Gedenken und Geschichten: Die Namen auf den Ehrenmalen von Altenkirchen
Am Samstag, dem 4. Juli 2026, beginnt das Schützenfest in Altenkirchen um 14 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst. Dabei wird auch der Opfer des Zweiten Weltkriegs gedacht. Die Gedenktafeln am Ehrenmal erzählen viele bewegende Geschichten.
Altenkirchen. Alljährlich wird anlässlich des Schützenfestes der Opfer und Hinterbliebenen des Zweiten Weltkriegs gedacht. In diesem Jahr beginnt das Fest am Samstag, dem 4. Juli, um 14 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst.
Ein Blick auf die Gedenktafeln offenbart zahlreiche bekannte Namen. Der Nachname Abraham erscheint 13 Mal. Im Gespräch mit Hinterbliebenen wird die Geschichte von Alice Abraham lebendig, die als Kind im heutigen Schützenhaus lebte und im Haus Felsenkeller arbeitete. Sie und ihre Mutter begleiteten während der Zeit vor dem Bau der Mauer Flüchtlinge über die Luftbrücke von West-Berlin nach Frankfurt. Einer der Betroffenen erinnert sich daran, dass Alice einem kleinen Jungen eine Mark schenkte und ihm Glück wünschte. Aus diesem Jungen wurde später ein fleißiger Familienvater.
Weitere Namen auf den Tafeln sind Herbert Adorf, Hermann Ahlbach und Heinrich Altgeld. Insgesamt verloren während des Holocausts 60 jüdische Mitbürger aus der Kreisstadt ihr Leben. Namen wie Driels, Fultheim und Grünebaum stehen für diese Verluste. Der Name Levy taucht sechs Mal auf. Acht Mal erscheint Salomon, dessen Nachkommen heute in den USA leben.
Der Krieg forderte insgesamt 129 Soldatenopfer, 38 werden vermisst. Durch Bombenangriffe kamen 96 Männer, Frauen und Kinder ums Leben. Namen wie Langenbach, Müller und Neuhaus sind auf den Tafeln zu finden.
Der Wiedbachtaler Männerchor ALFONE unter der Leitung von Harald Gerhards sowie der Männergesangverein Liederkranz 1921 Eichelhardt werden den Gottesdienst musikalisch begleiten. (Werner Klak)
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