Pressemitteilung vom 06.06.2026 
100 Jahre Kloster Bruche: Buch würdigt Geschichte und Menschen
ANZEIGE | Das Kloster Bruche hat die Region über viele Jahrzehnte geprägt. Ein neuer Band der Reihe "Betzdorfer Geschichte(n)" zeichnet nun die Entwicklung des Hauses nach und zeigt, warum der Ort bis heute für Glauben, Erinnerung und Menschlichkeit steht.
Betzdorf. Das Kloster Bruche gehört zu den Orten, die weit mehr sind als ein historisches Gebäude. Seit nunmehr einem Jahrhundert prägt es das geistige, kulturelle und gesellschaftliche Leben der Region. Mit dem neuen Band der Reihe "Betzdorfer Geschichte(n)" widmet der Betzdorfer Geschichtsverein diesem geschichtsträchtigen Ort nun eine besonders umfangreiche Würdigung.
Anlass ist das 100-jährige Bestehen des Klosters, dessen Grundsteinlegung auf 1926 zurückgeht. Noch heute erinnert die Jahreszahl an dem mächtigen Stein vor dem Haupteingang an den Beginn einer Entwicklung, die weit über Betzdorf hinaus Bedeutung erlangte. Der jetzt erschienene neunte Band der Schriftenreihe trägt den Titel "100 Jahre Kloster Bruche – zwischen Gebet und Alltag" und zeichnet auf 128 Seiten die Geschichte des Hauses eindrucksvoll nach.
Ein Haus mit vielen Aufgaben
Im Mittelpunkt stehen dabei nicht allein historische Daten und Ereignisse. Das Buch richtet den Blick vor allem auf die Menschen, die das Kloster über Jahrzehnte hinweg geprägt haben. Das ehemalige Missionshaus "Heilige Familie" war über viele Generationen ein Ort des Glaubens, der Bildung und des gesellschaftlichen Lebens. Hier wurde die katholische Monatsschrift "Der Sendbote" herausgegeben, hier entstanden die bis heute bekannten Valentinsmusiker, hier wurde gearbeitet, gebetet und Gemeinschaft gelebt.
Damit beschreibt die Veröffentlichung das Kloster nicht nur als religiösen Ort, sondern auch als lebendigen Mittelpunkt mit Ausstrahlung in die Region. Das tägliche Leben im Haus, die geistliche Arbeit und die soziale Bedeutung des Klosters verbinden sich in der Darstellung zu einem vielschichtigen Bild. Gerade diese Verbindung von Glauben und Alltag erklärt, warum der Titel des Bandes den Charakter des Ortes so treffend zusammenfasst.
Aufarbeitung mit großer Sorgfalt
Herausgeber und Geschäftsführer des Betzdorfer Geschichtsvereins, Gerd Bäumer, hat die Geschichte des Hauses gemeinsam mit weiteren Autoren mit großer Sorgfalt aufgearbeitet. Grundlage seiner Recherchen war unter anderem die umfangreiche Chronik des Missionshauses. In ihr wurde das Leben im Kloster über Jahrzehnte hinweg nahezu tagebuchartig dokumentiert. Für die Veröffentlichung sichtete Bäumer rund tausend handschriftliche Seiten.
Unterstützt wurde das Werk durch Beiträge der Journalistin Claudia Geimer, des ehemaligen Landrats Michael Lieber, des Diakonie-Mitarbeiters Daniel Weber sowie des langjährigen Vereinsmitglieds Hans-Werner Werder. Durch diese Zusammenarbeit entstand ein Sammelband, der unterschiedliche Perspektiven auf die Geschichte des Hauses zusammenführt. Das verleiht dem Buch nicht nur wissenschaftliche Tiefe, sondern auch eine breite inhaltliche Basis.
Bedeutung für Region und Gesellschaft
Bei der Vorstellung des Bandes würdigte Bürgermeister Joachim Brenner besonders die kulturelle und moralische Bedeutung des Klosters für die Region. Er stellte heraus, dass das Kloster Bruche über viele Jahrzehnte ein Ort des Glaubens, des Zusammenhalts und des geistigen Rückgrats dieser Region gewesen sei. Gerade in schwierigen Zeiten deutscher Geschichte hätten die Menschen dort Haltung, Mut und christliche Überzeugung bewiesen.
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Nach seiner Einschätzung setzt das Buch dem Kloster deshalb nicht nur ein historisches Denkmal. Es erinnere zugleich daran, welche Kraft von Orten ausgehen kann, an denen Werte gelebt werden. Brenner verband diese Würdigung mit einer ausdrücklichen Anerkennung für alle Beteiligten, die an der Entstehung des Bandes mitgewirkt haben.
Besonders hob er hervor, dass die Geschichte des Hauses nach dem Ende des klösterlichen Lebens nicht abgebrochen sei. Seit 2022 beherbergt das Kloster ein Hospiz der Diakonie Südwestfalen und erfüllt damit erneut eine zutiefst menschliche Aufgabe. Die christliche Ethik und der Gedanke der Fürsorge werden auf diese Weise in würdiger Form weitergetragen. Das Hospiz mit seinen Pflegeplätzen und Mitarbeitenden hat sich längst zu einem wichtigen Bestandteil der regionalen Versorgungslandschaft entwickelt.
Erinnerungen vieler Generationen
Auch Claudia Geimer schilderte im persönlichen Austausch die außergewöhnliche emotionale Bedeutung des Klosters für viele Menschen der Region. Für zahlreiche Familien sei das Gebäude seit Kindheitstagen ein fester Bestandteil ihrer Erinnerungen gewesen. Die Kapelle, die Gartenanlagen, kirchliche Feste oder der Besuch der Weihnachtskrippe hätten Generationen geprägt.
Gerade diese persönliche Nähe macht die Geschichte des Klosters so besonders. Das Haus war nach dieser Einordnung niemals nur ein Gebäude, sondern immer auch ein Ort innerer Ruhe, menschlicher Begegnung und gelebter Gemeinschaft. Diese Verbindung von persönlicher Erinnerung und historischer Bedeutung verleiht dem Thema eine zusätzliche Tiefe.
Bildteil und Verkauf des Bandes
Der neue Band beeindruckt zudem durch einen außergewöhnlich umfangreichen Bildteil. Historische Fotografien dokumentieren das frühere Leben im Kloster als nahezu autarke Gemeinschaft mit Landwirtschaft, Handwerk, Gärtnerei, Druckerei und zahlreichen weiteren Arbeitsbereichen. Ergänzt werden diese Aufnahmen durch hochwertige Farbfotografien religiöser Kunstwerke, Kirchenfenster und architektonischer Details. Damit zählt die Veröffentlichung auch gestalterisch zu den aufwendigsten Werken der bisherigen Schriftenreihe.
Der Sammelband "100 Jahre Kloster Bruche – zwischen Gebet und Alltag" ist zum Preis von 12,50 Euro erhältlich. Interessierte können das Buch donnerstags zwischen 15.30 Uhr und 18 Uhr im Betzdorfer Haus der Geschichte sowie zu den regulären Öffnungszeiten am i-Punkt im Rathaus erwerben.
Mit der neuen Veröffentlichung gelingt dem Betzdorfer Geschichtsverein erneut weit mehr als eine klassische Chronik. Entstanden ist ein lebendiges Stück regionaler Erinnerungskultur, das Vergangenheit bewahrt und zugleich sichtbar macht, welche Bedeutung Orte wie das Kloster Bruche bis heute für die Menschen der Region besitzen. (PM/bearbeitet durch Red)
Lokales: Betzdorf & Umgebung
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