Neue Kita in Neitersen: Architekt Eberhardt vermittelt erste Eindrücke des Projekts
Der Neubau der Kindertagesstätte in Neitersen nimmt Fahrt auf. Eine erste Entwurfsplanung gab Einblicke in das Projekt, das ganz in Holz daherkommen wird und sechs Gruppen beheimaten kann. Läuft alles nach Plan, soll die Verwirklichung der Idee im Sommer des kommenden Jahres beginnen - mit der Fertigstellung Mitte 2029.
Altenkirchen. Die Kita „Pusteblume“ in Neitersen platzt bekanntlich aus allen Nähten. Eine Erweiterung der ehemaligen Schule ist so gut wie nicht möglich, so dass der Träger der Einrichtung, die Verbandsgemeinde (VG) Altenkirchen-Flammersfeld, gezwungenermaßen einen Neubau beschlossen hat. Nur wenige Hundert Meter vom jetzigen Standort in der Schulstraße entfernt, im „Niemandsland“ zwischen Neitersen und dessen Ortsteil Niederölfen, warten rund 5000 Quadratmeter darauf, das nunmehr für sechs Gruppen ausgelegte Projekt zu beherbergen. Eine erste Entwurfsplanung, die Architekt Andrej Eberhardt von den Architekten Naujack.Rind.Hof (Koblenz) präsentierte, gab den Mitgliedern des Kinder- und Jugendausschusses des VG-Rates in dessen Sitzung am späten Donnerstagnachmittag (21. Mai) einen ersten Überblick, wie das neue, komplett barrierefreie und schwellenlose Gebäude, das ganz in Holz entstehen wird, aussehen könnte. Der Komplex ist zum großen Teil zweigeschossig geplant (Aufzug vorhanden), angedockt ist das eingeschossige Foyer mit Eingang, Mensa, Küche (frische Zubereitung der Speisen) und diversen Funktionenräumen. Beide Stockwerke, in denen die eigentliche Betreuung vorgesehen ist, werden mit einer extrem breiten Treppe (unterschiedliche Stufenhöhen) verbunden, die auch Sitz- und Spielmöglichkeiten bietet. Ein großer Balkon an der „Rückseite“ (Richtung freies Feld), der mit einem Netz gesichert wird, dienst zudem als Spielfläche als auch als Fluchtweg. Vier Satteldächer bieten Platz für die Installation einer Fotovoltaikanlage, die zum Teil auch die benötigte Energie für den Betrieb der Fußbodenheizung (Luft-Wasser-Wärmepumpe) liefert. Zudem sorgen Oberlichter für helle Räume. Der Flachbau mit dem Foyer erhält ein Gründach. Für die Planung der Außenanlagen zeichnet ein Fachbüro aus Essen verantwortlich, mit dem, so Eberhardt, bereits ein ständiger Kontakt bestehe. Vor der neuen Kita wird eine Bushaltestelle ihren Platz finden, 41 Parkplätze (für Personal und Eltern) sind auf dem gegenüberliegenden Grundstück vorgesehen, auf dem die Busse auch wenden können. „Sowohl die Alt-VG Altenkirchen als auch die Alt-VG Flammersfeld waren schon immer bestrebt und bemüht, dezentrale Betreuungsangebote zu unterbreiten“, erklärte Fred Jüngerich als Bürgermeister der VG, „es galt und gilt, kurze Wege für die Kleinsten und überschaubare Größen der Einrichtungen zu haben.“ Noch größere und damit nicht dezentrale Einheiten seien für Kinder weitaus schwieriger und für Mitarbeitende nicht händelbar. Dass Holz mit Vor- und Nachteilen als Baumaterial verwendet werde, sei das Ergebnis eines Abwägungsprozesses gewesen wie auch der Fakt, dass nunmehr zwei- und nicht eingeschossig gebaut werde. Derzeit betrage die umbaute Fläche rund 2300 Quadratmeter, komplett eingeschossig wären es 20 bis 30 Prozent mehr gewesen, was auch eine größere Flächenversiegelung zur Folge gehabt hätte. „Alles hat sein Für und Wider“, resümierte Jüngerich. Geht es nach Albrecht, sollen nach der Zustimmung zur Ausführungsplanung umgehend (Anfang 2027) die Ausschreibungen erfolgen, so dass im Sommer nächsten Jahres der Startschuss für den mindestens vier Millionen Euro teuren "Neuling" erfolgen könnte.
Im Wesentlichen im Soll
So gut wie nicht „übervoll“ deutet sich die Auslastung der Kitas pro Standort im kommenden Kindergartenjahr 2026/27 (Start 1. September) an, wie aus dem einstimmig verabschiedeten Kindertagesstättenbedarfsplan hervorging. Wenige Engpässe, so betonte Sascha Koch als Fachgebietsleiter „Soziales und Generationen“ der VG-Verwaltung, könnten durch Plätze in benachbarten Einrichtungen aufgefangen werden. „Wir sind im wesentlichen im Soll“, untermauerte Jüngerich die Darstellung Kochs. Grundsätzlich ist nicht die VG, sondern das Jugendamt der Kreisverwaltung Altenkirchen die Planungsbehörde, also auch der Anspruchsgegner im „Fall eines Falles“. „Wir stehen mit ihm im engen Austausch“, ergänzte Jüngerich. Bei der Darstellung der Situation in den einzelnen Kitas sah Koch jedoch schon erste Anzeichen, „dass der demografische Wandel bei uns Einzug zu halten scheint“. Laut seiner Aussage würden Experten einen Rückgang der Kinderzahlen im „dreistelligen Bereich prognostizieren“. Aktuell gibt es in der großen VG 20 Kitas, wovon sich 16 in kommunaler Hand befinden. Vier (drei katholische und eine evangelische) werden von kirchlichen Trägern betrieben. Insgesamt werden 1612 Plätze angeboten (716 Teilzeit- und 896 Ganztagsplätze). Diese gliedern sich in 1560 Ü2- und 52 U2-Plätze. Die VG erfasst in dieser Übersicht auch die Kitas der kirchlichen Träger.
Run auf die Angebote
„Wir sind im vergangenen Jahr von Eltern überrannt worden“, bilanzierte Martina Morenzin die Angebote der Jugendpflege in 2025. Die hohe Nachfrage habe teilweise zu einer Dopplung bestimmter Termine geführt. 34 Veranstaltungen seien angeboten, 87 durchgeführt worden, die Gesamtzahl der Teilnehmenden habe bei 619 gelegen (521 Kinder und Jugendliche, 98 Erwachsene bei Theaterstücken und Elternworkshops). Zu den immer wiederkehrenden Angeboten zählen die Ferienfreizeiten, Workshops sowohl für Kinder und Jugendliche als auch Eltern, Familientheater und die Unterstützung und Beratung der Ortsgemeinden bei Organisation und Durchführung von Angeboten. „Kreatives ist vor allem bei Jugendlichen stark nachgefragt worden“, ging Morenzin ein wenig ins Detail, gerne gebucht würden immer wieder das Kanufahren auf dem Postweiher in Freilingen sowie die Selbstbehauptungskurse für Mädchen und Jungen. Mit Blick auf die Angebote des aktuellen Jahres sah sie keinen Run mehr, nix müsse gedoppelt werden. Nachdem Waltraud Franzen, Morenzins „Co-Pilotin“ seit 2018 in der Jugendpflege, im März in die Freistellungsphase ihrer Altersteilzeit verabschiedet worden war, rückte für sie Diplom-Sozialpädagoge Martin Krahwinkel nach, der erst seit kurzem in der VG wohnt. (vh)
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