Altenkirchener Autorin Sonja Roos: Zwei neue Bücher innerhalb weniger Tage
Die Bedeutung des Wortes „Doppelpack“ ist vielschichtig, sei es beispielsweise im Sport, wenn ein zweifacher Torschütze gelobt oder wenn eine größere Packung mit einem vermehrten Inhalt beschrieben wird. Die Altenkirchener Autorin Sonja Roos freut sich, dass ihre zwei neuen Bücher mit nur wenigen Tagen Abstand auf den Markt kommen.
Altenkirchen. Sommerzeit ist Urlaubszeit und ist Lesezeit: Auf zwei Neuerscheinungen jeweils „aus ihrer Feder“ – besser gesagt aus ihrem PC-Textverarbeitungsprogramm – freut sich die Altenkirchener Buchautorin Sonja Roos. „Das Geheimnis der Frauen“ (Goldmann-Verlag) ist als Paperback- und E-Book-Version vom 1. Juni an erhältlich, „So kalt die Nacht“ (Saga-Egmont-Verlag) vom 7. Juli an (Taschenbuch, E-Book, Hörbuch), wobei dieser Krimi unter ihrem Pseudonym Marika Neitz erscheint. Dass sich die beiden Termine innerhalb nur weniger Wochen bewegen, hat einen einfachen Grund. „Ich habe nicht parallel geschrieben“, erklärt Roos, „nach der Trilogie ,Eine grenzenlose Welt’ hatte ich die Idee bereits für ,Das Geheimnis der Frauen’, es hat aber gedauert, bis ich einen neuen Vertrag bekommen habe.“ Letztendlich sei das Buch so gut wie komplett geschrieben gewesen, ehe der dänische Saga-Egmont-Verlag grünes Licht für den Krimi gegeben habe. „Die Erscheinungsdaten sind reiner Zufall“, fügt sie an, „bei Goldmann war halt der Slot für den Sommer frei, den ich dann erhalten habe. Saga wollte schnell veröffentlichen, weil sie diese Serie um zwei Kölner Ermittler im Halb-Jahres-Rhythmus fortsetzen möchten. Für Januar ist bereits der nächste Band vorgesehen mit Abgabetermin schon im Juli.“ Vor etwas mehr als einem halben Jahr sei bereits mit das „Das Forsthaus“ ein Krimi erschienen, der jedoch nicht zur Serie zähle. Das aktuelle Szenario sei für sie „marketingtechnisch“ gleichfalls eine Herausforderung, „deswegen habe ich mir einen zweiten Insta-Account für die Krimis gemacht, damit ich gegenseitig werben und posten kann und die Leute nicht die Übersicht verlieren“.
Täter nicht zu früh verraten
Im Rückblick betrachtet, so Roos, sei ihr das Verfassen der „Frauen“ leichter gefallen, da sie sich auf bekanntem Terrain und auf zwei zeitlich unterschiedlichen Ebenen, nämlich in der Kategorie „Familiengeheimnisse“, bewegt habe, wie es beispielsweise schon im „Der Windhof“ der Fall war. „Bei einem Krimi tue ich mich immer schwerer, um zu vermeiden, dass bereits nach 150 Seiten erkannt wird, wer der Täter ist“, merkt Roos an, ehe sie ins Detail geht. Das einzureichende Exposé gebe zunächst den kompletten Handlungsablauf wieder, das heiße, dass „ich schon den Mörder im Kopf und vor Augen habe, wohin die Handlung laufen soll. Dass ich diesen Umstand nicht zu früh verrate, ist mein größtes Problem“. Damit schlage sie sich gerade mit dem zweiten Band der Krimi-Reihe herum, „ich habe schon rund 200 Seiten verfasst. Daraufhin meinte mein Agent, dass das total spannend ist, aber der Leser merkt, worauf es hinauslaufen wird.“ Dann müsse sie mittendrin überlegen, dass sie einen anderen Dreh benötige, irgendetwas müsse sie dann noch einbauen, damit die Lösung nicht so offensichtlich werde. „Ich weiß selbst meine Auflösung, genau so etwas ist mir auch beim ,Forsthaus’ passiert“, gibt Roos zu und fahndet nach einer Lösung des Problems, um zu erreichen, dass „die Leute am Ball bleiben. Ich finde es sehr, sehr anspruchsvoll, Krimis zu schreiben. Ich komme derzeit noch ganz schnell zu dem Punkt, an dem ich denke, dass ich das Buch zur Seite legen kann. Und das ist noch zu früh.“ Da spielt natürlich auch die Mindestseitenzahl hinein, die Roos, von den Verlagen vorgegeben, einhalten muss. Diese bewegt sich in einem speziellen Raster zwischen 320 und 350 Seiten (minimum) und sollte nicht über 400 liegen, „bei den sogenannten ,Frauenromanen’ möchte ich natürlich auch nicht so vorhersehbar sein, und da muss ich ebenfalls noch die eine oder andere Überraschung einarbeiten, muss aber nicht so viele falsche Fährten legen und nicht so um die Ecke denken“. In diesem Genre spielten mehr die Emotionen und die Figurentiefen jeweils eine Rolle, dass die Charaktere so miteinander agierten, dass „du als Leser Lust hast, dran zu bleiben und deren Geschichte zu erfahren. Und das fällt mir leichter, als noch den einen oder anderen Dreh hineinzuschreiben“. Für Roos war die neue Sparte eine Art „Testballon, denn ich bin bei Goldmann mit Frauen- oder Historienromanen gut aufgestellt. Ich hätte es auch dabei belassen können“.
