Armut in Rheinland-Pfalz auf dem Vormarsch - Paritätischer Wohlfahrtsverband schlägt Alarm
Die Armutssituation in Rheinland-Pfalz verschärft sich zunehmend. Der neue Bericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands zeigt eine besorgniserregende Entwicklung auf, die dringenden Handlungsbedarf von Seiten der Politik erfordert.
Mainz. Die Armutsquote in Rheinland-Pfalz ist nach Angaben des Paritätischen Wohlfahrtsverbands im Zeitraum von 2024 zu 2025 um 0,3 Prozentpunkte auf 15,9 Prozent gestiegen. Damit liegt das Bundesland zwar noch unter dem bundesweiten Durchschnitt, jedoch besteht laut dem Verband kein Grund zur Entwarnung. Ralph Stappen, stellvertretender Landesgeschäftsführer des Paritätischen Rheinland-Pfalz/Saarland, betont: "Das zeigt: Die soziale Lage bleibt angespannt und die Entwicklung verläuft besorgniserregend."
Regionale Unterschiede sind dabei deutlich sichtbar. Besonders in der Region Trier ist die Armutsquote mit 21,4 Prozent erheblich höher als der Bundesdurchschnitt von 16,1 Prozent. Insgesamt leben deutschlandweit 13,3 Millionen Menschen in Armut, was einer Quote von 16,1 Prozent entspricht - dem höchsten Stand seit 2020. Diese Zahlen hatte das Statistische Bundesamt bereits im Februar veröffentlicht. Als armutsgefährdet gelten Menschen, die weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung haben. Für Alleinlebende lag diese Grenze zuletzt bei netto 1.446 Euro monatlich, für Haushalte mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren bei 3.036 Euro.
Stellenanzeigen | WesterwaldJobs
⇒ Mehr Westerwald Jobs entdecken | ⇒ Stellenanzeige schalten
Der Paritätische Wohlfahrtsverband warnt eindringlich vor weiteren Einschnitten bei sozialen Leistungen, insbesondere in Regionen mit hoher Armutsbetroffenheit. Stappen erklärt: "Wer soziale Leistungen kürzt, verschärft bestehende Problemlagen und gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt." Er fordert armutsfeste Sozialleistungen, auskömmliche Erwerbseinkommen, bezahlbares Wohnen sowie starke Beratungs- und Unterstützungsangebote vor Ort. Besonders betroffen von Armut sind bundesweit ältere Menschen, Alleinlebende und Alleinerziehende, deren Armutsquoten besonders hoch sind. (dpa/bearbeitet durch Red)
Mehr dazu:
Gesellschaft
Feedback: Hinweise an die Redaktion











