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Nachricht vom 23.06.2026    

Altenkirchener Schlossplatz: Ausführungsplanung vermittelt Eindrücke der Umgestaltung

Wie sieht vor allem der Schlossplatz (und die „obere“ Wilhelmstraße) in Altenkirchen nach der Sanierung aus? Die Ausführungsplanung vermittelte erste Eindrücke, wie das große Areal künftig daherkommen wird. Der Umbau soll Anfang September starten und alles in allem vor Weihnachten 2027 abgeschlossen sein.

Die Sanierung des Altenkirchener Schlossplatzes ist das nächste große Projekt in der Kreisstadt. (Foto: vh)

Altenkirchen. Eines großen Propheten bedarf es gewiss nicht: Die bereits seit geraumer Zeit ins Auge gefassten Sanierungen des Schlossplatzes und in einem Aufwasch auch der „oberen“ Wilhelmstraße (Bereich zwischen Westerwald Bank und Frankfurter Straße) in Altenkirchen werden vor allem dem großen Areal, das rund 3000 Quadratmeter misst, gut zu Gesichte stehen, denn viel schlimmer als derzeit geht es in puncto Outfit nimmer. Der Stadtrat setzte sich mit der Ausführungsplanung für das Projekt auseinander, die Landschaftsarchitekt Martin Heinemann in der jüngsten Sitzung des Gremiums am späten Dienstagnachmittag (23. Juni) vorstellte. Allmählich jedoch erhöht sich der zeitliche Druck, da das Projekt Ende des Jahres 2027 zu den Akten gelegt sein soll. Nichtsdestotrotz: Mit der Umgestaltung, die eine deutlich höhere Aufenthaltsqualität und eine Verbesserung des Stadtklimas durch Verschattung und Kühlung zeitigen soll, ohne dass die Funktionalität leidet, wird der Ödnis der Garaus gemacht. Mindestens 2,8 Millionen Euro sollen investiert werden, ein Zuschussbescheid über zunächst einmal 1,237 Millionen Euro aus Landesmitteln unter dem Dach des Förderprogramms „Wachstum und nachhaltige Entwicklung – Nachhaltige Stadt“ liegt vor.

Abdichtung erneuern
So ganz freie Hand hatte Heinemann bei seinen Überlegungen, vor allem was die Bepflanzung angeht, nicht, da der Betondeckel der Tiefgarage ein tiefes Vordringen ins Erdreich in vielen Bereichen des Areals (Überdeckung nur 20 Zentimeter) erst gar nicht gestattet. Die Abdichtung der Kappe wird zunächst voraussichtlich bis Weihnachten dieses Jahres erneuert, da sie an einigen Stellen undicht geworden ist. „Es ist, wie die Nadel im Heuhaufen zu finden“, beschrieb Heinemann das Unterfangen, die undichte(n) Stelle(n) zu lokalisieren. Immerhin wurde die Unterflur-Abstellmöglichkeit schon im Jahr 1996 in Betrieb genommen. Allgemein, so Heinemann weiter, erwarte er „viele Unwegbarkeiten“. Dennoch bleibe das Ziel, einen „großen Platz für große Veranstaltungen“ barrierefrei zu erhalten. Der Part der Wilhelmstraße, der ebenfalls in die Hände von Bauarbeitern fällt, wird dem Look der bereits sanierten Fußgängerzone angenähert. Die Verbandsgemeindewerke werden sich ebenfalls an der Maßnahme beteiligen und Kanal- und Wasserleitungen erneuern. Ausgeklammert von dem Facelifting wird der Vorplatz der evangelischen Kirche, das nicht förderfähig ist, und die die evangelischen Kirchengemeinde Altenkirchen zu einem späteren Zeitpunkt in Angriff nehmen möchte. Welche Ausstattungselemente letztlich angeschafft werden, soll in wenigen Monaten entschieden werden. Schwerpunkt wird auf jeden Fall eine Terrassenlandschaft in wahrscheinlich drei quergezogenen Sitzebenen, die die jetzige zwischen Wilhelmstraße und eigentlichem Platz ersetzen wird. In den nächsten Wochen wird es Schlag auf Schlag gehen: Die ersten Lose werden alsbald ausgeschrieben, Submission ist bereits am 30. Juli, der Stadtrat wird die Aufträge in einer Sondersitzung am Donnerstag, 20. August, vergeben. Der Baubeginn ist für den 7. September vorgesehen. Bereits jetzt steht fest, dass der Schlossplatz im kommenden Jahr für diverse Festivitäten (Stadtfest, Schützenfest etc.) nicht zur Verfügung steht. Vorerst letztmalig kann er am 5. und 6. September, also in wenigen Wochen, bei der Kultopia-Veranstaltung genutzt werden.

