Kreisausschuss vergibt Aufträge für die Sanierung weiterer Kreisstraßen
Verkehrsteilnehmer können wieder ein wenig aufatmen: Der Kreis Altenkirchen lässt in nächster Zeit erneut marode Abschnitte seiner Straßen sanieren. Insgesamt gibt es im AK-Land mehr als 400 Kilometer dieser Wegstrecken, die teils nach Qualitätschecks per Befahrungen die Zustandsnote 5, also die schlechteste überhaupt, erhalten haben.
Altenkirchen. Nur mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Will nichts anderes heißen, als dass der Kreis Altenkirchen seine desolaten Straßen lediglich nach und nach in einen guten Zustand versetzen lassen kann. Die finanziellen Mittel pro Jahr sind ganz einfach begrenzt, um alles in einem Aufwasch zu erledigen. So können sich Straßenbaufirmen bloß schrittweise den Abschnitten widmen, die nach Qualitätschecks per Befahrungen vor allem die Zustandsnote 5 erhalten haben, denn schlimmer geht es nimmer. Mit zwei einstimmig erteilten Auftragsvergaben gab der Kreisausschuss des Kreistages Altenkirchen in seiner jüngsten Zusammenkunft grünes Licht, um wieder punktuell Abhilfe zu schaffen. Die Firma G. Koch GmbH & Co. KG (Westerburg) nimmt sich der K 16 von der Einmündung in die L 276 bei Giershausen über Walterschen bis zum „Treffen“ mit der K 15 (Neitersen-Obernau – Birnbach) an und stellt 2.247.958 Euro (Kreisanteil) in Rechnung. Der Fahrbahnaufbau entspricht nicht mehr den derzeitigen Verkehrsbelastungen und weist großflächige Frostaufbrüche sowie diverse Quer- und Netzrisse auf. Für den gesamten Ausbaubereich mit einer Länge von 2505 Mertern wurde bei der Zustandserfassung 2021 die Zustandsnote 5 festgestellt. Die Sanierung wird in verschiedene Abschnitte unterteilt und erfolgt je nach Zustand im Voll- bzw. Hocheinbau. Um die Entwässerung ordnungsgemäß zu gewährleisten, werden darüber hinaus die Quer- und Längsdurchlässe erneuert sowie die Mulden neu profiliert bzw. teilweise neu angelegt. Abschließend werden die Banketten an die neuen Höhenverhältnisse angepasst. Nach dem Ausbau werden die Ortsdurchfahrt Walterschen sowie die freie Strecke bis zur K 15, die zwischen Neitersen-Obernau und eben der Einmündung der K 16 im zurückliegenden Jahr aufgepäppelt wurde, zur Gemeindestraße abgestuft. Da nach dem Landesstraßengesetz jeder Ort mit mindestens einer klassifizierten Straße an das Verkehrsnetz angebunden sein muss, bleibt das Teilstück von der L 276 bei Giershausen bis zur Ortsdurchfahrt weiterhin eine Kreisstraße. An der Maßnahme beteiligen sich ebenfalls die Werke der Verbandsgemeinde (VG) Altenkirchen-Flammersfeld sowie der Stromnetzbetreiber EAM GmbH und Co. KG. Der Landesbetrieb Mobilität Diez hatte das komplette Projekt in einer gemeinsamen Ausschreibung öffentlich gemacht.
Auch K 118 an der Reihe
Auch der K 118 in der Ortsdurchfahrt Kausen und einem Teil der freien Strecke geht es „an den Kragen“. Die Sanierung erfolgt für 465.737 Euro unter der Obhut der Firma Dr. Fink-Stauf GmbH & Co. KG (Much). Der Ausbaubereich erstreckt sich auf insgesamt 420 Meter. Die vorhandene Fahrbahnbreite beträgt aktuell durchgehend fünf Meter und soll innerorts auf 5,50 Meter ausgedehnt werden. Größtenteils ist ein Vollausbau vorgesehen, für den Rest ein Hocheinbau ins Auge gefasst. Zusätzlich wird aus Richtung Dickendorf auf der linken Seite auf knapp 300 Metern ein einseitiger Gehweg ergänzt. Der rechtsseitig bereits vorhandene wird ebenso erneuert und erhält eine neue Breite von 1,50 Meter. An der Baumaßnahme beteiligen sich ebenfalls die Werke der VG Betzdorf-Gebhardshain, die Ortsgemeinde Kausen sowie der Stromnetzbetreiber EAM GmbH & Co. KG.
