Werbung

Nachricht vom 17.07.2012    

Leuphana-Sommercamp schafft Zukunftschancen

30 Jugendliche aus dem Landkreis Altenkirchen sind in der Leuphana-Akademie auf der Jugendburg im hessischen Hohensolms angekommen. Im Rahmen des Sommercamps wollen sich die Jungen und Mädchen intensiv auf ihren Schulabschluss vorbereiten. Gleich zu Beginn erwartete sie dabei prominenter Besuch.

Die Jugendlichen des Leuphana-Sommercamps auf der Burg Hohensolms mit ihren Betreuern und Besuchern. Das gemeinsame Ziel: Alle Mädchen und Jungen sollen den Schulabschluss schaffen.

Kreis Altenkirchen. Der Startschuss ist gefallen: 30 Mädchen und Jungen aus dem Landkreis Altenkirchen sind im Leuphana-Sommercamp auf der Jugendburg im hessischen Hohensolms angekommen, um sich intensiv auf ihren (Haupt-) Schulabschluss im nächsten Jahr vorzubereiten.

Dafür sind sie bereit, einen großen Teil ihrer Sommerferien zu investieren: Drei Wochen lang durchlaufen sie ein anspruchsvolles schulisches Programm mit Unterrichtseinheiten in Mathe, Deutsch und Englisch. Daneben lernen sie die wichtigsten PC-Anwendungen kennen, bereiten sich intensiv auf die Berufswahl und Vorstellungsgespräche vor oder studieren ein Musical ein. „Beinahe nebenbei werden dabei die sozialen Kompetenzen der Jugendlichen gestärkt“, erklärte Professor Kurt Czerwenka von der Leuphana-Universität Lüneburg, der „Erfinder“ der Akademie, einer Abordnung der Geldgeber für dieses Camp.

Landrat Michael Lieber, Arbeitsagentur-Leiter Karl-Ernst Starfeld und Sparkassenvorstand Markus Keggenhoff ließen es sich nämlich nicht nehmen, den jungen Teilnehmern gleich zu Beginn ihrer ungewöhnlichen Ferienfreizeit einen Besuch abzustatten. Nachdem sie in jeden der Kurse hinein geschnuppert und von Czerwenka mehr über die Hintergründe des Projekts erfahren hatten, zeigten sich die Sponsoren beeindruckt. So erfuhren sie, dass die Erfolgsquote der früheren Camps durchweg bei mehr als 90 Prozent lag. Die Sommerakademie wird bundesweit seit vier Jahren angeboten und wurde bislang an 15 Standorten in Deutschland umgesetzt, im letzten Jahr erstmals auch im Landkreis Neuwied.

„Eines unserer Erfolgsgeheimnisse ist sicherlich der ganzheitliche Ansatz“, verriet Czerwenka. „Denn viele junge Menschen scheitern gar nicht an ihren intellektuellen Fähigkeiten, sondern an ihrem sozialen Umfeld oder an massiven Selbstwertproblemen.“ Deshalb gehe es immer auch darum, die Persönlichkeit der Jugendlichen zu stärken. „Das geschieht vor allem durch ein päda-gogisches Konzept, das jeden mitnimmt und in dem gegenseitige Wertschätzung ein unverzicht-barer Grundsatz ist. Vieles lässt sich so im täglichen Miteinander lösen. Dort, wo das nicht aus-reicht, steht professionelle psychologische Hilfe bereit.“ All das, betont der Pädagoge, Psychotherapeut und ehemalige Hauptschullehrer, sei idealtypisch, lasse sich im normalen Schulalltag aber in der Regel nicht bis in die letzte Konsequenz leben. „Die Möglichkeiten, die wir hier haben, hat Schule einfach nicht.“



Es gibt laut Czerwenka aber noch einen weiteren wichtigen Baustein, der den Erfolg erst möglich macht: Die kontinuierliche Nachbetreuung der Sommercamp-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer bis zum Schulabschluss. „Dieses dreiwöchige Camp setzt ganz wichtige Impulse, aber die Nachbetreuung ist entscheidend. Denn ohne sie würde sich das, was die Jugendlichen hier lernen, ganz schnell wieder verflüchtigen, wenn sie in ihr vertrautes Umfeld zurückkehren.“ Die Besucher waren von den Ausführungen beeindruckt, restlos überzeugen konnte sie aber vor allem die Atmosphäre, die bereits nach wenigen Tagen auf der Jugendburg zu spüren war. Karl-Ernst Starfeld und Michael Lieber ließen es sich denn auch nicht nehmen, den Jugendlichen persönlich Glück fürs Sommercamp, aber auch für ihren gesamten weiteren Lebensweg zu wünschen. Schließlich, betonten sie, sei es ja nicht selbstverständlich, dass junge Menschen freiwillig auf den größten Teil ihrer Ferien verzichten, um die Chancen auf einen guten Schulabschluss zu verbessern. Die Mädchen und Jungen belohnten ihre Gäste mit einem kräftigen Applaus – immerhin sorgen Arbeitsagentur, Landkreis, Kreissparkasse Altenkirchen und deren Stiftung dafür, dass das komplette Angebot für die beteiligten Familien aus dem Landkreis Altenkirchen kostenlos ist.

