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Pressemitteilung vom 23.06.2026    

Schönsteiner Schützenfest feiert 90. Geburtstag

In diesen Tagen jährt sich das Schönsteiner Schützenfest zum 90. Mal. Gefeiert wird im Schlossdorf vom 27. bis 29. Juni. Vor neun Jahrzehnten berichtete die Heimatzeitung "Siegblätter" gleich mehrfach über dieses bedeutende Ereignis.

Schützenfest Schönstein etwa in den 1930er Jahren (Foto: Archiv und Reproduktion: Bernhard Theis)

Schönstein. Los ging es mit dem Königsvogelschießen an Fronleichnam 1936. Mit "Unsere St. Sebastianus-Schützenbruderschaft hatte gestern das Vogelschießen" heisst es am Folgetag in der Zeitung und weiter: "Eine stattliche Anzahl Schützenbrüder unter Vorantritt der Wissener Feuerwehrkapelle zog hinaus zum Schießstand, um den Besten unter den Teilnehmern entscheiden zu lassen". Es hub ein lustiges Knallen an und eine Zeit lang schien es so, als ob kein Anwärter da sei. Aber es schien nur so, denn auch die jüngsten Schützenbrüder hatten es erfasst, dass der Name St. Sebastianus-Schützenbruderschaft auch in diesem Jahre wieder königlich vertreten sein musste. Und von diesen Jüngsten erreichte dann der Schützenbruder Aloys Schmidt, im bürgerlichen Leben Friseur, die Königswürde. Des Volkes Jubel nahm keine Ende und die Feuerwehrkapelle mit ihrem Dirigenten Anton Ebach hatte große Mühe, alle die gewünschten Hochs zu Füßen zu legen. Wie wir schon voraussagten, war mit einer großen Zahl Festgäste zu rechnen. Uns was den Hof für das am 27., 28. und 29. Juni zu feiernde Fest angeht, sind schon alle Plätze besetzt. Dafür sorgt der sympathische König und auch sein Vater und Seine Familie, nicht zu reden von dem aus dem Volke herausgeborenen tüchtigen Schützenvorstande. Soweit der Bericht vom 12. Juni 1936.

Am 23. Juni erschien dann eine Auflistung des Festprogramms. Dabei hat sich bis heute offensichtlich nicht viel geändert. So kündigten Böllerschüsse am Festsamstag abends sieben Uhr das Fest an. Der Zelteintritt kostete je 0,50 Mk, eine Dame frei. Angehörige des Wissener Schützenvereins hatten bei Vorzeigung der diesjährigen Mitgliedskarte freien Eintritt mit einer Dame. Abschliessend lädt man zur Teilnahme an der Johannesfeier am Sonntagmorgen.: "Restlose Beteiligung ist Pflicht". Unterzeichner Josef Breiderhoff war gleich ein dreifacher "Meister": Gemeindebürger-, Schützen- und Schmiedemeister.

Der Johannes-Prozession widmeten die "Siegblätter" natürlich ebenfalls einige Zeilen. Unter anderem ist festgehalten: "Seit undenklichen Zeiten zieht alljährlich am Sonntag nach dem Feste des Johannes des Täufers von der Wissener Pfarrkirche aus eine eucharistische Prozession über Schönstein zum Heister wo vor dem kleinen altehrwürdigen Kapellchen, das dem heiligen Sebastianus geweiht ist, ein feierliches Messopfer gehalten wird. Der Festpredigt gab der Volksmund den passenden Namen "Bergpredigt". Von jeher glänzt bei der Prozession die St. Sebastianus-Schönstein durch restlose Beteiligung ihrer Mitglieder. Aber auch die übrigen Katholiken – die Jugend, die Frauen und insbesondere die Männer – sind immer sehr stark vertreten. Sie halten mit strenger Zähigkeit an dem heiligen Erbe so gut in treuer Anhänglichkeit, dass in jedem Jahre eine stärkere Beteiligung festgestellt werden kann“.



Einen Tag vor dem Fest nahm man Bezug auf den Schützenplatz: "Die Schausteller mit ihren 'Komedewagen' sind im Anmarsch. Einzelne 'Buden' sind im Rohbau fertig, andere treffen Vorbereitungen zum Aufbau ihres Unternehmens. Die Jugend ist jede freie Minute dabei und jeder von den kleinen Vorwitzen möchte zuerst wissen, welche Geheimnisse die einzelnen Buden bergen. Karussell und Schiffschaukel sind freilich leicht festzustellen aber bei vielen anderen Aufbauten ist es jedoch nötig das Segeltuch etwas beiseite zu rücken unm einen Blick in die Wunderwelt zu erhaschen. Die Zahl der Schausteller ist diesmal sehr groß und die Verschiedenartigkeit der Unternehmen wird dem Vergnügungsplatz ein aussergewöhnliches Gepräge geben. Neben den Ständen für Eis, Obst, Süßigkeiten und Spielwaren, den Glücksrädern und Verlosungshallen sind eine Reihe neuartiger Geschäfte eingetroffen, die hier noch nicht verrratensein sollen. Auch der Bau des großen Schützenzeltes schreitet rüstig fort." Soweit die Heimatzeitung. (PM)



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