Weltumsegler Boris Hermann war Gast beim Empfang der Wirtschaft in Selters
Von Wolfgang Rabsch
Bei unerträglichen, fast tropischen Temperaturen konnten die Besucher des Empfangs der Westerwälder Wirtschaft bei der Firma Schütz in Selters, nicht schnell genug das Hauptgebäude erreichen. Dort wurden sie schnell heruntergekühlt, denn die großen Räume waren klimatisiert und der Aufenthalt erträglich. Aber: Warum steuerten viele Menschen die Firma Schütz an?
Selters. Die IHK Koblenz - Regionalgeschäftsstelle Montabaur (IHK), Kreishandwerkerschaft Rhein-Westerwald (KHS), Westerwälder Zeitung (WZ), Wirtschaftsjunioren Westerwald-Lahn (WJ) und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Westerwaldkreis mbH hatten zum jährlichen Empfang der Westerwälder Wirtschaft eingeladen. Diese Veranstaltung hat sich längst zu einem festen Bestandteil der Westerwälder Wirtschaft entwickelt, denn dort treffen sich Vertreter von Firmen aus allen Bereichen: Handwerk, Industrie und Dienstleister.
Insbesondere die mittelständischen Unternehmen nutzen diese Gelegenheit, um Kontakte zu knüpfen, frei nach dem Motto "Die beste Vernetzung ist immer noch das persönliche Gespräch".
Intensive Gespräche
Vor Beginn des offiziellen Teils wurden sehr intensive Gespräche geführt, bei bester Stimmung und kühlen Getränken. Es war so laut, dass man manchmal sein eigenes Wort nicht verstehen konnte, immer wieder übertönt von herzhaftem Lachen. Somit waren allerbeste Voraussetzungen für ein gutes Gelingen des Empfangs gegeben. Sich Gehör zu verschaffen, um die Besucher in den Veranstaltungssaal zu locken, wäre mit einer normalen Stimme nicht erreichbar gewesen. So entschloss sich Katharina Schlag, die Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Westerwaldkreis mbH, mit einem schrillen Pfiff auf zwei Fingern, die Gespräche kurz einzustellen, um in den Veranstaltungssaal zu wechseln. Dieser war noch etwas mehr abgekühlt und versprach dadurch einen angenehmen Aufenthalt.
Die IHK Koblenz - Regionalgeschäftsstelle Montabaur (IHK) ist ständig auf der Suche, interessante Gastgeber für den beliebten Wirtschaftsempfang zu finden. Auch in diesem Jahr landeten die Organisatoren einen Volltreffer, denn der Empfang fand in Selters bei der Firma "solarfloor by Schütz Energy Systems" statt. Seit 2024 bietet die Firma unter der Überschrift "Werteenergie" Komplettlösungen in den Bereichen Photovoltaik, Flächenheizung und Wärmepumpen für eine effiziente Strom- und Wärmeversorgung an.
Viele Unternehmer und Ehrengäste beim Empfang
Lars Hennemann, Chefredakteur einer regionalen Tageszeitung, führte als Moderator durch die Veranstaltung und konnte zu Beginn mehrere Ehrengäste begrüßen. So unter anderem Gabi Wieland, Erste Kreisbeigeordnete des Westerwaldkreises, von der Handwerkskammer Koblenz ihren Präsidenten Kurt Krautscheid, Europa-, Bundestags- und Landtagsabgeordnete, Bürgermeister der Verbandsgemeinden des Westerwaldkreises und ebenso viele Ortsbürgermeister. Die Firma Schütz war durch Winfried Heibel, Veit Enders und Christian Schlosser vertreten.
Gabi Wieland überbrachte die besten Wünsche des Westerwaldkreises und lobte die hervorragende Entwicklung der Wirtschaft, die innovativ und zukunftsorientiert sich stetig weiterentwickelt habe und inzwischen zu den führenden Regionen in Rheinland-Pfalz gehöre. Mit einem Augenzwinkern vermerkte sie, dass der ehemalige Landrat sich sehr auf diesen Empfang gefreut hätte, jetzt allerdings unabkömmlich sei, da man seine Arbeit an anderer Stelle sehr wertschätzen würde. Schwierige Zeiten könne man auch als Chance begreifen, und wo nichts sicher ist, sei alles möglich, so motivierte Gabi Wieland die anwesenden Unternehmer, denn eine sichere Zukunft gebe es nicht ohne florierende Wirtschaft.
2.900 Mitarbeiter allein in Selters bei der Firma Schütz
Die Geschäftsführer Veit Enders und Christian Schlosser brachten das sehr interessierte Publikum auf den neuesten Stand in Bezug auf Produktentwicklung und Management. Die 1958 gegründete Firma Schütz expandiert weltweit im operativen Geschäft und hat zurzeit rund 8.000 Beschäftigte in 80 Service- und Produktionsstandorten, 2.900 Mitarbeiter sind allein im Stammwerk Selters beschäftigt. Der Jahresumsatz 2025 betrug etwa 2,5 Milliarden Euro, die Firma befindet sich im Familien-Stiftungsbesitz. Anhand eines Infofilms wurden die Geschäftsfelder der Firma anschaulich vorgetragen.
Boris Hermann imponierte
Mit anerkennendem Beifall wurde Boris Herrmann begrüßt, als er die Bühne betrat und seinen Impulsvortrag startete. Boris Herrmann ist einer der weltweit erfolgreichsten Segler, der an unzähligen Regatten teilgenommen hat und diese entweder gewann, oder auf den vorderen Plätzen beenden konnte. Anschaulich schilderte er seine Turns über die sieben Weltmeere, und wie er mit Glück und seglerischem Können, größte Gefahren durch Witterungseinflüsse bestehen konnte. Hermann ist es wichtig, sich für Klimaschutz und Nachhaltigkeit einzusetzen. Auf seinem Segelboot werden Daten an Institute und an die Firma Schütz übermittelt, die Aufschluss über klimatische Verhältnisse in bestimmten Weltregionen vermitteln.
Von Hermann stammt bezeichnenderweise der folgende Satz: "Ich bin auf See der einzige Mensch auf Erden. Das ist ein Hochgefühl der Freiheit, der Weite, der tollen Farben."
Echte Wäller sind zuverlässig
Das Schlusswort hatte Jens Geimer, Vizepräsident der IHK Koblenz, der auch der Else-Schütz-Stiftung von Herzen für ihr überragendes soziales Engagement im Westerwald dankte. Er dankte ebenso den Organisatoren des Empfangs und lobte die zahlreich erschienenen Besucher (etwa 500) in Anspielung auf die glühende Hitze im Außenbereich mit folgenden Worten: "Der Wäller kommt immer, wenn er zugesagt hat, egal ob das Thermometer 20 Grad minus, oder 39 Grad plus, wie heute, anzeigt." (WR)
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