Pressemitteilung vom 07.05.2026 
IG BAU Koblenz warnt: Pflanzenschutzmittel als Parkinson-Risiko
Die Arbeit in der Landwirtschaft und verwandten Bereichen birgt unerwartete Risiken. Der Kontakt mit Pflanzenschutzmitteln kann langfristig zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Welche Maßnahmen nun ergriffen werden, um Betroffene zu unterstützen, erfahren Sie hier.
Koblenz. Menschen, die in landwirtschaftlichen Berufen tätig sind, sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt, an Parkinson zu erkranken. Dirk Wiechert von der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) erklärt: "Wer auf den Feldern oder in Gewächshäusern arbeitet, kann ein erhöhtes Risiko haben, Parkinson zu bekommen, insbesondere bei häufigem Umgang mit Pflanzenschutzmitteln über viele Jahre."
Das Parkinson-Syndrom durch Pestizide ist als Berufskrankheit anerkannt. Um Unterstützung von der gesetzlichen Unfallversicherung zu erhalten, müssen Betroffene nachweisen, dass sie mindestens 100 Tage mit chemischen Pflanzenschutzmitteln gearbeitet haben, sei es mit Fungiziden, Insektiziden oder Herbiziden. Dies gilt nicht nur für die Landwirtschaft, sondern auch für den Gartenbau und Forst.
Dirk Wiechert betont: "Beschäftigte, die an Schüttellähmung erkrankt sind, erhalten Unterstützung von der Berufsgenossenschaft, die von medizinischer Versorgung bis zu Geldleistungen reicht." Auch in der Floristik und im Bauwesen können Gefahren lauern, etwa durch Anti-Schimmelmittel in Baustoffen.
Die IG BAU Koblenz-Bad Kreuznach fordert niedergelassene Ärzte auf, Parkinson-Patienten gezielt anzusprechen. Zudem sollen die gesetzlichen Krankenversicherungen Patienten informieren, da eine Anerkennung als Berufskrankheit intensive Betreuung ermöglicht. Die Agrar-Gewerkschaft setzt sich dafür ein, dass mehr Betroffene diese Anerkennung erhalten, besonders jene, die indirekt Pestiziden ausgesetzt waren.
Menschen in gefährdeten Branchen wird geraten, sich bei Fragen an ihre Berufsgenossenschaft zu wenden. Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) bietet eine spezielle "Parkinson-Hotline" unter der Telefonnummer 0561-78510350 an und stellt auf ihrer Website weiterführende Informationen bereit. (PM/Red)
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