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Pressemitteilung vom 14.06.2026    

Erster Fischotter in Rheinland-Pfalz auf Wildtierkamera entdeckt

In einem renaturierten Gewässer im Landkreis Alzey-Worms ist erstmals ein Eurasischer Fischotter von einer Wildtierkamera aufgenommen worden. Damit liegt nun auch ein bildlicher Nachweis vor.

Eurasicher Fischotter (Lutra lutra) auf einer Wildtierkamera im Landkreis Alzey-Worms (Foto: W. Hähnel)

Rheinland-Pfalz. Im Projekt "Otterland Rheinland-Pfalz" konnten in den vergangenen Monaten bereits mehrere Hinweise auf die Rückkehr des Fischotters erbracht werden - unter anderem durch Kartierhelfer sowie durch den Einsatz von Artenspürhunden. Nun liegt ein weiterer Nachweis vor: Erstmals wurde ein Fischotter in Rheinland-Pfalz durch eine Wildtierkamera dokumentiert.

Die Aufnahme zeigt den bei uns heimischen Eurasischen Fischotter (Lutra lutra) auf einem Biberdamm. Entstanden ist das Video in einem bekannten Biberrevier im Landkreis Alzey-Worms. Erfreulich ist, dass der Nachweis an einem renaturierten Gewässer gelang. Das unterstreicht, wie wichtig naturnahe, strukturreiche und vernetzte Gewässerlandschaften für den Fischotter und viele weitere Arten sind.

Renaturierte Gewässer als Schlüssel für die Artenvielfalt
Der Fischotter ist auf intakte Gewässerlebensräume angewiesen. Er nutzt Flüsse, Bäche, Auen und Uferbereiche als Nahrungsraum, Wanderkorridor und Rückzugsgebiet. Renaturierte Gewässer bieten dafür wichtige Voraussetzungen: abwechslungsreiche Uferstrukturen, naturnahe Gewässerläufe, Versteckmöglichkeiten sowie eine bessere ökologische Durchgängigkeit.



Auch der Biber spielt in solchen Lebensräumen eine wichtige Rolle. Durch seine Aktivitäten entstehen vielfältige Strukturen, Feuchtbereiche und neue Lebensräume, von denen zahlreiche Tier- und Pflanzenarten profitieren können. Dass der Fischotter nun in einem bekannten Biberrevier nachgewiesen wurde, zeigt, wie eng die Rückkehr heimischer Arten mit der Wiederherstellung naturnaher Gewässer verbunden ist.

"Dieser Nachweis ist ein besonderer Moment für den Artenschutz in Rheinland-Pfalz. Er zeigt, dass sich die Arbeit für lebendige Gewässerlandschaften lohnt. Wo Gewässer wieder naturnäher werden und Lebensräume miteinander verbunden sind, können Arten wie der Fischotter zurückkehren", sagt Christine Schneider, Vorstandsvorsitzende der SNU und Umweltministerin Rheinland-Pfalz.

Projekthintergrund
Das Projekt "Otterland Rheinland-Pfalz" ist Teil des bundesweiten Projekts "Deutschland wieder Otterland". Ziel ist es, die Rückkehr des Fischotters fachlich zu begleiten, Nachweise zu erfassen und das Bewusstsein für den Schutz dieser faszinierenden Art zu stärken.
Der aktuelle Nachweis macht deutlich: Gesunde Gewässer sind Lebensadern der Artenvielfalt. Ihre Renaturierung ist ein zentraler Beitrag zum Schutz des Fischotters - und zugleich ein Gewinn für viele weitere Arten, für den natürlichen Wasserrückhalt und für widerstandsfähige Landschaften in Zeiten des Klimawandels. (PM)


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