Altenkirchener „Unterstadt“: Ex-Ladenlokal der Bäckerei Schumacher verschwindet
Der Abriss des Ladenlokals der ehemaligen Bäckerei Schumacher in der Altenkirchener Wilhelmstraße hat begonnen. Nachdem die Vorarbeiten abgeschlossen worden waren, macht sich kleines Gerät über den Flachdachbau in der Nähe des Bahnübergangs der Strecke zwischen der Kreisstadt und Windeck-Au her.
Altenkirchen. Zahlreiche rot-weiße Absperrbaken kennzeichnen die Situation im Bereich der B-8-Brücke über den Quengelbach in Altenkirchens Wilhelmstraße. Fußgänger müssen hin und wieder dem Geschehen in der „Unterstadt“ ausweichen, Autofahrer erhaschen ebenso einen Blick auf kleines Gerät, das dem ehemaligen Ladenlokal der Bäckerei Schumacher (Wilhelmstraße 53) seit Montagmorgen (15. Juni) endgültig den Garaus macht. Die Stadt lässt dieses Gebäude, das im Jahr 1958 gebaut wurde und das sie vor einigen Jahren erstanden hatte, abreißen, um zunächst einmal Platz zu schaffen, der im „Nachgang“ womöglich Start- und Endpunkt einer fußläufigen Verbindung in Richtung Atelier der Jugendkunstschule (ehemalige Werkstatthalle der Firma Sturm) in der Koblenzer Straße und die gegebenenfalls noch weiter in Richtung Wied geführt werden könnte. In den zurückliegenden Monaten waren die Räumlichkeiten bis zum 30. April als Schaufenster des „Kunstforums Westerwald“ genutzt worden, um die Front des Leerstandes nicht ganz so dröge daherkommen zu lassen. Im großen Zusammenhang gesehen, dient der Abbruch der Aufwertung der Quengelbach-Aue vor allem mit Blickrichtung Festplatz Weyerdamm, der an verschiedenen Punkten mehr Aufenthaltsqualität verliehen werden soll. Die Finanzierung wird gewährleistet durch Altenkirchens Teilnahme am Förderprogramms „Wachstum und nachhaltige Entwicklung – Nachhaltige Stadt“, unter dessen Dach aktuell beispielsweise auch die Umgestaltungen des Schlossplatzes und der oberen Wilhelmstraße angesiedelt sind. Den Auftrag für den finalen K.o. des Objekts in unmittelbarer Nähe zum Kreuzungsbereich der Bahnstrecke zwischen Altenkirchen und Windeck-Au sowie der Bundesstraße mit der L 267 hatte die Firma Metzler GmbH (Kroppach) erhalten, die mit rund 50.290 Euro das wirtschaftlichste Angebot eingereicht hatte. Die Kostenschätzung hatte bei 48.945 Euro gelegen.
Probleme nicht erwartet
Inwieweit die Vorstellungen verwirklicht werden können, muss erst noch endgültig bestätigt werden. Nach Untersuchungen sowie Abstimmungen mit Fachingenieuren und Statikern war festgestellt worden, dass die Bodenplatte des Anwesens für eine Nutzung als Aufenthaltsbereich statisch wohl nicht geeignet sei und demnach „verschwinden“ könnte, weil sich Stützpfeiler in der Nähe des Bachlaufs befinden und unterspült seien. Zudem bestehe die Möglichkeit, dass der Betonbereich bei den Abbrucharbeiten beschädigt werden könnte. Um einen Balkon oder Aufenthaltsbereich entsprechend der Präsentation von Landschaftsarchitekt Martin Heinemann zu realisieren, wäre der Bau einer Stahlbetonfläche in Form einer Kragplatte (Bereich ohne Pfeiler oder Stützen) erforderlich, die konstruktiv an die bestehende Brücke der B 8 über den Quengelbach angebunden werden müsste. Bei Umsetzung dieser Variante sei mit erheblichen Mehrkosten zu rechnen. Das Ingenieurbüro Martin Heinemann wurde bereits mit den Leistungsphasen 1 und 2 (Grundlagenermittlung und Vorplanung) für die Gestaltung des gesamten Quengelbach-Areals hinter der ehemaligen Bäckerei Schumacher zu einer Auftragssumme von 19.015 Euro beauftragt. Ist das Bäckerei-Gebäude erst einmal abgerissen, gilt es auch, die angrenzenden Giebelwände der beiden Nachbarhäuser „herzurichten“, soll die Beschaffenheit der freigelegten Bodenplatte sehr genau unter die Lupe genommen werden. Darüber hinaus soll ein Brückengeländer zwischen den Häuserfronten für die nötige Sicherheit der Fußgänger sorgen. Nach derzeitigem Stand sind Kosten in Höhe von 140.000 Euro vorgesehen, die mit bis zu 70 Prozent aus dem Städtebauförderprogramm bezuschusst werden. Inwieweit letztendlich die Jugendkunstschule in der alten Sturm-Werkstatthalle in der Koblenzer Straße per pedes (und per Velo) entlang des Quengelbachs von der Wilhelmstraße aus erreicht werden kann, steht ebenfalls noch „in den Sternen“. Eine große Sitzbank, deren Fliesen von Schülern der Jugendkunstschule und Einwohnern der Stadt geschaffen werden, ist ein Part der Aufwertungsüberlegungen, sie soll in der Nähe des Eingangs zum Parc de Tarbes (zwischen ehemaligem Brunnen und heutigem Blumen-Rondell sowie Rewe-Petz-Supermarkt) ihren Platz finden. (vh)
Lokales: Altenkirchen & Umgebung
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