Zwei große Verlage an ihrer Seite
Warum sich Roos ein zweiter Standbein zulegt, sei leicht darzustellen. Sie habe ein Exposé für Goldmann geschrieben, dass „meine Lektorin als zu düster empfand. Darin ging es auch schon um Kindstod und Mord“. Im Anschluss habe sie gedacht, dass sie die Rohfassung zum Krimi umschreiben könne, obwohl ihr Agent ihr davon abgeraten habe. „Dann habe ich zum Spaß doch rund 150 Seiten geschrieben, diese meinem Agenten geschickt, der mich daraufhin fragte, ob ich den Text bis zur Buchmesse komplett hinbekommen würde“, blickt Roos zurück, 19 Verlage hätten ihn mitgenommen und geprüft, woraus sich das Angebot von Saga ergeben hätte. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Verlag, und er ist es mit mir. Das Buch war noch gar nicht veröffentlicht, da hatte ich bereits den Folgevertrag in der Tasche“, freut sich Roos. Sie habe nun zwei große Verlage, die „mit mir arbeiten“.
Zum Inhalt der beiden Neuerscheinungen
„Thalia“ beschreibt auf der eigenen Homepage „Das Geheimnis der Frauen“: „Manche Frauen leben in den falschen Zeiten. Und manche Frauen sind genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ein Dorf, in dem nur noch die Frauen übrig sind und ein Geheimnis, jahrzehntelang gehütet. Mitreißende und romantische Unterhaltung für die Leserinnen von Trude Teige und Barbara Leciejewski. Nach einem Streit hat Lulu ihre Karriere als Köchin in einem Sylter Nobelrestaurant beendet – und die Beziehung zu ihrem Chef gleich mit. Mit 34 muss sie nun von vorne anfangen und kehrt zurück in ihren kleinen Heimatort im Westerwald, wo ihre Eltern die Dorfkneipe führen. Hier scheint die Zeit stehen geblieben, und doch beschließt Lulu zu bleiben, um dem Wirtshaus mit ihrer Schwester und ihrem Großvater Max neues Leben einzuhauchen. Als sie kurz nach ihrer Ankunft auf einen Stapel ungeöffneter Briefe stößt, weckt Max' rätselhafte Reaktion Lulus Neugier. Sie kann nicht ahnen, dass das jahrzehntelang gehütete Geheimnis ihrer Familie ihrem Leben eine schicksalhafte Wendung geben wird. Alles begann 1945 mit dem Absturz eines britischen Piloten, als im Dorf nur noch Frauen übrig waren …“
„So kalt die Nacht“ (ebenfalls Thalia-Homepage): „Eine grausame Mordserie erschüttert Köln. Scheinbar wahllos entführt ein Unbekannter ältere Menschen, fesselt sie und lässt sie dann unbarmherzig verhungern. Kommissarin Anna Melcher wird auf den Fall angesetzt. Seit ihrer Scheidung leidet die Ermittlerin unter Panikattacken, die sie vor den Kollegen zu verheimlichen versucht. Und gerade jetzt kann Anna sich kein Zeichen der Schwäche erlauben, denn der gnadenlose Täter hat ein weiteres Opfer in seiner Gewalt. Ohne forensische Spuren bleibt Anna allerdings nichts übrig, als in der Vergangenheit der Opfer nach Verbindungen zu suchen. Und tatsächlich: Ein Hinweis führt sie zurück in die 1980er-Jahre zu einem grausamen Fall von Kindesmisshandlung. Gemeinsam mit ihrem neuen Partner, dem pedantischen Frieder Tann, muss Anna jetzt schnell handeln. Doch das ist leichter gesagt als getan: Denn Frieder hält wenig von Annas unkonventionellen Ermittlungsmethoden – und der Täter steht kurz davor, sein entsetzliches Werk zu vollenden …“ (vh)
Die Termine von Lesungen
Donnerstag, 11. Juli, Kulturcafé „Ahl Scheun“ in Hillscheid; Dienstag, 16. Juli, Buchhandlung Mille Bad Marienberg; Freitag, 18. September, Kulturkreis Dierdorf; Samstag, 24. Oktober, Bücherei Nentershausen; Samstag, 14. November, Krimi-Festival Buchhandlung Sedlmaier Georgsmarienhütte mit Ivar Leon Menger und Bernhard Aichner; Freitag, 27. November, Katholische Öffentliche Bücherei Holler (Untershausen). Eine Premierenlesung ist derzeit in Altenkirchen nicht vorgesehen.
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