Das Schüler-Varieté im Westerwald-Gymnasium Altenkirchen bot erneut beste Unterhaltung
Von Wolfgang Rabsch
Das Schüler-Varieté am Westerwald-Gymnasium Altenkirchen lockte auch in diesem Jahr zahlreiche Besucher an. Die Aula war restlos ausverkauft, als die jungen Talente ihr vielfältiges Programm präsentierten. Die Show bot Unterhaltung und emotionale Momente.
Altenkirchen. Eines ist so sicher wie das Amen in der Kirche: Wenn das Westerwald-Gymnasium (WWG) in Altenkirchen zum jährlichen Schüler-Varieté einlädt, startet sofort ein Run auf die begehrten Eintrittskarten. Auch 2026 war das wieder der Fall; in kürzester Zeit waren die Tickets bereits im Vorverkauf vergriffen, die den Besuch der Show ermöglichten. Wohlweislich findet das Schüler-Varieté an zwei aufeinanderfolgenden Tagen statt, so können sich deshalb mehr Zuschauer an dem Programm erfreuen.
Am Freitag (8. Mai 2026) fand praktisch die Premiere des diesjährigen Varietés statt – wie erwähnt vor einer restlos ausverkauften Aula. Im Publikum herrschte eine entspannte, aber auch von großer Vorvorfreude geprägte Stimmung, getragen von vielen Angehörigen, Freunden und Bekannten der jungen Künstler.
Junge Moderatoren führten durch das Programm
Mit Malisa Neubauer, Max Morozov und Benjamin Scorys stand ein Moderatorenteam auf der Bühne, das die gesteigerten Anforderungen in vollem Umfang erfüllte. Sie erklärten, dass das diesjährige Motto der Show "varie Dream" lautet, wobei gute und schlechte Träume im Mittelpunkt stehen würden. Neben einigen Lehrkräften, Vertretern des Fördervereins und der Elternvertretung des WWG hatte es sich auch Fred Jüngerich, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld, nicht nehmen lassen, sich einige Stunden der Entspannung zu gönnen. Fred Jüngerich war auch in seiner Funktion als Kreisbeigeordneter für den verhinderten Landrat Dr. Peter Enders anwesend und überbrachte dessen Grüße. Ein Statement des VG-Bürgermeisters folgt am Ende des Artikels.
Ein pickepackevolles Programm, das begeisterte
Sage und schreibe 28 Programmpunkte wurden aufgeführt – ein Programm, das hohe Anforderungen an das Publikum und die jungen Schüler stellte. Das Programm bot alles, was man von einer Varieté-Show erwarten kann: Sketche, artistische Tänze, musikalische Vorführungen, Slapstick und Comedy; einfach für jeden Geschmack war etwas dabei. Es dürfte verständlich sein, nicht jeden einzelnen Programmpunkt zu erwähnen und zu beschreiben. Die 12. Klasse des WWG in Altenkirchen zeichnete sich auch in diesem Jahr als großartige Organisatoren aus; die aufwendig gestaltete Schau erforderte eine große Vorlaufzeit und die Bereitschaft, viel Freizeit zu opfern. Es waren aber nicht nur die Schüler, die neben dem Unterricht unzählige Stunden mit Proben verbrachten; auch vielen Lehrern muss gedankt werden, dass sie mit vollem Einsatz zum Gelingen der Varieté-Show beigetragen haben. Reich kann man mit einer solchen Veranstaltung nicht werden, aber der begeisterte Applaus des Publikums ist die wertvollste Belohnung, die Künstler erhalten können – und davon gab es reichlich.
Der Autor dieses Artikels tut sich unglaublich schwer, alle Auftritte zu beschreiben, denn eigentlich hätten es alle verdient, auch auf diesem Weg gewürdigt zu werden. Ins Auge fielen die Tanzvorführungen, die durch ihre Synchronität und kraftvolle Eleganz begeisterten. Höhepunkt und Abschluss des Abends waren wieder einmal die "Mädels- und Männertänze". Das Publikum durfte abstimmen, wer die bessere Choreografie hinlegte. Eigentlich war das vollkommen egal, da sich beide Gruppen in nichts nachstanden, und das Publikum kürte mit dem etwas lauteren Beifall das weibliche Geschlecht zum Sieger.
Es wurden auch nachdenkliche, berührende Momente bewusst ins Programm aufgenommen. Jemima Vibrans, Schülerin der MSS12 des Westerwald-Gymnasiums, gelang es mit ihrer Eigenkomposition "Bilder", für atemlose Stille im Auditorium zu sorgen. In wundervoll poetisch-anmutig klingenden Worten berührte sie die Herzen der Besucher. Zusammen mit ihrer Pianistin Eliana Enns, die Jemima hochsensibel am Klavier begleitete, war dieser Auftritt der emotionale Höhepunkt der Veranstaltung. Sicherlich hat mancher Besucher feuchte Augen bekommen und der Beweis wurde erbracht, dass man auch mit sanften Worten die Herzen der Menschen erreichen kann.
