Sportplatz Flammersfeld: Kosten für Gebäudesanierung geben Ausschuss zu denken
In Zeiten, in denen die meisten Kommunen in Schulden untergehen zu drohen, sollte das Geldausgeben für Infrastrukturmaßnahmen mit Bedacht geschehen. Es gilt, mehr denn je zu hinterfragen, ob ein Betrag überhaupt sinnvoll und in der Höhe angemessen ist. Ein Vorhaben könnte sich also auch als gar nicht oder nur mit Abstrichen realisierbar darstellen.
Altenkirchen/Flammersfeld. Der Blick in den Umkleiden- und Sanitäranlagen-Trakt am Flammersfelder Sportplatz, der im Jahr 1982 entstand, macht deutlich: Der Zahn der Zeit nagt an allen Ecken und Enden, eine Sanierung steht außer Zweifel. In dieser Auffassung waren sich die Mitglieder des Sportausschusses des Verbandsgemeinderates Altenkirchen-Flammersfeld bei ihrer Stippvisite am späten Mittwochnachmittag (13. Mai) einig. Bedenken jedoch hegten sie, als eine erste Zahl möglicher Gesamtkosten für Modernisierungs- und Aufwertungsarbeiten die Runde machte: Auf rund 445.000 Euro veranschlagte „Hochbauer“ Stephan Hoffmann vom Fachbereich 3 (Infrastruktur, Bauen und Umwelt) der VG-Verwaltung die Summe, die es zu stemmen gelte. Bereits jetzt steht fest, dass Zuschüsse aus Sportförderprogrammen mit Sicherheit nicht zu erwarten sind, da die Zahl der Nutzungsstunden der Anlage bei weitem nicht ausreicht, solche Hähne aufzudrehen. Und genau in diesem Punkt liegt die Crux: Der Tennenplatz (rote Asche) ist nur das Ausweichareal für die vier Fußball-Mannschaften des VfL Oberlahr/Flammersfeld (Senioren und Alte Herren), wenn im Naturrasen-Stadion Lahrer Herrlichkeit (Bürdenbach-Bruch) nicht gespielt werden kann und darf. Dieser Umstand trifft eigentlich nur auf den Spätherbst und den Winter (Oktober bis einschließlich März) zu. So brachte das Gremium einstimmig bei einer Enthaltung als Empfehlungsbeschluss (für den Umwelt- und Bauausschuss sowie den VG-Rat) auf den Weg, eine Förderung über LEADER (bis zu 70 Prozent möglich) zu beantragen. Sollte sie positiv beschieden werden, sollen die Gespräche über Art und Weise der Sanierung (unter anderem ausloten, wie der VfL Eigenleistungen einbringen kann) fortgesetzt werden. Im Rahmen der Antragstellung soll auch eine mögliche Nutzung der Anlage durch die Verbandsgemeinde selbst, in den Bereichen der Jugendpflege, der Volkshochschule, der Raiffeisen-Grundschule Flammersfeld sowie der Kindertagesstätte „Villa Kunterbunt“ Flammersfeld in Betracht gezogen werden. Von der Aufpäppelung nicht betroffen ist das Sportlerheim, das der VfL in den Jahren 2001/2002 in Eigenleistung an den Umkleidetrakt anbaute, wobei die Materialkosten die ehemalige Verbandsgemeinde Flammersfeld übernommen hatte.
Der letzte Hartplatz
„Eigentum sollte man pflegen“, sagte der Bürgermeister der großen VG, Fred Jüngerich, mit Blick auf das Besitzverhältnis und das große Spielfeld, das von der Beschaffenheit den „letzten Mohikaner“ zwischen Willroth und Helmeroth darstellt. Alle anderen Areale für kleine und große Kicker kommen in Natur- oder Kunstrasen daher, nachdem auch der "rote Bruder" in Eichelhardt von der Bildfläche verschwand (Geländenutzung durch ortsansässige Firma). Die Frage, inwieweit der Platz überhaupt noch benötigt werde, könne nicht beantwortet werden. Eine Entscheidung zu diesem Aspekt müsse „in Kooperation“ zwischen Verbands- und Ortsgemeinde sowie Verein getroffen werden. Als Ausweichmöglichkeit sei er gar nicht so schlecht, wertete Jüngerich. „Es ist ein ,Nice-to-Have-Problem’“, erklärte Jürgen Kugelmeier (FWG), „die Maßnahme ist finanziell zu aufwendig, die Nutzung ist für mich entscheidend.“ Drastischer brachte es Jürgen Salowsky (Bündnisgrüne) auf den Punkt: „Das Objekt ist durch Nicht-Nutzung sanierungsbedürftig geworden.“ Jens Gibhardt (SPD) sah für sich ein „Problem mit der Höhe der Steuergelder, die rausgeworfen werden“. Flammersfelds Ortsbürgermeister Manfred Berger brachte den Aspekt der „Eigenleistung, die der Verein erbringen kann“, ins Spiel. Wichtig sei, dass die „Anlage in einen vernünftigen Zustand versetzt wird“. Dass der VfL über keine Jugendmannschaften (auch nicht in Spielgemeinschaften) verfüge, begründete Vorsitzender Mario Klein mit dem Trend, dass Eltern ihre Schützlinge im Herbst und Winter nicht mehr auf Ascheplätzen spielen lassen wollten, Kunstrasenplätze inzwischen vorzögen.
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Höhendifferenz von zwei Metern
Nach Angaben von Rainer Wilfert, der von 2005 bis 2025 Vorsitzender der 1973 aus den Nachbarvereinen Flammersfeld und Oberlahr fusionierten Spielgemeinschaft war, wurde das „Waldstadion“ an der Siebengebirgsstraße nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut. Jedes Vereinsmitglied hätte damals auf einen Fläche von jeweils zehn Quadratmetern die Wurzeln der Bäume entfernen müssen. Zudem sei die Holztribüne auf der der Straße gegenüberliegenden Seite gebaut worden, die bis zu ihrem Abriss auch als Umkleidemöglichkeit genutzt worden sei. Zu den markanten Daten zählte Wilfert neben dem Entstehen der Umkleiden (1982) und des Sportlerheims (2001/2002) auch die Ausstattung mit einer Flutlichtanlage (1981) und die Grundsanierung des Spielfeldes (2002), bei der eine Höhendifferenz von sage und schreibe rund zwei Metern zwischen dem Eckfahnenbereich (Nähe Eingangstor) und dem diagonal gegenüber verorteten Gegenstück beseitigt worden sei. Schließlich wurde eine neue Gasheizung (2019) installiert, die für eine Erneuerung bei der eventuellen Modernisierung nicht vorgesehen ist. (vh)
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