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Nachricht vom 11.07.2012    

Sommertour führte ins Raiffeisen-Land

Im Internationalen Jahr der Genossenschaften führte die Sommertour des SPD-Fraktionsvorsitzenden des rheinland-pfälzischen Landtags und ehemaligen Wirtschaftsministers Hendrik Hering auf die Spuren Friedrich Wilhelm Raiffeisens. Der große deutsche Sozialreformer gewinnt in Zeiten der Krise neue Popularität, sogar bei der Politik.

Die Sommertour durchs Raiffeisenland begann der SPD-Fraktionsvorsitzende Hendrik Hering (2. von rechts) im Deutschen Raiffeisenmuseum in Hamm. Fotos: pr

Kreis Altenkirchen. Auf die Spuren Friedrich Wilhelm Raiffeisens begab sich der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Hendrik Hering bei seiner diesjährigen Sommertour im Kreis Altenkirchen. Der heimische Landtagsabgeordnete Thorsten Wehner hatte eine „Zeitreise“ zu den wichtigsten Wirkungsstätten Raiffeisens organisiert, um vor Ort mehr über das Leben und Wirken des berühmten Westerwälders zu erfahren.
Zu Beginn hatte ein Besuch des Geburtshauses Raiffeisens in Hamm/Sieg auf dem Programm gestanden. Heute beherbergt das Haus, in dem Raiffeisen nach mündlicher Überlieferung am 30. März 1818 geboren wurde und bis zu seinem 17. Lebensjahr wohnte, das Deutsche Raiffeisenmuseum. Rund 2.500 Gäste aus aller Welt zählt das Museum jedes Jahr, darunter auch Gruppen aus Japan und afrikanischen Ländern. Klaus Thiesbonenkamp und Wolfgang Ebisch von den Heimatfreunden im Hammer Land e.V. führten die Gäste durch die Räumlichkeiten und hatten viel Wissenswertes über den Lebensweg des bekannten Sozialreformers und Genossenschaftsgründers zu berichten.

Hendrik Hering zeigte sich beeindruckt vom Rundgang durch das historische Gebäude. „Die Genossenschaftsidee hat sich vom Westerwald über die ganze Welt ausgebreitet und ist heute aktueller denn je“, so der rheinland-pfälzische SPD-Fraktionssprecher und zielte dabei insbesondere auf die Bedeutung der Genossenschaften bei der Energiewende ab. Allein im Jahr 2011 seien deutschlandweit 150 neue Energiegenossenschaften gegründet worden, so Hering.

Dieses Thema wurde auf der nächsten Station der Reise bei einer Diskussionsrunde im Raiffeisen-Begegnungszentrum in Weyerbusch vertieft. „Gerade das Genossenschaftsmodell mit lokalen Akteuren und Interessengruppen im Boot trage zur Akzeptanz von Wind- und Solarparks bei“, so Hering. „Die Bürgerinnen und Bürger können hierbei mitbestimmen. So kommt der Grundgedanke Raiffeisens zur Geltung, das Geld aus dem Dorf auch im Dorf zu lassen.“




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Auch beim gesellschaftspolitischen Thema der demographischen Entwicklung und ihren Folgen habe der Genossenschaftsgedanke laut Hering eine Renaissance verdient. Er sieht in alternativen generationsübergreifenden Wohn- und Arbeitsgemeinschaften, die genossenschaftlich organisiert seien, eine ideale Lösung.

„Der Solidaritätsgedanke Raiffeisens zeigt gerade bei einer weiteren zentralen Herausforderung unserer Zeit seine Aktualität, nämlich der Bewältigung der Finanzkrise“, betonte Hendrik Hering. Thorsten Wehner pflichtete ihm bei und lobte gerade die Genossenschaftsbanken und Sparkassen mit soliden Finanzen als sichere Geldinstitute. Er dankte in diesem Zusammenhang Paul Josef Schmitt von der Westerwaldbank in dessen Eigenschaft als Vorstandsmitglied der kürzlich gegründeten Deutschen Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen Gesellschaft für die freundliche Aufnahme in Weyerbusch. Schmitt nutzte die Gelegenheit und warb um tatkräftige Unterstützung der neuen Gesellschaft.

Der Abschluss von Herings Sommertour führte ins Raiffeisenhaus in Flammersfeld. Das Haus war erst im März nach umfangreichen Sanierungs- und Renovierungsmaßnahmen neu eröffnet worden. Der Beigeordnete der Verbandsgemeinde Manfred Maurer gab in Vertretung für Bürgermeister Josef Zolk einen Einblick in die Räumlichkeiten und Ausstellung. In diesem Haus lebte und wirkte Raiffeisen in der Zeit von 1848 bis 1852 als Bürgermeister des Amtes Flammersfeld. 1849 gründete er hier den „Flammersfelder Hülfsverein zur Unterstützung unbemittelter Landwirthe“, den weltweit ersten Darlehnskassenverein.


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