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Pressemitteilung vom 18.06.2026    

Herausforderungen im Asylverfahren: Traumatisierte Frauen in Deutschland

Anlässlich des Weltflüchtlingstags am 20. Juni 2026 lenkt die Frauenrechtsorganisation SOLWODI die Aufmerksamkeit auf die Herausforderungen, denen geflüchtete Frauen in Deutschland nach ihrer Ankunft gegenüberstehen. Besonders die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) wirft neue Fragen auf.

Symbolbild. (Quelle: Pixabay)

Koblenz. Die jüngste Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems, die seit dem 12. Juni EU-weit in Kraft ist, hat erhebliche Auswirkungen auf das Asylverfahren in Deutschland. Geflüchtete müssen bei Anhörungen beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ihre Fluchtgründe umfassend und widerspruchsfrei darlegen.

Laut der Frauenrechtsorganisation SOLWODI sei dies für betreute Frauen aufgrund traumatischer Erlebnisse kaum möglich. "Viele Frauen, die zu uns kommen, sind Überlebende. Was sie benötigen, ist Zugang zu Beratung und Behörden, die wissen, was Trauma mit Erinnerung macht", erklärt Dr. Maria Decker, Vorsitzende von SOLWODI Deutschland e.V.

Ein besonderes Problem stelle demnach der Umgang mit Menschenhandel dar, da dieser im deutschen Asylrecht keinen eigenständigen Asylgrund bilde. Frauen, die in Deutschland ausgebeutet worden seien, müssten dennoch ein vollständiges Asylverfahren durchlaufen. Oftmals könnten diese Frauen Ereignisse nicht chronologisch schildern oder erinnerten sich erst nach längerer Zeit an Einzelheiten. Diese Umstände würden oft als Widersprüche gewertet.



Asylverfahren müssen in zwölf Wochen abgeschlossen sein
Die GEAS-Reform verschärfe die Situation weiter, indem sie für Menschen aus Ländern mit niedriger Anerkennungsquote ein beschleunigtes Asylgrenzverfahren vorsieht. Dieses Verfahren muss innerhalb von zwölf Wochen abgeschlossen sein, wodurch der Zeitraum für eine gründliche Prüfung der Schutzbedarfe drastisch verkürzt wird. Die Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAfF) kritisiert fehlende bundeseinheitliche Standards zur Erkennung von Traumatisierungen. SOLWODI betont, dass Vertrauen und die Möglichkeit, über Erlebtes zu sprechen, Zeit erfordern würde, Zeit, die im neuen Verfahren oft fehlt. (PM/Red)


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