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Pressemitteilung vom 25.06.2026    

Synoden beschließen Namen des künftigen Evangelischen Kirchenkreises Rhein-Westerwald

Die Kreissynoden der Evangelischen Kirchenkreise Altenkirchen und Wied trafen sich zu einer wichtigen Sitzung in Dierdorf. Im Zentrum stand der Fusionsprozess der beiden Kirchenkreise, der zum 1. Januar 2028 abgeschlossen sein soll.

Die Synodalen stimmen ab. (Foto: Evangelischer Kirchenkreis Altenkirchen)

Dierdorf. Zu einer gemeinsamen außerordentlichen Tagung kamen am Samstag (20. Juni 2026) die Kreissynoden der Evangelischen Kirchenkreise Altenkirchen und Wied im Martin-Butzer-Gymnasium in Dierdorf zusammen. Im Mittelpunkt der Beratungen stand der laufende Fusionsprozess beider Kirchenkreise, die zum 1. Januar 2028 einen gemeinsamen Kirchenkreis bilden wollen.

Den Auftakt bildete eine Andacht von Pfarrer Eun Pyo Lee (Kirchengemeinden Friedewald und Herdorf-Struthütten). Ausgehend von der zentralen Aufgabe der Kirche, das Evangelium zu verkündigen, stellte er selbstkritisch die Frage: "Sind wir wirklich ein Medium, das die Botschaft Gottes weitergibt?" Musikalisch begleitet wurde die Synode von Kreiskantor Simon Schumacher aus dem Kirchenkreis Wied.

Im gemeinsamen Sitzungsteil der beiden Synoden berichteten die verschiedenen Teilprojekte über den Stand ihrer Arbeit und stellten die Rückmeldungen aus dem Anhörungsverfahren der Kirchengemeinden vor. Die Synodalen befassten sich dabei mit den Themenbereichen Pfarrstellen, Personal, Regionenplanung, Verwaltung, kreiskirchliche Dienste, Diakonie, Kindertagesstätten und Finanzen. Darüber hinaus wurden verschiedene Modelle und Konzepte beraten, die als Grundlage für die weiteren Entscheidungen im Fusionsprozess dienen sollen. Mehrheitlich votierten die Synodalen für die Einführung von vier "Kooperationsräumen", mit deren Hilfe künftig die pfarramtliche Versorgung im neuen Kirchenkreis sichergestellt werden soll. Ebenfalls mehrheitliche Zustimmung fand die Perspektive eines hauptamtlichen Superintendentenamtes.

Intensiv diskutiert wurde das Teilprojekt "Evangelische Kindertagesstätten". Vorgesehen ist, die insgesamt 23 evangelischen Kindertagesstätten mit ihren knapp 700 Mitarbeitenden zum 1. Januar 2028 in einen gemeinsamen kreiskirchlichen Eigenbetrieb zu überführen. Dieser soll durch eine solidarische kreiskirchliche Umlage mitfinanziert werden. Auch für dieses Modell signalisierten die Synodalen mehrheitlich Unterstützung.



Im Bereich der Finanzen sprachen sich beide Synoden mehrheitlich dafür aus, den bisherigen Verteilungsschlüssel nach Steuerkraft abzulösen und die Finanzmittel künftig nach der Zahl der Gemeindeglieder zu verteilen. Darüber hinaus soll - nach dem Vorbild der bereits im Kirchenkreis Altenkirchen praktizierten Regelung - die Verteilung der Kirchensteuern sowie der Mittel aus dem übersynodalen Finanzausgleich über eine kreiskirchliche Umlage erfolgen, deren Höhe prozentual festgelegt wird.

Eine konkrete Entscheidung im Fusionsprozess fiel bei der Namensgebung des künftigen gemeinsamen Kirchenkreises: Beide Synoden beschlossen, dass dieser künftig den Namen "Evangelischer Kirchenkreis Rhein-Westerwald" tragen soll.

Nach dem gemeinsamen Sitzungsteil setzten beide Kirchenkreise ihre Beratungen getrennt fort. Für Superintendentin Pfarrerin Andrea Aufderheide aus dem Kirchenkreis Altenkirchen war es die letzte Kreissynode vor ihrem Eintritt in den Ruhestand zum 1. August 2026. Mit Pfarrer Marcus Tesch aus der Kirchengemeinde Wissen ist ihr Nachfolger bereits gewählt. Die Beratungen machten deutlich, dass der Fusionsprozess in den kommenden Monaten weiter intensiv begleitet werden soll. Die vorgestellten Modelle und Meinungsbilder sollen nun in Informationsveranstaltungen und weiteren Beteiligungsformaten mit den Kirchengemeinden diskutiert werden. Auf den Herbstsynoden sollen die bisherigen Ergebnisse weiter beraten und in weiteren zentralen Fragen des Fusionsprozesses konkrete Beschlüsse gefasst werden. (PM)


Mehr dazu:   Kirche & Religion  
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