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Nachricht vom 03.05.2026    

Kindgerechte Stadtführung in Altenkirchen lässt Kids gedanklich durch die Zeit reisen

Kinder der vierten Klasse erlebten eine spannende Zeitreise durch die Kreisstadt Altenkirchen zusammen mit Christine Grabowsky und "Nachtwächter" Günter Imhäuser.

Vor der Kulisse des Schlossplatzes begann für die Schüler der vierten Klasse der Pestalozzischule eine Zeitreise in Form einer Stadtführung. (Alle Fotos: Werner Klak)

Altenkirchen. Den Kindern des vierten Schuljahres der Pestalozzischule stand manchmal der Mund offen, als sie erfuhren, was die Kinder im Mittelalter alles leisten mussten. Die Histore der Kleinstadt rückte in greifbare Nähe als sie Reste der über 1.000 Jahre alten Stadtmauer berühren konnten. Diese gab einen echten historischen Hintergrund für ein Erinnerungsfoto der Viertklässler her.

"Seid Ihr bereit?", fragten Christine und Günter, die den Kindern lautmalerisch
das Tun und Wirken der damaligen Zeit näherbrachten. Es wurde gelehrt, wie man das Alter der über 400 Jahre alten Gebäude wiedererkennen kann. "Schade", hieß es am Schluss seitens der Kinder, "dass wir wieder in die Schule zurück müssen".

Spannend erzählte Anekdoten
Imhäuser, als zertifizierter Gästeführer, hatte sich gut auf diesen ersten Tag in der Saison 2026 der Stadtführungen vorbereitet. Diese werden ansonsten für Erwachsene organisiert. Wie kein Zweiter hat er sich in 14 Jahren als Kenner der Stadt entwickelt und weiß um die Anekdoten des Ortes - er kennt sie aus dem Effeff. Ob es die Erklärung des Kratzsteins ist, aus dessen Wortspiel der Begriff "um die Kurve kratzen" entstand, oder die Bedeutung der Drecksgass. Selbst der Begriff "Reeperbahn", der in der Führung für Erwachsene erklärt wird, ist in Wahrheit harmlos, denn es handelt sich hierbei um die Produktion von Hanfseilen. Als Nachtwächter Günter hatte er vor den historischen Gebäuden der Stadt Altenkirchen viele Neuigkeiten zu erzählen. Die Kinder der Pestalozzischule hörten ihm gespannt zu.

Nachtwächter für einen Hungerlohn
Christine, die die Führung für die Kinder leitete, stellte einige Fragen, die fleißig beantwortet wurden. "Eineinhalb Stunden gingen herum, wie im Flug", bemerkte ein Teilnehmer. "War der Beruf des Nachtwächters beliebt?" Die Antwort erstaunte die Viertklässler, die eigentlich dachten, es sei aufgrund des Gewandes und der Ausstattung des Mannes der Nacht ein angesehener Beruf gewesen. "Ganz das Gegenteil", so Imhäuser. Es war ein unehrenhafter Beruf. Nur drei Taler gab es dafür im Jahr und einen Liter Öl für seine Lampe. Arbeit in der Landwirtschaft sei somit vonnöten gewesen, um über die Runden zu kommen und satt zu werden. Immerhin hatte der Nachwächter ein Zimmer im damaligen Schloss. Ehrenhafte Berufe hingegen waren die des Bürgermeisters oder des Pfarrers.




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Die Kirche wurde mehrfach zerstört
Bei der Schätzung des Alters der Evangelischen Kirche gab es ein weiteres Mal Erstaunen, da dies von den Kindern auf 1.000 Jahre geschätzt wurde, aber tatsächlich erst vor 70 Jahren errichtet worden ist. Die Einweihung fand am 27. September 1953 statt.

Betont wurde, dass selbst nach der mehrfachen Zerstörung der Kirchen diese immer wieder an derselben Stelle aufgebaut wurden. Die Erklärung von Feuer war dem ehemaligen Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr von Altenkirchen besonders wichtig. "Ich will keinen sehen, der von Euch mit Feuer in der Wohnung spielt", gab er den Schülern mit auf den Weg. Der Tag wurde mit einem Besuch in einer örtlichen Buchhandlung abgerundet und wird wohl am Nachmittag Gesprächsstoff bei den Eltern gewesen sein. (Werner Klak)


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