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Nachricht vom 12.06.2026    

Keine Museumsscheune mehr in Helmenzen – Suche nach neuem Domizil

Die Museumsscheune ist in Helmenzen Geschichte. Derzeit fristen die Ausstellungsstücke, schön in Kisten und Kartons verpackt, im Weyerbuscher Gasthof „Zur Post“ ihr Dasein. Ob die Sammlung historischer Arbeits- und Gebrauchsgegenstände in dem großflächigen Wirtshaus wieder zur einer dauerhaften Ausstellung erweckt wird, zeigen die nächsten Wochen und Monate.

In Helmenzen gibt es keine Museumsscheune mehr. (Foto: privat)

Helmenzen/Weyerbusch. Es ging sozusagen „Knall auf Fall“. Ziemlich überraschend hielten die Mitglieder des Arbeitskreises (AK) für Heimatgeschichte und Brauchtumspflege vor wenigen Wochen das Kündigungsschreiben für die Räumlichkeiten in der Hand, in denen in Helmenzen ihre Museumsscheune untergebracht war. Der Vermieter begründete das Ende des Mietverhältnisses mit „Eigenbedarf“. Nach langer, ergebnisloser Suche nach einem neuen Domizil, wurden, zumindest für die Zwischenlagerung der Ausstellungsstücke, Räume im Gebäudekomplex des Gasthofs „Zur Post“ in Weyerbusch im Untermietverhältnis vom „brodverein“ Weyerbusch angemietet. Der jährliche Obolus beläuft sich auf 3000 Euro. Die Vertragsdauer wurde für die Zeit vom 1. Mai 2026 bis 30. Juni 2028 zunächst einmal festgelegt. „Wir hatten Hilfe von Mitarbeitern des Bauhofs der Verbandsgemeinde beim Abbau in Helmenzen und beim Transport ins vorläufige Lager“, blickte Helmut Wagner, Vorsitzendes des Arbeitskreises, auf den Umzug zurück, „wir waren sehr überrascht, dass wir die Scheune räumen und besenrein übergeben mussten.“ Dennoch sei es Ziel des Arbeitskreises, die Show wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Museumsscheune wurde auf Initiative von Mitgliedern des Arbeitskreises in den Jahren 1993/1994 entkernt, wieder neu hergerichtet und im Innenraum (Empore) ausgebaut. Sie wurde am 7. Mai 1994 feierlich eröffnet. Seitdem war sie – nur unterbrochen von der Coronazeit – von Anfang Mai bis Anfang Oktober bei freiem Eintritt immer sonntags geöffnet und gestattete den Besuchern jeglichen Alters Einblicke in die Feldarbeit, die Handwerkskunst und das bäuerliche Leben in früheren Zeiten. Die notwendigen Kosten wurden über Spenden und die ehrenamtliche Tätigkeit der Mitglieder des Arbeitskreises generiert. Der Arbeitskreis selbst wurde im Jahr 1987 vom damaligen Heimathistoriker und Kreisarchivar Dieter Sommerfeld gegründet mit dem Ziel, Informationen zur Heimatgeschichte zu sammeln und weiterzugeben sowie das alte Brauchtum zu pflegen, um altes Volksgut zu erhalten.

Unterstützung seit 1. Mai 2023
Die Verbandsgemeinde unterstützt nach einem Beschluss ihres Rates vom 21. Dezember 2022 seit dem 1. Mai 2023 den Arbeitskreis und zahlte die jährliche Pacht, Versicherungen sowie etwaige Kosten für Schönheits- und Reparaturarbeiten. So standen unter dem Strich für das Jahr 2020 rund 5496, für 2024 rund 4816 und für 2025 rund 2602 Euro. Die Übernahme der Trägerschaft durch die Verbandsgemeinde lehnte der Rat ab. Im Jahr 2023 wurde das Museum mit Unterstützung der Verbandsgemeinde neu strukturiert und mit digitalen Medien aufgewertet. Kleine QR-Schilder an vielen Objekten verwiesen auf Kurzfilme (rund drei Minuten), die zeigten, wie die Arbeitsgeräte in längst vergangener Zeit eingesetzt wurden. Dank Smartphone war es möglich, sich immer wieder in die Vergangenheit versetzen zu lassen. Die weitere Nutzung der Räume in der „Post“, vor allem auch perspektivisch wieder zu Museumszwecken, soll in den nächsten Monaten gemeinsam mit dem „brodverein“ und der Ortsgemeinde Weyerbusch, für deren Heimatmuseum ebenfalls ein neues Quartier gesucht werden muss, abgestimmt werden.



Das ist der „brodverein“
Die Homepage des „brodvereins“ beschreibt: „Wo wäre ein „Brodverein“ des 21. Jahrhundert besser aufgehoben als im Raiffeisenland und in der Gemeinde, in der Raiffeisens Arbeit zum Wohle aller ihren Anfang nahm? Nachdem der ,Hungerwinter’ 1846/47 auch in der Bürgermeisterei Weyerbusch zu großer Not geführt hatte, gründete der damalige Bürgermeister Friedrich Wilhelm Raiffeisen mit Bürgern einen ,Verein zur Selbstbeschaffung von Brod und Früchten’, später kurz ,Brodverein', genannt, um gemeinsam die Not zu lindern. Daran erinnert auch der Weyerbuscher ,Verkehrs- und Bürgerverein e.V.‘ regelmäßig mit seinen Backtagen im wieder aufgebauten Raiffeisen-Backhaus. ...Der neu gegründete ,brodverein e.V.‘ möchte die Ideen und Werte Raiffeisens in unserer Gegenwart leben und, um es mit den Worten des Vorsitzenden Max Weller zu sagen, ,die Hefe für das Brot des 21. Jahrhunderts’ sein und damit eine immaterielle Not unserer Zeit lindern helfen: den Hunger nach sozialem Miteinander und lebendiger Gemeinschaft, auch über die jeweiligen Dorfgrenzen hinaus. … Dazu hat der ,brodverein’ begonnen, im Herzen von Weyerbusch die ehemalige ,gute Stube’, den Gasthof ,Zur Post’, zunächst als Vereinsheim wiederzubeleben. In Zukunft wird hier ein Ort der Begegnung und des Austauschs geschaffen, der der Region, dem Dorf und den vielseitigen Bürgerprojekten eine Heimat in Form einer neuen ,Mitte’ gibt. Unser Ziel ist es, dies unter Beteiligung so vieler Menschen aus der Region wie möglich zu erreichen. An dieser historischen und das Ortsbild prägenden Stätte, deren Geschichte bis zu den Anfängen Weyerbuschs als Thurn- und Taxis’sche Posthalterei zurückgeht, soll wieder Kultur und gemeinschaftliches Leben einkehren.“ Die Gaststätte „Zur Post“ ist mittwochs und freitags jeweils von 19 bis 22 Uhr geöffnet. (vh)


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