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Nachricht vom 13.07.2012    

Ferienspaßaktion auf dem Flugplatz in Katzwinkel

Wie sieht die Welt von oben aus? Im Rahmen der Ferienspaßaktion der Verbandsgemeinde Betzdorf und dem Segelflugclub Betzdorf-Kirchen ging lernten Ferienkinder am 6. Juli auf dem Flugplatz in Katzwinkel-Wingendorf die Vogelperspektive kennen. Mit einem Segelflugzeug ging es für die jungen Flugbegeisterten in windige Höhen.

Bei der Ferienspaßaktion auf dem Flughafen Katzwinkel-Wingendorf beantworteten erfahrene Flieger die Fragen der angehenden Co-Piloten.

Betzdorf/Kirchen. Wie sieht die Welt von oben aus? Dieser Frage wollten 17 Kinder im Rahmen der Ferienspaßaktion der Verbandsgemeinde Betzdorf zusammen mit dem Segelflugclub Betzdorf-Kirchen auf den Grund gehen. Am Freitag, 6. Juli, hatten sie sich morgens auf dem Flugplatz in Katzwinkel-Wingendorf eingefunden. Skeptische Blicke wanderten zum Himmel, die vielen Wolken hingen doch ziemlich niedrig.

Aber kurz nach 10 Uhr konnte es losgehen. Zwei doppelsitzige Segelflugzeuge, die auch zur Ausbildung genutzt werden, und die rotblaue Schleppmaschine standen bereits durchgecheckt und startbereit vor der Halle. Die Jugendgruppe des Segelflugclubs hatte alles vorbereitet. Erst einmal musste jedoch gelernt werden, wie man sich auf dem Flugplatz verhält. Wo darf man hinlaufen, wo nicht. Keinesfalls vor die Flieger laufen, sondern immer hinten rum. Dann kamen die Segelflugzeuge an die Reihe. Wie werden die gesteuert? Gibt es Luftlöcher? Was bedeuten die Instrumente? Kann man auch bei Regen fliegen? Niemand konnte den Kindern das besser erklären, als Katharina, Segelfliegerin und angehende Lehrerin. Keine Frage bleibt von ihr unbeantwortet.

Vor dem Einstieg mussten jedoch noch die automatischen Fallschirme angezogen werden. Wie übergroße Rucksäcke wurden sie den jungen Flugbegeisterten umgeschnallt und festgezurrt. Da wurde es manchen doch ganz schön mulmig. „Müssen wir da jetzt rausspringen?“, war die bange Frage. Nein, natürlich nicht, die Piloten wollen das ja auch nicht, aber man muss für den Ernstfall stets gerüstet sein. Pilotin Ingrid überzeugte noch eine kleine Co-Pilotin, trotzdem mitzufliegen: „Wenn du willst, fliegen wir nur eine kleine Runde um den Platz und landen gleich wieder, du darfst das bestimmen.“

Dann hieß es einsteigen, anschnallen und Haube verriegeln. Der Höhenmesser wurde auf Null gestellt, sodass man später sehen konnte, wie hoch man über dem Platz geflogen war. Dann wurde auch schon das Schleppseil eingeklinkt, ein Helfer hielt die Tragflächen waagerecht und die Motormaschine rollte langsam an. „Seil straff!“, meldete der Pilot über Funk. Dann ging es mit Vollgas los. Auf dem Rasen rumpelte das Rad des Segelflugzeugs noch etwas, aber schon nach etwas über 100 Meter Rollstrecke hob es ab in die Luft. Es wurde leise, nur noch das Rauschen des Fahrtwinds war zu hören, als das Flugzeug knapp über dem Boden mit 110 km/h dem Schleppflugzeug hinterherfliegt.

Kurze Zeit später ging es zwischen den noch tiefhängenden Wolken auf 600 Meter Höhe. Dann wurde ausgeklinkt. Das Schleppflugzeug tauchte nach links weg und das Segelflugzeug machte eine Rechtskurve. Spannend ging es zwischen die Wolken, der Flugplatz war plötzlich verschwunden und schon im nächsten Moment das Dorf, das zuvor noch zu sehen war. Die Wolken schienen mit ungeheurer Geschwindigkeit am Flugzeug vorbeizuziehen. „Dürfen wir da auch reinfliegen?“, so die Frage des Kindes. Nein, darf man nicht, es muss genügend Abstand zu den Wolken gehalten werden. Dann ist der Platz wieder in Sichtweite. „Wie klein die Häuser von hier oben sind! Und erst die Autos!“, staunte die junge Co-Pilotin.



„Da hinten ist ein großes Zeltlager mit vielen kleinen und einem großen weißen Zelt“, so eine Entdeckung. Da es die Höhe erlaubte und genug Aufwind vorhanden war, konnte man schnell dorthin fliegen. Dann drehte man noch eine Runde über Betzdorf, Hövels und Birken-Honigsessen. „Das geht ja schnell, so schnell geht das mit dem Auto aber nicht!“, so ein Kind begeistert.

Um auch die anderen Kinder noch in die Luft befördern zu können, ging es nach einer halben Stunde Flug zurück und nach einem langgestreckten Gegenanflug mit einer Runde über Kirchen in den Landeanflug. Schnurgerade zielte das Flugzeug auf den Platz zu. Die Bremsklappen wurden ausgefahren, ein leichter Ruck wurde spürbar und wie im Fahrstuhl ging es nun nach unten. Als eine vorwitzige Schwalbe kurz vor der Landung noch um das Flugzeug sauste, bemerkte die junge Mitfliegerin: „Ist die schnell und wendig!“ Und schon fängt der Pilot das Flugzeug knapp über dem Boden ab, ein leichter Ruck wird beim Aufsetzen spürbar und die Erde hatte die Insassen wohlbehalten zurück. Die Maschine rollte aus und schon kamen die anderen Kinder und Flieger angerannt. Losschnallen, aussteigen und alle halfen, das Segelflugzeug am Rand der Piste zurück zum Start zu schieben.
Einer nach dem anderen stieg ein und wagte es, in die Lüfte zu steigen. Jeder hatte etwas anderes zu berichten. Manche zunächst ganz leise, bis die Begeisterung dann aus ihnen heraussprudelte. „Habt ihr auch einen Vogel gesehen?“ „Nee, aber wir haben die kleinen gelben Zeltkuppeln am Betzdorfer Busbahnhof und ein Pfadfinderlager gesehen!“ „Und Kühe haben wir gesehen, gaaaanz winzig waren die!“

Die skeptische kleine Co-Pilotin wollte dann doch länger fliegen, es war so leise, so ein sanftes Gleiten da oben. Strahlend stieg sie nach der Landung wieder aus, es wurde abgeklatscht und auch Pilotin Ingrid strahlte. Viel gab es zu erzählen: „Die Wolken sehen da oben ganz anders aus als hier unten, wie Wattefetzen, und die bewegen sich dauernd!“

Bis zum Nachmittag stieg die Wolkenbasis dann auf 800 Meter an, sodass das Segelfliegen noch besser funktionierte und man schon mal einen Abstecher Richtung Wissen oder Morsbach machen konnte. Alle Kinder kamen in die Luft und sogar ein junger Vater ließ sich von der Begeisterung anstecken und flog mit.

Den Fliegern bereitete so viel Begeisterung riesigen Spaß. Da macht man jedes Jahr gerne wieder mit. Und der Segelflugclub ist nun schon seit über 20 Jahren dabei, so wird es auch in Zukunft sein, solange das Wetter mitspielt.


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