Pressemitteilung vom 13.06.2026 
Neue GeoRoute macht Wissens Industriegeschichte erlebbar
Die industrielle Vergangenheit hat die Stadt Wissen über Jahrzehnte geprägt. Mit einer neuen GeoRoute sollen historische Spuren des Bergbaus, der Erzverhüttung und der Stahlindustrie wieder sichtbar werden. Der Rundweg verbindet bekannte Orte mit bislang wenig beachteten Zeugnissen der Industriegeschichte.
Wissen. Bergbau, Erzverhüttung und Stahlerzeugung haben die Entwicklung der Stadt Wissen über viele Generationen hinweg entscheidend beeinflusst. Mit der Schließung des Walzwerks im Jahr 1995 endete diese prägende Epoche endgültig. Viele Relikte der Montanindustrie verschwanden im Laufe der Jahre aus dem Stadtbild. Gleichzeitig drohten auch die Erinnerungen an diese Zeit zunehmend in Vergessenheit zu geraten.
Dem soll die neue GeoRoute "Spazierweg Industriekultur Wissen" entgegenwirken. Das Projekt wurde von der Verbandsgemeinde Wissen gemeinsam mit dem Geopark Westerwald-Lahn-Taunus, dem Landesamt für Geologie und Bergbau sowie zahlreichen Ehrenamtlichen entwickelt und inzwischen offiziell eröffnet.
Großes Interesse bei der Eröffnung
Zur Eröffnung begrüßten Bürgermeister Berno Neuhoff und Touristiker Jochen Stentenbach zahlreiche Besucher vor der Tourist-Information Wisserland. Trotz schwüler Witterung war das Interesse groß. Unter den Gästen befanden sich auch Fachleute aus verschiedenen Institutionen.
Vertreten waren Roger Lang vom Landesamt für Geologie und Bergbau, Michael Volkwein und Jan Bosch vom Geopark sowie Jennifer Siebert von der Kreisverwaltung. Auch Dr. Andreas Brucherseifer-Escher als Vorsitzender des Fördervereins des kulturWERKs nahm an der Veranstaltung teil.
Im Anschluss machte sich die Gruppe unter der Führung von Christoph Eul auf den Weg, um einen Teil der rund vier Kilometer langen und vollständig markierten Strecke kennenzulernen. Das Planungsbüro von Eul war für die Umsetzung der Route verantwortlich.
Langes Engagement für das Projekt
Der neue Rundweg ist das Ergebnis eines mehrjährigen Entwicklungsprozesses. Die ersten Ideen entstanden in verschiedenen Projektgruppen, im Arbeitskreis Kultur sowie unter Beteiligung der Universität Siegen.
Besonders hervorgehoben wurde das Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher. Dazu zählen Mitglieder des Arbeitskreises Walzwerk des Fördervereins, Heimatforscher und Gästeführer. Der Förderverein des kulturWERKwissen unterstützte das Vorhaben außerdem finanziell. Er übernahm sowohl die Finanzierung des Grundkonzeptes im Jahr 2022 als auch die Kosten für historische Folierungen im Bereich des RegioBahnhofs.
Historische Orte entlang der Strecke
Der Rundgang beginnt am kulturWERKwissen und führt zu zahlreichen Stationen mit Bezug zur Industriegeschichte der Stadt. Dazu gehören die Infotafeln und großformatigen historischen Fotografien im Bahnhof ebenso wie die Skulpturen Schnapper und Doppler, der Kirchplatz und die Fußgängerzone.
Dabei wird sichtbar, wie stark die industrielle Entwicklung das heutige Stadtbild geprägt hat. Selbst langjährige Einwohner erfuhren während der Führung neue Details über bekannte Orte. So zeigt das Fassadengemälde von Künstler Carl Baumann am ehemaligen Postgebäude nicht nur Motive aus dem Stadtleben, sondern auch ein Fördergerüst, Walzwerksarbeiter und eine Erzseilbahn.
Weitere Stationen der GeoRoute sind die Steinbuschanlagen, die Walzwerkssiedlung, die Winterschule auf dem Heister sowie das ehemalige Zwangsarbeiterlager auf der anderen Seite der Sieg. Auf dem Rückweg zum RegioBahnhof wartet zudem ein historisches Walzgerüst auf die Besucher.
Weitere Entwicklung geplant
Ein besonderer Vorteil der GeoRoute liegt in ihrer flexiblen Nutzung. Der Rundweg ist durchgehend beschildert und kann ohne Führung individuell erkundet werden. Zusätzlich ermöglichen zwei Abkürzungen eine Anpassung der Streckenlänge an die jeweiligen Bedürfnisse der Besucher. Ergänzende Informationen sind über Outdooractive abrufbar.
Mit der offiziellen Eröffnung ist das Projekt nach Angaben der Verantwortlichen noch nicht abgeschlossen. Vielmehr soll die GeoRoute die Grundlage für weitere Maßnahmen bilden. Geplant ist unter anderem, die Industrie- und Kulturgeschichte der Region künftig noch umfassender darzustellen und durch zusätzliche Beschilderungen ehemaliger Bergwerksstandorte in den Ortsgemeinden zu ergänzen. (PM/bearbeitet durch Red)
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