Lobendes Statement von VG-Bürgermeister Fred Jüngerich
"Das diesjährige Varieté hat abermals unter Beweis gestellt, welch junge Talente in unserem Westerwald-Gymnasium schlummern. Gesang mit hervorragenden Stimmen, Poetry-Slam, der zum intensiven Nachdenken anregte, gepaart mit Witz und Charme, sorgten wieder einmal für einen kurzweiligen Abend. Ich danke allen Organisatoren aus Schüler- und Lehrerschaft, dass sie diese lange Tradition des Varietés in der Aula, und somit an altwürdiger Stätte, erhalten."
Mit diesen Worten ist der Verlauf der Show treffend beschrieben, und wenn aus berufenem Mund ein solches Lob ausgesprochen wird, ist dem nichts mehr hinzuzufügen.
Bilder
Bilder von Bomben, Leichen,
zensierte Namen auf tausenden Seiten,
Fluten und Dürren und Attentate,
steigende Zahlen und Temperaturgraphen,
verurteilt werden, nur werden, nur wegen einer Hautfarbe,
demografischer Wandel und Billigfabriken,
Reiche, die grinsend in SUVs sitzen.
Aber bleib so wie du bist,
denn alles ist gut so wie es ist, aber ganz sicher bin ich mir da nicht.
Heimatlose in Haustüreingängen,
während wir tonnenweise Lebensmittel wegschmeißen,
Plastikkontinente im Salzwassermeer
und am Strand liegen Öl und Teer.
Frauen, deren Pokale ein anderer kriegt, jeder Tag ein weiterer Femizid,
Eltern, deren Kinder man einfach so entführt.
Und bei all den Krisen in der Welt
seh' ich immer weniger, wo die Menschheit noch zusammenhält.
Eingeschworene, abgeschotteten Gruppen,
die sich schamlos Maul und Mitgefühl zerreißen,
als wäre es so wichtig, welche Sprache sie spricht, welchen Menschen er liebt, ihre Haut, sein Gewicht,
wie viele Bilder es von ihr im Internet gibt,
und alle denken sie wären selbst das beste Gericht.
Zuallererst sind wir alle Menschen.
Mitmenschen, die nur überleben, wenn wir endlich
einander die Hände geben statt nur nach eigenem Ruhm zu streben.
"Die Jugend ist faul!
Richtig arbeiten müssen die mal,
ins Militär sollen sie, um ihnen den Freigeist auszutreiben!"
sagt mein Uropa
und ich nicke nur.
Wofür bin ich noch hier?!
Die Geschichte wiederholt sich und Nein, potenziert sich
und Nie Wieder ist zwar jetzt und "Fuck Nazis" klebt auch auf meinem Hausaufgabenheft,
aber bitte erst in 5 Minuten,
ich muss noch ein paar Reels angucken,
um nicht weiter in den Weltschmerz abzurutschen.
In mir steigen Bilder auf.
Von Zeiten, in denen leben sich noch leichter anfühlte.
Und ich weiß, diese Bilder sind scheißegal,
weil sie ändern nichts an der Weltpolitik,
können Menschen nicht ihre Heimat, Würde, Familie,
der Welt nicht ihre Schätze, Moore und Tiere zurückgeben!
Kronen aus Löwenzahn,
Stöckenhütten im Wald,
Kreidebilder am Schuppen,
und Pusteblumen
und Regenjacken.
Rote Gummistiefel
und Schaukeln bis in den Himmel
und Pflaster auf blauen Flecken
und Umarmungen, um die wir nicht bitten.
Ich liebe Menschen!
Und ich liebe die menschlichen Dinge, die sie tun.
In mir lodert seit immer Hoffnung, dass es da draußen, hier drin,
eben doch noch eine Zukunft für uns gibt.
Ich habe einen Traum für die Zukunft.
Denn leiden tut man immer. Aber irgendwenn will ich wissen, wofür!
Ich will aufstehen, morgens rausgehen, mir die Welt ansehen
und mit eingestehen: es hat sich doch gelohnt, länger zu bleiben.
Wir träumen, von einer Welt, in der wir offen sind
für die Zukunft und alles was sie bringt,
ich will eine Welt, in der wir alles prüfen und das Gute behalten,
in der Neues keine Bedrohung ist,
sondern ein Segen, den wir offenen Armen
entgegennehmen und ausgestalten, ihn in Würde verwalten.
Denn eine blühende Zukunft ist uns gegeben?
Und wer sind wir, diese Träume in unseren Herzen nicht zu hegen,
uns an die Tür zu begeben
bis sie eintreten.
©Jemima Vibrans, 2025
Lokales: Altenkirchen & Umgebung
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