Weitere Investitionen in Schulen
Auch Investitionen für die eigenen Schulen brachte das Gremium jeweils ohne Widerspruch auf den Weg. Um Heizungs- und Sanitärarbeiten zur Neugestaltung von vier naturwissenschaftlichen Unterrichtsräumen am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Betzdorf kümmert sich für 93.289 Euro die Firma Heizung & Baddesign Jan Demmerling GmbH & Co. KG (Birken-Honigsessen). Das gesamte Projekt soll in den Sommerferien über die Bühne gehen. Die geringe Resonanz (ein Angebot/fünf Anforderungen) und die Überschreitung der Kostenermittlung (83.767 Euro) sei der aktuellen Marktlage und der guten Auftragslage der Firmen sowie dem kurzfristigen Realisierungszeitraum geschuldet, hieß es in der Beschlussvorlage. In diesem Zusammenhang (Neugestaltung der vier Unterrichtsräume) beschied der Ausschuss, die Firma Elektro Orlik-Braun (Herdorf) mit Elektroarbeiten zu betrauen, die 66.821 Euro kosten. Auch bei dieser Ausschreibung war die Resonanz gering (ein Angebot nach fünf Anforderungen).
Pflegelabor für BBS Wissen
Die Berufsbildende Schule (BBS) in Wissen erhält ein Pflegelabor (Skills Lab) mit Audio-Video-Debriefing, um vom Schuljahr 2026/27 an die Fachrichtung „Gesundheit und Soziales“ unterrichten zu können. Es wird von der Firma Skills Med Deutschland GmbH (Nürnberg) zu einem Angebotspreis in Höhe von 130.806 Euro geliefert und verfügt über mehrere technisch, funktional und pädagogisch miteinander verbundene Komponenten. Dazu zählen insbesondere Debriefing-Systeme, Klinik- und Pflegebettplätze, Patientenversorgungseinheiten, Patientensimulatoren, Funktionsschrankanlagen sowie die Modulausstattung. Darüber hinaus wurde der BBS Wissen gestattet, die Ausbildung zum „Fachpraktiker im Verkauf“ anzubieten, so dass auch das Benehmen, laut Schulgesetz gefordert, hergestellt wurde. Im Rahmen des Startchancen-Programms besteht an der Bertha-von-Suttner-Realschule plus in Betzdorf und an der Marion-Dönhoff-Realschule plus in Wissen jeweils Bedarf an personeller Unterstützung für die Bereiche Persönlichkeitsentwicklung und Resilienzförderung sowie Durchführung von Bewegungsangeboten mit pädagogischem Hintergrund. Beide Lücken schließt nunmehr die Stiftung MOVE (Andernach), wobei beide Lose (Betzdorf und Wissen getrennt) jeweils mit voraussichtlich 18.178 Euro im Jahr veranschlagt sind, die Stiftung MOVE der jeweils einzige Anbieter war.
19.185 Prüfungen
Noch einmal ging Einstimmigkeit in das Protokoll ein: Die Firma DPG Deutsche Elektro Prüfgesellschaft führt für 80.654 Euro die Prüfung der ortsveränderlichen, elektrischen Geräte an den kreiseigenen Liegenschaften durch. Hintergrund: Entsprechend den Vorschriften müssen alle ortsveränderlichen, elektrischen Geräte (PC-Bildschirme, Mehrfachsteckdosen, Wasserkocher usw.) in regelmäßigen Abständen auf ihre Sicherheit geprüft werden. Der Leistungsumfang beträgt 19.185 zu prüfende Geräte an 19 Standorten. Nach Auswertung der Angebote stellte sich, so die Beschlussvorlage, heraus, dass die beiden preisgünstigsten Bieter (54.983 und 59.665 Euro) nicht in die Wertung einbezogen werden konnten, weil deren eingereichte Unterlagen unvollständig waren. Es fehlten wesentliche Nachweise, die gemäß den Vergabeunterlagen zwingend vorzulegen gewesen wären (Eigenerklärung zur Eignung sowie ISO-Zertifikate). Nachforderungen kamen die beiden Bieter nicht fristgerecht bzw. nicht vollständig nach, so dass sie zwingend von der weiteren Wertung ausgeschlossen werden mussten. (vh)
Lokales: Altenkirchen & Umgebung
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