Zuschuss für Konzert
Eine Förderung in Höhe von 1625 Euro wurde einstimmig dem Verein „anderes lernen - Haus Felsenkeller - Soziokulturelles Zentrum“ zugebilligt, der zum 40-jährigen Bestehen ein Konzert bei freiem Eintritt veranstalten möchte. Als staatlich anerkannte Bildungseinrichtung versteht er sich als offene Bildungs- und Begegnungsstätte mit dem Ziel, lebenslanges Lernen zu fördern, gesellschaftlichen Austausch zu ermöglichen sowie zeitgemäße kulturelle Impulse zu setzen und niedrigschwellige Angebote für alle Bevölkerungsgruppen bereit zustellen. Die Gesamtkosten für die Verpflichtung einer Band, die technische Ausstattung (insbesondere Leinwand) sowie die Organisation der Veranstaltung belaufen sich auf 5675 Euro. Nach Abzug eines Zuschusses in Höhe von 2500 Euro der Sparkasse Westerwald-Sieg beläuft sich der Fehlbetrag auf 3175 Euro. Die maximale Unterstützung der Stadt ist laut Richtlinie auf ein Drittel der Gesamtkosten beschränkt (1892 Euro). Weitere 1625 Euro überweist die Stadt ebenfalls an den Verein auf Grundlage eines einstimmigen Votums, um einen „neuen Ort für Kulturveranstaltungen“ zu schaffen. Ende vergangenen Jahres wurde mit großem ehrenamtlichen Engagement die Ertüchtigung und die Erweiterung einer früher als Bühne genutzten Fläche mit Überdachung inklusive Leinwand am Stammsitz „Felsenkeller“ begonnen. Damit entstehe, so die Beschlussvorlage, ein neuer kultureller Treffpunkt für Altenkirchen sowie die umliegende Region, der zugleich zusätzliche Möglichkeiten zur Erweiterung des Kinder- und Jugendprogramms bietet. Laut Antrag belaufen sich die Gesamtkosten auf 5695 Euro. Durch ehrenamtliche Leistungen konnten 400 Euro als Eigenleistung angerechnet werden, sodass sich noch ein verbleibender Fehlbetrag in Höhe von 5295 Euro ergibt. Kein Widerspruch ergab sich bei der Abstimmung über die finanzielle Unterstützung in Höhe von 25.000 Euro für Dr. Christian Chahem, der in Altenkirchen eine internistische Hausarztpraxis übernimmt.



Renaturierung an der Wied
Einstimmig gab die Zusammenkunft ihr Okay für eine Gewässerrenaturierungsmaßnahme an der Wied, die die Untere Wasserbehörde der Kreisverwaltung Altenkirchen ins Auge fasst. Darüber hinaus muss die Stadt Altenkirchen als Kooperationspartner dieses Ansinnens im Förderantrag genannt werden und der Nutzung der infrage kommenden Grundstücke in der Gemarkung Leuzbach zustimmen. Das Vorhaben, das sich nur flussabwärts auswirkt, soll unter anderem zum natürlichen Hochwasserschutz beitragen. Dieser zielt darauf ab, das überschüssige Wasser möglichst lange in der Landschaft zu halten und Flüssen ihren natürlichen Raum zurückzugeben. Dadurch wird der Wasserabfluss des Ölferbachs und der Wied durch die Laufverlängerung und Anhebung der Gewässersohle sowie die dadurch entstehende Möglichkeit der Ausuferung in die Aue verlangsamt. Es werden Retentionsräume genutzt, die vorher nicht oder nur bei entsprechend großem Niederschlag für kurze Zeit verwendet wurden. Außerdem haben diese Maßnahmen den Vorteil, dass das Wasser eher zur Grundwasserneubildung zur Verfügung steht und ein strukturreiches (renaturiertes) Gewässer zudem deutlich bessere Lebensräume für Insekten, Amphibien, Fische und Kleinstlebewesen im Wasser schafft. Die Reinigung der Fahrbahnen in der Kölner Straße (Stadtstraße), der Straße bei der Erich-Kästner-Schule und der Saynstraße (außerhalb der Fußgängerzone) wird, so der einhellige Beschluss, vom 1. Januar 2027 an von der Übertragung auf die Anlieger ausgenommen und stattdessen von der Stadt gebührenpflichtig gereinigt. Hintergrund sind die zum Teil deutlichen Verschmutzungen, die bislang von Mitarbeitern des VG-Bauhofes auf Kosten des städtischen Budgets beseitigt werden mussten. Die Aufwendungen werden anhand der Frontmeter auf die anliegenden Grundstücke verteilt, wie es schon bei weiteren Stadtstraßen laut Straßenreinigungsgebührensatzung geschieht. (vh)


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