteur, sprach über Werte, die sich nicht messen lassen: Vertrauen, Selbstlosigkeit und Opferbereitschaft. Ehrenamt bedeute auch Verzicht - auf Freizeit, auf Bequemlichkeit, oft auf persönliche Planungssicherheit. Umso wichtiger sei es, die personelle Entwicklung weiter voranzutreiben und qualifizierte Kräfte zu gewinnen.

DNA des Kreisfeuerwehrverbands Altenkirchen begann 1976
Mit spürbarem Engagement meldete sich auch Frank Hachemer, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Rheinland-Pfalz, zu Wort. Die Feuerwehr sei tief in der Gesellschaft verwurzelt - "Teil unserer DNA". Gleichzeitig rief er dazu auf, die Interessen der Einsatzkräfte entschlossen zu vertreten. Das deutsche Feuerwehrsystem sei weltweit einzigartig und stelle die größte Ehrenamtsinitiative des Landes dar. Dieses Erbe gelte es in die nächste Generation zu tragen - als gelebtes Zeichen demokratischer Werte.



Ein historischer Rückblick durfte ebenfalls nicht fehlen: Ehrenvorsitzender Peter Benner erinnerte an die Gründung des Verbandes am 6. November 1976 - in einem Jahr, das auch politisch von Bedeutung war, unter anderem durch die Bundestagswahl, bei der Bundeskanzler Helmut Schmidt im Amt bestätigt wurde. Seitdem hat sich viel verändert, doch der Kern ist geblieben: Menschen, die füreinander einstehen.

Blick auf die vergangenen Jahrzehnte
Der Abend bot darüber hinaus Einblicke in die vielfältige Arbeit der Feuerwehr - von Einsätzen bei der Flutkatastrophe im Ahrtal bis zur engagierten Nachwuchsarbeit in Kinder- und Jugendfeuerwehren. Eine multimediale Zeitreise ließ die vergangenen Jahrzehnte lebendig werden und leitete zu Ehrungen und Verabschiedungen über, die den offiziellen Teil abrundeten.

In diesem Zusammenhang wurde auch die Arbeit der Verbandsspitze gewürdigt. So steht der Kreisfeuerwehrverband Altenkirchen unter der Leitung von Volker Hain, der gemeinsam mit seinem Stellvertreter Achim Schlosser die Geschicke des Verbandes lenkt.

Ein besonderer Moment des Abends war zudem die symbolische Würdigung auf Landesebene: Achim Schlosser nahm im Namen des Kreisfeuerwehrverbandes aus den Händen von Frank Hachemer eine Urkunde sowie eine Deutschlandfahne zum Jubiläum entgegen – ein sichtbares Zeichen der Anerkennung und Verbundenheit.

Im weiteren Verlauf des Abends rückten noch einmal jene in den Mittelpunkt, die die Feuerwehr ehrenvoll über Jahrzehnte hinweg mitgetragen haben: Andreas Krüger von der Feuerwehr Weyerbusch wurde für 30 Jahre aktiven Dienst mit dem Dienstabzeichen des Deutschen Feuerwehrverbandes ausgezeichnet. Für sein langjähriges Engagement in der Feuerwehr erhielt Klaus Pfeifer von der Feuerwehr Elkenroth die silberne Ehrennadel des Landesfeuerwehrverbandes Rheinland-Pfalz. Auch Willibald Schuhen, ebenfalls Feuerwehr Elkenroth, sowie Daniel Freese von der Feuerwehr Katzwinkel wurden geehrt – beide mit der silbernen Ehrennadel des Deutschen Feuerwehrverbandes.

Zwischen Reden, Erinnerungen und Auszeichnungen blieb auch Raum für Begegnung. Bei Speisen und Getränken wurde das Jubiläum zu einem Ort des Austauschs - und zu einem starken Signal: Die Feuerwehr im Kreis Altenkirchen ist nicht nur bestens aufgestellt, sondern auch bereit für die Herausforderungen der Zukunft.

Ein Abend, der zeigte, dass hinter Uniformen Menschen stehen, deren Engagement weit über das Selbstverständliche hinausgeht. Und ein Jubiläum, das nicht nur zurückblickte - sondern vor allem eines tat: nach vorn schauen.


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