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Pressemitteilung vom 02.07.2026    

Westerwaldbahn-Strecke umfassend zwischen Scheuerfeld und der Bindweide saniert

Die Westerwaldbahn hat ihre Stammstrecke zwischen Scheuerfeld und der Bindweide saniert. Umfangreiche Arbeiten an Gleisen, Schwellen und Brücken wurden durchgeführt. Die Investition sichert die Zukunftsfähigkeit der Strecke für die kommenden Jahrzehnte.

Auch die Sanierung der Bahnbrücke am Wolfsweg in Steinebach trug zu den Mehrkosten bei. (Foto: Stahl/Kreisverwaltung)

Kreis Altenkirchen. Die Gesellschafterversammlung der Westerwaldbahn bot kürzlich einen passenden Rahmen, um auf die Sanierung der Stammstrecke zurückzublicken. Zwischen Juni 2024 und Dezember 2025 wurden etwa 1.250 Meter Gleis saniert, 1.900 Schwellen ersetzt, 2.400 Meter Schiene verlegt und 1.200 Tonnen Schotter verbaut. Zudem wurden zwei Eisenbahnbrücken erneuert. Einige Anlagen stammten noch aus dem Baujahr 1912.

Der 1. Kreisbeigeordnete Tobias Gerhardus betonte die gesetzlichen Verpflichtungen: "Eine Wahl hatten wir im Vorfeld nicht. Wir sind als Eigentümerin von öffentlicher Eisenbahninfrastruktur schließlich daran gebunden, diese auch betriebsbereit zu halten." Regelmäßige Kontrollen durch die Westerwaldbahn sowie externe Fachfirmen und Aufsichtsbehörden zeigten, dass Handlungsbedarf bestand.

Die Alternative zur Sanierung wäre die Stilllegung gewesen, so Gerhardus. Nun sei die Strecke zukunftsfähig und leistungsfähig, und es seien in den nächsten 25 Jahren keine größeren Investitionen nötig. Seit Jahresbeginn ist die Strecke bis zur Rosenheimer Ley wieder befahrbar.

600.000 Euro teurer als erwartet
Trotz Förderung von Bund und Land war das Projekt nicht kostenlos umzusetzen. Geschäftsführer Oliver Schrei erläuterte: "Am Anfang stand noch nicht einmal fest, ob überhaupt Fördermittel fließen werden." Strategisch wurde versucht, die Kosten niedrig zu halten, unter anderem durch Eigenleistungen und den Einsatz von aufgearbeitetem Material. Eine teure Berechnung nach HOAI wurde vermieden, stattdessen erfolgte eine Kostenschätzung durch ein Ingenieurbüro. Die geplanten Gesamtkosten beliefen sich zunächst auf rund 1,7 Millionen Euro.



Die Schlussrechnung ergab Mehrkosten von rund 600.000 Euro, vor allem verursacht durch die Brückenarbeiten. "Hier mussten zum einen deutlich mehr Stahl und Beton für die Überbauten eingesetzt werden, als ursprünglich angenommen, zudem hat es beim Baupreisindex eine Steigerung um 36 Prozent gegeben", erklärte Gerhardus.

Gerhardus und Schrei bezeichneten die Mehrkosten als ärgerlich: "Es wäre natürlich besser gewesen, wir hätten von vornherein Klarheit besessen. Allerdings steht fest, dass wir nicht günstiger hätten bauen können." Die Mehrkosten werden aus den Rücklagen der Westerwaldbahn finanziert. (PM/Red)


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