Die Erwartungen an das Ergebnis sind entsprechend hoch. Doch Professor Czerwenka und sein Team bleiben angesichts vielfältiger, teils rührender Erfahrungen aus den vergangenen Jahren gelassen. „Manchmal verändert dieses Projekt das ganze Leben eines jungen Menschen. Denn wer aufhört, sich als Verlierer zu sehen, der ist auch keiner mehr - und hat die besten Chancen, etwas Gutes aus seinem Leben zu machen.“



Kommentare zu: Leuphana-Sommercamp schafft Zukunftschancen

Es sind bisher keine Kommentare vorhanden

Anmeldung zum AK-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Altenkirchen.

Beliebte Artikel beim AK-Kurier


Kirchen: Schwerer Fahrradunfall und Randalierer am Testzentrum

Am Abend des 23. Juni verletzte sich ein Fahrradfahrer in Herkersdorf so schwer bei einem Sturz, dass er mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden musste. Darüber berichtet die Polizei aktuell. Außerdem wird über einen Betrunkenen informiert, der sich am 24. Juni am Kirchener Testzentrum aggressiv zeigte.


Krankenhaus Kirchen: Lockerungen bei Patientenbesuchen

Aufgrund des derzeit geringen Infektionsgeschehens hat sich das DRK-Krankenhaus Kirchen dazu entschieden, ab sofort jedem Patienten die Möglichkeit zu eröffnen, Besucher zu empfangen. Der Zeiten sind allerdings limitiert. Das muss außerdem beachtet werden.


Corona im AK-Land: Inzidenz nähert sich dem Nullpunkt

Zwei festgestellte Neuinfektionen meldet das Kreisgesundheitsamt am Mittwoch: Die Sieben-Tage-Inzidenz nähert sich damit dem Nullpunkt: Sie liegt für den Kreis laut Landesuntersuchungsamt Koblenz bei 3,9, für das Land bei 7,3.


Abfallentsorgung könnte von 2022 an „merklich“ teurer werden

Die Einwohner des Kreises Altenkirchen können sich, was die Abfallentsorgungsgebühren betrifft, seit vielen Jahren fast wie auf einer Insel der Glückseligen fühlen. Im Vergleich zu anderen Regionen der Republik müssen sie deutlich weniger für die so eminent wichtigen Leistungen zahlen. Das könnte sich mit dem Start ins Jahr 2022 ändern.


Verbandsgemeinde Kirchen: Hundhausen als Bürgermeister eingeführt

Am 6. Juni war Andreas Hundhausen klar als Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kirchen gewählt worden. Sein Vorgänger, Maik Köhler, war im Februar verstorben. Dieser Verlust zog sich wie ein roter Faden durch die Reden der Amtseinführung von Hundhausen. Dieser würdigte ebenfalls die Leistungen Köhlers und gab gleichzeitig einen Ausblick auf die kommenden Herausforderungen.




Aktuelle Artikel aus Region


Corona: Seit Mittwoch, 23. Juni, nur zwei Neuinfektionen im Kreis AK

Kreis Altenkirchen. Als genesen gelten 4779 Menschen. Die Zahl der kreisweit aktuell positiv auf eine Corona-Infektion getesteten ...

Westerwaldwetter: Ab Sonntag wieder Gewitter mit Unwetterpotential

Region. Der Sonntag, 27. Juni ist Siebenschläfer-Tag. Für diesen Tag gibt es zum Wetter eine ganze Reihe von Bauernregeln, ...

Altenkirchen will möglichst schnell einen City-Manager einstellen

Altenkirchen. Das Thema ist ein wenig komplexer, als es sich auf den ersten Blick darstellt: Die Stadt Altenkirchen will ...

Wissen: Testzentrum bei Motionsport ändert Öffnungszeiten

Wissen. Ab Donnerstag, 1. Juli, ändern sich die Öffnungszeiten wie folgt:

Montag bis Freitag:
10 bis 12 Uhr und 16 ...

Zeugen gesucht: Steinewerfer in Betzdorf beschädigen fahrendes Auto

Betzdorf. Gegen 13.15 Uhr war die 66-Jährige auf der Bundesstraße mit ihrem Seat unterwegs, als bei der Fußgängerbrücke plötzlich ...

Kirchen: Schwerer Fahrradunfall und Randalierer am Testzentrum

Kirchen. Am Mittwoch, den 23. Juni, musste ein Pedelec-Fahrer Herkersdorf mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus ...

Weitere Artikel


Spanische Jugendliche sind im Handwerk willkommen

Spaniens Jugendliche sollen nach dem Willen von Bundesbildungsministerin Annette Schavan schon bald nach deutschem Vorbild ...

Ramona Kölzer siegte beim Pacific Future Turnier

Altenkirchen/Wissen. Das diesjährige Pacific Future Turnier fand auf der Anlage des TC "Grün-Weiß" statt. Für die jungen ...

Dorothea Globas jetzt im Ruhestand

Wissen. Dorothea Globas, seit vielen Jahren Leiterin des Raumpflegedienstes im Rathaus Wissen, wurde am 13. Juli in den wohlverdienten ...

Kleinwindanlagen leisten Beitrag zur Energiewende

Kreis Altenkirchen. Das Thema Windkraft beschäftigt aktuell die Menschen, die kommunalen Räte und Genehmigungsbehörden im ...

Wissener Postagentur demnächst im Regio-Bahnhof

Wissen. Der Schock und der Ärger zur Schließung der Postagentur in Wissen ist noch immer groß. Heute, Dienstag, 17. Juli, ...

Sommerfest der SPD Wallmenroth

Wallmenroth. Zusammen mit den Scheuerfelder Genossen und Freunden der Sozialdemokratie feierte der SPD-Ortsverein Wallmenroth ...

Werbung