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Pressemitteilung vom 21.05.2026    

Afrikanische Schweinepest: Kreis Altenkirchen richtet Sperrzone ein

Die Afrikanische Schweinepest rückt immer näher an den Landkreis Altenkirchen heran. Obwohl der Virus noch nicht in der Region angekommen ist, haben die Behörden nun präventive Maßnahmen ergriffen. Eine neue Sperrzone soll das Übergreifen der Seuche verhindern.

Symbolbild (Foto: Pixabay)

Kreis Altenkirchen. Nach wie vor ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) nicht im Landkreis Altenkirchen angekommen, doch sie rückt immer näher - genauer gesagt: bis auf zwölf Kilometer. Positive Fälle im Bereich von Kreuztal und Netphen im Kreis Siegen-Wittgenstein haben nun auch die Verantwortlichen in Rheinland-Pfalz zu weiterführenden Maßnahmen veranlasst: Der Kreis Altenkirchen und das Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten haben vor wenigen Tagen bei der EU-Kommission eine Erweiterung des Sperrgebiets auf rheinland-pfälzisches Gebiet vorgeschlagen. Dem wurde stattgegeben, sodass der Kreis eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen kann, die ab Freitag, 22. Mai 2026, über die Webseite des Landkreises verfügbar ist (www.kreis-altenkirchen.de).

Zur sogenannten Sperrzone I gehören die gesamte Verbandsgemeinde Kirchen, die Ortsgemeinde Grünebach, die Städte Herdorf und Daaden sowie die Ortsgemeinde Emmerzhausen. Damit wird ein etwa 7 Kilometer breiter Korridor zur Landesgrenze nach NRW abgedeckt. Parallel dazu wird ein Zaunbau erfolgen, der sich vom Wildenburger Land bis zum Stegskopf erstreckt. Trassenbegehungen dazu haben bereits stattgefunden.

"Trotz dieser auf den ersten Blick drastisch erscheinenden Maßnahme besteht kein Grund zur Panik. Bei der Ausweisung der Sperrzone handelt es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme", betont Landrat Dr. Peter Enders. Betroffen seien in erster Linie Jagdausübungsberechtigte und Schweinehalter. Für Bürger ändere sich erst einmal nichts, es gebe keinerlei Einschränkungen. Allerdings bittet Dr. Enders darum, die geltenden Verhaltensregeln im Wald zu beachten.

Verhaltensregeln
So sind in der Sperrzone beispielsweise künftig Drück- und Bewegungsjagden untersagt. Erlegtes Schwarzwild muss dem Veterinäramt zur Beprobung gemeldet werden. Vorgesehen sind zudem spezielle Sammelstellen für erlegte beziehungsweise gefundene Tiere. Auch Schweinehalter müssen sich auf erhöhte Sicherheitsvorkehrungen einstellen.




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Demgegenüber bleiben sowohl öffentliche als auch private Veranstaltungen innerhalb der Sperrzone möglich, wobei allerdings auch hier um erhöhte Vorsicht gebeten wird, auch wenn das Virus nicht auf den Menschen übertragbar ist. Nach wie vor gilt: Wanderer und Fahrradfahrer sollten im Wald oder an Rastplätzen auf keinen Fall Essensreste liegenlassen. Abfälle dieser Art sollten nur in geschlossenen Behältern entsorgt werden, am besten aber mit nach Hause nehmen. Beim Auffinden eines toten Wildschweins sollte sofort die nächste Polizeidienststelle oder den zuständigen Jäger informiert werden.

Zauntrassenverlauf
Nachdem sich die Schweinepest zunächst auf die Kreise Olpe und den Hochsauerlandkreis konzentriert hatte, war seitens des Kreises im vergangenen Jahr ein erster Schutzzaun von fünf Kilometern Länge im Bereich von Bahnhof Wildenburg errichtet worden. Seinerzeit deutete wenig darauf hin, dass sich die Seuche Richtung AK-Land ausbreitet.

Die neuen Zauntrassen beginnen im Norden bei Hammerhöhe/Hohenhain. Das Gatter verläuft dann östlich von Friesenhagen auf der Landesgrenze zu NRW. Der Zaun führt durch den Giebelwald, vorbei an Niederfischbach, quert die B62 bei Mudersbach und folgt dem Dermbach bis nach Herdorf. Von Herdorf aus orientiert sich die Trasse an der Landesgrenze und verläuft über die Malscheid bis zur Landesstraße zwischen Emmerzhausen und Lippe. Daran schließt sich ein weiterer ASP-Schutzzaun im Westerwaldkreis an.

"Wir hoffen, dass wir so ein Übergreifen der ASP auf den Norden von Rheinland-Pfalz verhindern können. Aber nochmals mein Appell: Nur Zäune allein werden uns nicht schützen, jeder Einzelne ist hier gefordert, im Wald besondere Vorsicht walten zu lassen", erklärt Landrat Enders abschließend. (PM)


Mehr dazu:   Umwelt & Gesundheit  
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